• Bären, Elche, Füchse und Biber im Algonquin

    June 19 in Canada ⋅ 🌧 17 °C

    Es gibt wieder einige Kilometer zu machen. Nicht, weil es regnet (tut es, immer wieder), sondern weil der nächste Provincial Park ruft. Über den Trans Canada Highway fahren wir in Ontarios ältesten Naturpark, den Algonquin Provincial Park. Wir sind im Gebiet der Bären, Elche und Füchse. Zumindest suggerieren es die Verkehrsschilder am Rande des Highways. Bis jetzt keine solche tierischen Begegnungen. Im Algonquin Park reihen sich auf 7.700 Quadratkilometern ungefähr 2400 verbundene Seen und Flüsse aneinander. Es vergeht kein Kilometer, an den man nicht an, über oder parallel zu einem See oder Fluss fährt. Ahorn- und Nadelwälder säumen die Ufer, unser Campsite für die nächsten drei Tage ist auch in einem Wald. Wieder ein großer Stellplatz mit Picknicktisch und Feuerstelle. Das Wetter verhindert allerdings ein Picknick im Freien. Morgen muss Feuerholz her, dann haben wir es auch draußen warm :-)
    Das Einchecken an den Campgrounds in den Parks könnte einfacher nicht sein: Reservierung kurzfristig über die App, Einchecken per Klick und einfach reinfahren. Im Vergleich zu privaten Campingplätzen sind die Provincial Park Campingplätze deutlich preiswerter, und meistens mitten im Wald, an einem Fluss, See oder am Meer. Ein Stellplatz mit Stromanschluss (ohne Wasseranschluss) kostet umgerechnet knapp unter 40 Euro. Die Ausstattung variiert, doch die meisten Naturparkplätze haben Duschen, WC, Waschmaschinen und manchmal auch einen kleinen Laden. Das große Plus sind natürlich die weitläufigen Stellplätze, kaum einsehbar und meist im Schatten.
    Unser Ritual nach dem Einchecken in 4 Punkten:
    * Parken
    * Das WoMi mit Wasserwaage (ich mach keinen Scherz, die war drin) auf waagrecht stellen
    * Strom, ggf. Wasser und Abwasser anschließen und
    * Den neuen Campingplatz mit einem Bier begrüßen

    Mittlerweile sind wir optimal im WoMi eingerichtet und jeder Handgriff sitzt (mehr oder weniger). Alles hat seinen Platz (wir finden den aber nicht immer) und erst heute haben wir wieder ein Staufach entdeckt.

    Diedl fährt das WoMi als wäre er sein Leben lang nie mit etwas anderem gefahren, ich fahre damit als hätte ich meinen Führerschein illegal erworben. Jetzt sind wir knapp 2000 km unterwegs. Ein Blick auf die Straßenkarte sagt mir, dass das unser gebuchtes 8.500 KM-Package wohl nicht ausreicht. Und wir dachten, wir hätten konservativ geplant. Wobei „geplant“ ist an sich schon der falsche Begriff. Ein „wir fahren in Toronto los und kommen dort auch wieder an“ kann man gemeinhin nicht als Planung bezeichnen.
    Apropos Planung: die geplante/vorgestellte/erträumte Route nach Neufundland muss ad acta gelegt werden. Das hat nichts mit unserem Propangastank zu tun. Die Fähren nach Neufundland sind ausgebucht bis September. Ist weiter nicht schlimm, wissen wir jetzt für die nächste Reise :-)
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