Rückblick Farmwork 88 Days
June 15, 2022 in Australia ⋅ ☀️ 19 °C
Start war der 09.03.22. Heute ist der 17.06.22.
Verrückt oder ? Anfangs denkt man immer, die zeit kann nicht schnell genug vorbei gehen.
Aller Anfang ist schwer. Von zuhause gehen, die menschen die man liebt zuhause zu lassen war alles andere als einfach für mich.
Aber es war das richtige.
Bis heute habe ich es nie bereut, diesen schritt gegangen zu sein.
Glaube das letzte mal etwas geschrieben habe ich Anfang Mai.
Die Arbeit war meistens die gleiche. Tiere, Garten, Haushalt, usw.
Wir wurden auf der Farm ein immer besseres Team und haben sehr viel zusammen gelacht.
Scarlett ist in vielen Momenten wie eine Freundin für mich gewesen. Hat mir oft ihre Meinung gesagt, auch wenn ich die manchmal nicht hören wollte. Jedoch war es immer gut.
Die letzten Wochen habe ich mich damit beschäftigt, warum es so schlimm für mich ist, wenn mich jemand nicht mag. Wieso ich immer nach dem Frieden suche. Warum es mir so schwer fällt mich zu verabschieden, ich das aber kaum zeigen kann.
Ich weiß garnicht mehr, was ich mir für mich vorgenommen habe für die Zeit auf der Farm. Ob ich mich verändert habe oder nicht.
Aber ganz ehrlich? Wen juckt es..
Mir gehts gut. Ich bin gesund und bin froh, dass alles so ist, wie es ist.
Die letzten Wochen waren wunderbar.
Viele wissen, was alles passiert ist. Und ich würde mal behaupten, ich war selten so glücklich und sorglos, wie in dieser Zeit.
Ich habe mir einmal das Wort „No.“ Auf mein Handgelenk tattowieren lassen, weil ich zu oft „Ja“ für andere gesagt habe.
Als ich dieses mal „Ja“ gesagt habe, war das aus vollster Überzeugung und liebe zu mir selbst.
Deshalb verzeiht mir bitte die lange pause, in der ich euch nicht auf dem laufenden gehalten habe.
Allerdings wollte ich das ganz alleine für mich genießen.
Dass es langsam Zeit war zu gehen, wurde mir bewusst, als ich wieder alleine war.
Jeder Ablauf saß, es wurde zum Alltag. Zeit weiter zu reisen.
Nun sitze ich im Flugzeug Richtung Perth. West Australien ist das nächste Ziel.
Weiterflug nach Broome.
Bis vor ein paar Tagen war noch nicht klar, ob ich dort überhaupt ein Bett bekommen werde, einfach weil so viel los ist. Viele Touristen und viele Backpacker.
Also ganz anders, als auf der Farm.
Untergebracht bin ich in einem Hostel, noch unsicher, mit wie vielen Zimmer genossen. Keine Ahnung wie das sein wird. Bisher habe ich erst ein mal für eine Nacht in einem Hostel in Reykjavik geschlafen und das war völlig unspektakulär.
In Broome ist es übrigens wieder Sommer. Heißt, ab morgen wieder 32 Grad.
Falls ihr euch mal überlegt, mit einem 25 kg schweren Rucksack reisen zu wollen, lass es lieber.
Ich dachte das ist das beste und einfachste. Aber es ist so umständlich den die ganze zeit an und wieder Aus zuziehen. Wenn ihr dachtet, andere Menschen ziehen euch runter, dann tragt mal 25 Kg auf dem Rücken.
Oh, vor zwei Tagen saß ich eine Runde mit auf der Ernte Maschine. Baumwolle. Konnte endlich los gehen nach ein paar tagen Trockenheit. Bin nur mit gefahren und ich glaube als jemand, der keine Ahnung von dem Job hat, ist das echt unspektakulär. Die Maschine macht mittlerweile viel alleine, jedoch muss man gut hin hören. Ist schon öfter vorgekommen, dass die Dinger abbrennen.
UUUUND ich hab ein paar Koalas getroffen.
Ich sags euch.. super süß und kuschelig. Aber irgendwie machen die nix als abhängen.
War eine so schöne Erfahrung diese Babys auf dem arm zu haben.
Die sind in einer „Aufgang Station“ von Scarlett`s Freundin. Sie ist Tierärztin und bei ihr werden die abgegeben.
Die päppelt sie dann auf, in der Hoffnung, diese irgendwann wieder in die Freiheit entlassen zu können.
Der Abschied von der Farm war kurz und knackig.
Nach zwei Absagen kommt am Montag das neue Mädchen.
Das Haus hab ich so gut es ging ordentlich verlassen. Alle meine Arbeitssachen habe ich dort gelassen.
Schließlich habe ich nicht vor noch mal so schnell auf einer Farm zu arbeiten. Andererseits hatte ich auch absolut keinen Platz mehr in meinem super Rucksack.
Meine letze morgendliche Runde war wie immer. Hunde raus lassen, Pferde füttern und die Decken abziehen (ist nachts mittlerweile echt kalt geworden. Hatten letzte Woche sogar mal 0 Grad!), dann die Enten, Schafe und Hühner füttern. Und die Vögel nicht zu vergessen. Die haben wir vor ein paar Wochen umgezogen in ihr Winter quartier.
Der letzte „Morning Tea“ fand erst statt, als ich mein Wohnhaus der letzten drei Monate sauber verlassen habe und mein Gepäck im Auto verstaut war.
Habe mich dann von Johannes verabschiedet und bin dann mit Scarlett los gefahren.
Wir wollten noch in die Mall, wollte noch meine Fingernägel renovieren lassen, damit nicht jeder, dem ich ab Sonntag essen serviere direkt sieht, was ich davor gearbeitet habe.
Dann waren wir beim Busbahnhof und Scarlett und ich haben es kurz gemacht. 2 mal Umarmung und los.
Mit ein wenig Zeitdruck kann man nicht so emotional werden.
Ein kleines neues Zuhause habe ich dazu gewonnen. Und ich weiß, auch dort ist ein platz, an dem ich meine Fußspuren hinterlassen habe und ich immer wieder hin zurück kommen kann.
Das liebe ich. Hätte am liebsten überall auf der Welt ein kleines stück „Zuhause“.
Freu mich jetzt auf die nächsten drei Monate Abenteuer.
Ab morgen also Blog aus dem warmen West Australien.
Bin bereit.Read more








