• Day 3

    August 10 in Denmark ⋅ 🌧 18 °C

    Der Wetterbericht hatte uns erwischt: Regen am Mittag. Perfekte Ausrede also, um drinnen etwas zu erleben. Unsere Wahl fiel auf die “Carlsberg Brauerei”
    Gegründet 1847 von J.C. Jacobsen, ist Carlsberg nicht nur Dänemarks bekannteste Biermarke, sondern auch ein Stück Industriegeschichte. Jacobsen war übrigens ein Wissenschafts-Nerd: Er ließ 1883 die erste reine Hefekultur züchten und stellte sie der Welt kostenlos zur Verfügung. So wurde das "Carlsberg-Lager" zum Standard für fast alle Biere weltweit.
    Bei der Führung liefen wir durch die alten Sudhäuser, Pferdeställe und das berühmte Elefantentor. Und ja, probieren durften wir natürlich auch.

    Gegen Abend wollten wir dann den anderen, total gehypten Teil von Kopenhagen sehen: “Fristaden Christiania”
    1971 besetzten Hippies ein ehemaliges Kasernengelände und riefen hier ihre eigene "Freistadt" aus. Heute leben ca. 1000 Menschen hier nach eigenen Regeln – ohne Autos, mit viel Straßenkunst, bunten Häusern und alternativen Läden. Der Ort gilt als soziales Experiment und zieht seit Jahrzehnten Touristen aus aller Welt an. Besonders bekannt ist die "Pusher Street", in der aber fotografieren verboten ist.

    Wir hatten viel davon gehört und waren gespannt.
    Leider mussten wir aber feststellen, dass dieser Teil Kopenhagens so gar nicht unser Fall ist. Statt kreativem Flair überwog bei uns das mulmige Gefühl. Es war dreckig, kaputt und irgendwie ungemütlich. Nach einem kurzen Spaziergang haben wir uns entschieden: Weiterziehen.

    Manchmal gehört auch das zum Reisen dazu. Nicht alles, was gehypt wird, muss einem selbst gefallen.
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