• Duschdrama & Windschutzscheibenromantik

    June 6, 2025 in Norway ⛅ 9 °C

    Mit etwas Verspätung aber besser spät als nie kommt unser Post zum Vortag.

    Nach einer epischen Nacht zwischen Vikinger Games, der Sauna mit Ausblick aufs Meer, Lagerfeuer und Badespaß im Meer starteten wir den Tag wie echte Outdoor-Helden:

    Gemäß dem Tagesmotto „Lass mich arbeiten, arbeiten, arbeiten“ stürzten sich zwei Mitglieder unserer Expeditionsgruppe in ihre Rolle als Logistik-Gurus. Während der eine den Cowboykaffee kochte (eine Mischung aus Koffein und Abenteuerlust), wurde das Zelt ausgeräumt, der Inhalt strategisch geordnet und – mit militärischer Präzision – im Auto verstaut.

    Und was tat der Dritte im Bunde? Nun... der duschte. Und zwar mit dem Enthusiasmus eines Spa-Besuchers mit Flatrate. Während andere kämpften, wie die Berserker, verwandelte unsere Duschediva das Sanitärhäuschen in die Tropenhalle eines Erlebnisbads. Man munkelt, 100 % unseres Duschmarken-Vorrats gingen in dieser einen Session flöten.

    Anschließend wurden unsere beiden Arbeitsbienen nicht offiziell befördert, sondern feierlich „vernannt“.
    Der Schlafsack hatte keine Chance, ordentlich auszulüften und wurde in die falsche Hülle verpackt, das Zelt war noch zu nass, der Kaffee zu kalt, die Frühstücks Eier nicht formschön genug.
    Kurzum: es war ihm nichts recht.

    Nach dem Frühstück ging’s los – Abenteuer voraus!

    Unser Fahrer des Morgens entschied sich spontan für einen Umweg zum Strand. Navigationsanweisungen vom Navigator? Ignoriert. Schilder lesen? Fehlanzeige

    Wer braucht schon einen Navigator, wenn man auch einfach dem Bauchgefühl folgen kann?
    Irgendwie. Irgendwann. Irgendwo. Kamen wir an.

    Für alle Geografie-Fans: Der Streckenverlauf ist als moderne Kunstinstallation auf unserer Karte dokumentiert. Nicht ganz Picasso, aber nah dran.

    Tipp an alle Hobby-Rallyfahrer im Team: Vielleicht auch Zuhause Mal ab und zu nicht nur nach IT-gestützter Navigation fahren, sondern auch mal... ihr wisst schon... Schilder lesen?

    Am Strand, den vermutlich schönsten Norwegens, machten wir einen ausgedehnten Spaziergang, um Körper und Geist zu entspannen .

    Danach ging’s weiter auf eine Insel, die stolz einen einzigen Fußballplatz beherbergt. Dort durfte unser frisch gebackener Fußballmeister im „Ich-trete-alles-was-rund-ist“-Modus ran. Trotz aller Warnungen, dass eine Boje kein Ball ist (und locker das Gewicht eines Kleinwagens hat), wurde sie mit purer Manneskraft und technisch hochwertigem Zehenkick ins imaginäre obere Eck geschossen. Diagnose: Fuß schmerzt, aber Ehre gerettet.

    Als Belohnung: Kanelsnurr. Unser neues Nationalgebäck. Gibt’s täglich hier in Norwegen

    Da es dann regnete, entschieden wir uns ganz pragmatisch: Weiterfahren! Kilometer schrubben! Windschutzscheiben-Romantik!

    Als Kaffee Ersatz gab es am Nachmittag ein Bad in halbzugefrorenen See. Die erfrischende Wirkung war überragend und ließ uns noch einige Stunden weiterfahren.
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