• Wie aus geplanten 56 km dann 650 km wurden . . .

    June 14 in Canada ⋅ ☁️ 16 °C

    . . . und was das mit unserem Propangastank zu tun hat.
    Wir machen uns auf den Weg zum Fährhafen von Tobermory. Vorschriftsmäßig sind wir eine Stunde vor Abfahrt der Fähre um 12 Uhr dort. Die Dame von der Reederei hat uns vor ein paar Tagen noch in einer Mail darauf aufmerksam gemacht, dass man allerhöchstens 65 Liter Gas mit an Board nehmen darf. Ein Kontrollblick auf unsere Anzeige ergibt, dass wir mit 60 % Füllstand damit kein Problem haben . . . SOLLTEN! Das hatten wir dann aber doch. Gemeint war nämlich nicht die tatsächliche Menge an Gas sondern das Fassungsvermögen des Gastanks. Und unserer hat nun mal 80 Liter. Dumm gelaufen. Mit den einfachen Worten „Ich kann euch nicht mit an Board lassen“ wurden aus unserer 90 minütigen Überfahrt mit der Fähre und anschließenden 56 Kilometern eine fast 10 Stündige Reise und 650 Kilometer. Kein Vorteil ohne Nachteil: wir wurden belohnt mit einer Fahrt durch Fjordland während des Sonnenunterganges. Immer wieder hat man Blick auf den Lake Huron, auf kleine bewaldete Inselchen und Kanäle. Die lt. Google Maps errechnete Ankunftszeit verschiebt sich regelmäßig um ein paar Minuten nach hinten. Warum? Keine Ahnung. Kurz vor 22 Uhr und schon fast dunkel finden wir den Campingplatz am Ende einer Schotterstrasse am Seeufer. Karen, die 67 jährige Besitzerin des Campingplatzes hat uns schon erwartet und führt uns auf unsere Campsite. Es ist entrisch, es ist kalt und es gibt Milliarden von Mücken. Warum sind die G’fraster eigentlich bei 9 Grad lebensfähig und blutrünstig? Mitten im Wald stehen wir jetzt, ganz alleine, stockdunkel. Ich hab zu viel Stephen King gelesen und gesehen. Plötzlich erinnert mich Karen an Annie Wilkes alias Kathy Bates im Film Misery . . . Ist aber sicher nur meiner galoppierenden Phantasie geschuldet. Für heute reicht es. Die Gegend ist bei Tageslicht sicher idyllisch. Wetter für morgen soll trocken bei 15 Grad sein - maximal :-)Read more