• Tag 2: Ein bisschen windig

    March 12, 2023 in Chile ⋅ ☁️ 15 °C

    Da es heute gegen 13:00 Uhr im nächsten Camp regnen soll, entscheide ich mich erneut fürs frühe Aufstehen. Also ist der Wecker wieder auf 5:30 Uhr gestellt. Die Nacht war erstaunlich mild und ich habe nicht gefroren, trotzdem bin ich regelmäßig durch den Wind am Zelt geweckt worden. Aber das passt zur heutigen Etappe, ich muss nämlich über den Pass Viento, den Windpass.

    Das Frühstück wird noch im Dunkeln gemacht, es gibt drei Käsebrote. Ich will meine zwei Laibe Brot so schnell wie möglich essen, da die wohl das Schwerste an Essen sind, was ich dabei habe.

    Den Sonnenaufgang im Rücken geht's dann erstmal am Fluss weiter. Während die Sonne langsam über die Hügel hinter mir wandert, sehen die Wolken vor mir aus als ständen sie in Flammen. Ein Klasse Bild.

    Ich gehe entwas schneller als die Italiener und lasse die zwei dann recht Früh hinter mir.

    Schon nach kurzer Strecke fängt auch schon der kleine Aufstieg zum Pass an. Hier überholt mich dann Florian und seine Partnerin. Für ein paar Stunden sehe ich ab jetzt keine Menschen mehr.

    An einem kleinen See immer weiter den Berg rauf stapfend merke ich gut das Gewicht meines Backpacks. Und am Pass oben angekommen ist der Wind dann so kraftvoll, dass ich fast das Gleichgewicht verliere. Glücklicherweise nur fast.

    Der folgende Pfad hat auch immer etwas Respekt verdient. Links der Berg, rechts geht's steil runter. Ich befürchte, dass wegen des Windes mein Zelt nicht am Backpack hält und ich im schlimmsten Fall hinterherklettern muss. Das bleibt mir aber erspart 😁

    Noch abenteuerlicher wird dann wieder der Abstieg. Immer wieder hin und her geweht muss man ein kurzes Stück eine Art Gratwanderung bestehen. Okay, mann hat schon ein bisschen Platz, aber mehr wäre hier nicht schlecht 😅

    Und das positive daran: dem majestätischen Gletscher, den man von hier aus sieht, kommt man immer näher.

    Bald passiert man aber erstmal eine kleine Basis der Ranger hier im Park. Wichtiger ist aber, dass es hier Bänke für ne kleine pause und nen Bach zum Flasche auffüllen gibt. Und zwei gute Nachrichten: der Wetterbericht sagt jetzt doch keinen Regen mehr an und der Rest des Weges hat keine großen Anstiege mehr. Was nicht heißt, dass es nicht schön ist. Der Pfad führt durch ein großes Tal mit immer wieder bewaldeten Abschnitten, kleinen Bächen und Stegen zum drauf laufen. Im Hintergrund wächst der zwischen zwei Bergern hindurchspinkstende Gletscher immer weiter an. Ich kann nicht sagen wo der Gletscher aufhört und die Wolken anfangen.

    Hier mache ich im Schatten eines Baumes eine kleine Pause, baue meinen Stuhl auf, esse was und lese ein bisschen. Und beinahe schlafe ich auch ein😴 in dem Wissen, dass nur nich 5 km fehlen mache ich mich dann aber doch vor dem Nickerchen auf den weg und nach dem letzten kleinen Anstieg liegt auf einmal der Lago Ducksen vor mir und dazu auch das Refugio.

    Die nächste gute Nachricht bekomme ich dann im camp: es gibt warme Duschen. Also Zelt aufbauen, Sachen rein und ab unter die Dusche.

    Morgen geht es dann frisch weiter🙂
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