• Lagerfeuerromantik

    June 20 in Canada ⋅ 🌧 16 °C

    Camping mitten im Wald bei Regenwetter = die innere Uhr spürt nicht, wann es hell wird, weil‘s nicht hell wird. Spätes Frühstück also.
    Ausgestattet mit unseren Regenklamotten wagen wir nur einen kurzen Hike im Park, den knapp 3 Kilometer langen Two Rivers Hike durch den Wald. Mal regnet es, mal regnet es nicht. Immer an unserer Seite: die Moskitos. Um 16 Uhr wird es ernst: wir brauchen eine Stelle mit gutem Empfang, um das WM-Spiel der Deutschen zu sehen. Fehlanzeige in der Wildnis aber man wird ja noch Illusionen haben dürfen. Wir bekommen noch nicht mal zeitgerecht die Whatsapp Nachrichten der Family zu jedem neuen Spielstand.
    Heute ist Samstag und wir haben diesen Wochentag zu unserem „Eating out“-Tag gemacht. Die erste Ortschaft Richtung Osten nach dem Park ist Whitney, ca. 1000 Einwohner. Im Mad Musher kehren wir ein. Ein Lokal mit Backcountry Charme: Holzhaus, klemmende Eingangstüre, windschiefe Fensterläden. Drei Motorräder mit New Yorker Kennzeichen stehen davor. Ein gutes Zeichen. Das Interieur spiegelt den äußeren Eindruck wieder: zerschlissener Teppich, Mobiliar geschätzt aus den 60ern - die 1860er. Aber das Essen preiswert und lecker: für 3 Speisen mit extra Saucen und drei Bier knapp unter 50 Euro.
    Zurück am Campground - Klischee hin oder her: ein Lagerfeuer muss gemacht werden. An der Tanke haben wir ein Bündel Brennholz gekauft und legen los. Unsere zwei Klappstühle aufgestellt, in die Decke eingehüllt - nicht wegen der Kälte, sondern wegen des Rauchgeruches an der Kleidung danach, ein Bier und wir starren 2 Stunden ins Feuer. Herz, was willst du mehr!
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