• Nach dem Regen . . .

    June 13 in Canada ⋅ 🌧 15 °C

    . . . fahren wir wieder in den Nationalpark. Wir sind jetzt stolze Besitzer des Discovery Passes, der uns ein Jahr lang kostenfreien Besuch in allen kanadischen Nationalparks und National Historic Sites inkl. Parken und reduziertes Campen erlaubt.
    Der Singing Sands Trail ist bekannt für seine seltenen Pflanzen, u.a. nördliche Orchideen und fleischfressende Pflanzen (fressen aber eh nur Insekten, glaub ich). Er geht zunächst parallel zum Seeufer und dann in den Wald hinein. Es ist herrlich ruhig, bis wir ein fiepsen im Unterholz hören. Das wird auch immer lauter. Die Quelle waren zwei kleine Streifenhörnchen. Ist man dann mal aus dem Wald heraus, kommt man ans Seeufer. Der Himmel ist ob des Regens und des sich nahenden Gewitters gefährlich grau. Hindert einige aber nicht daran, bis zu den Knien ins Wasser zu waten. Bei einer Lufttemperatur von unter 20 Grad will ich mir die des Wassers erst gar nicht vorstellen.
    Wir schaffen es noch rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss in unser Rolling Home und fahren wieder nach „Downtown“ Tobermory. Die einzige Tankstelle - augenscheinlich aus den 50er Jahren - hat zu. Ist ja auch Samstagnachmittag! Diesmal schlendern wir an der anderen Seite des Hafenbeckens entlang und sieht da, da ist einiges los: Coffeeshops, Pubs und ähnliches. Wir kehren im Crowns Nest Pub, ein, nach eigenen Worten „das Pub mit der besten Aussichtsterrasse über den Hafen“ und ergattern einen Platz mit Aussicht. Wie die zwei von der Muppetsshow sitzen wir da, beobachten das Volk unten auf der Strasse - Selfiewettbewerbe, wer hat den dicksten Hintern, wer das größte Eis . . . - und lästern, aber nur ein bisschen. Eine Situation verursacht uns Kopfschütteln. Man stelle sich vor: ein Nissan Cube - also ein Auto in der Größe eines Elefantenrollschuhs, ausgestattet wie man es normalerweise nur von Riesengeländefahrzeugen kennt, inkl. Dachgallerie und Anbau für Jagdzeugs an der hinteren Stossstange parkt sich ein. Es steigt ein junges asiatisches Paar aus, holt Leiterwagen von der Dachgallerie und wir warten gespannt, dass sie dort ihre zwei Kinder reinpacken. Die zwei Kinder entpuppen sich als Hunde, sie haben deren vier. Zwei werden mit dem Wagen geführt, zwei müssen gehen. Wir sehen einander zur fragend an . . .
    Jetzt sind wir wieder am Campground und schauen am ipad. . . nein, nicht FIFA-WM; Die Finals der NBA Basketballliga zwischen den San Antonio Spurs und den New York Knicks, an Spannung kaum zu übertreffen. Morgen machen wir hier endgültig Leinen los, fahren runter in den Hafen und rauf auf die Fähre. Wir setzten über den Lake Huron über nach Manitoulin. Dort bleiben wir mal vier Tage. Aber für danach haben wir absolut noch keinen Plan.
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