• Tag 13: Der nasse Pudel 🐩

    24 dicembre 2025, Nuova Zelanda ⋅ ☁️ 23 °C

    🚴‍♀️ Die Agentin auf zwei Rädern
    Gestern habe ich für Lisa mit dem Garmin-Navi eine Rennradroute zusammengestellt. Wie beim Metzger: Sie bestellt, wie viel es denn sein darf, und ich schneide die Medaillons grammgenau zu. 40 km mit 700 Höhenmetern hat sie geordert - ein Menü, das selbst ein Steinbock zweimal prüfend anschauen würde. In komplett Schwarz, wie eine Geheimagentin auf Undercover-Mission, ist sie dann nach Süden davongerollt.
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    🍫 Das Zmorge-Schlachtfeld der Kinder
    Währenddessen habe ich das Zmorge-Schlachtfeld der Kinder aufgeräumt. Es sah aus wie nach der Detonation einer Atombombe – die Druckwelle muss verheerend gewesen sein. Gipfeli-Reste, Nutella-Schmierereien, klebrige Fingerabdrücke an Orten, die physikalisch eigentlich unerreichbar sein sollten. Wenn Archäologen das in 2000 Jahren ausgraben, denken sie, hier habe eine primitive Schokokult gelebt.

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    📚 Hausaufgaben-Verhandlungen – Staffel 3, Episode 12
    Nachdem der Camper wieder sauber war, begann die tägliche Verhandlung über die Hausaufgaben. Zugang zum Internet wird getradet gegen zu lesende Seiten. Zum Glück habe ich die absolute Macht über den Hotspot – sonst wäre ich komplett machtlos. Donald Duck könnte noch viel von mir lernen, was diplomatische Importzölle angeht.

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    🇵🇹 Etienne, der Portugiese
    Etienne hat danach Portugiesisch auf Anton gelernt. Frag mich nicht, warum. Vorgabe war Französisch – aber gemäss Etienne ist Portugiesisch einfach eine Art „französisch, aber besser“. Ich habe resigniert akzeptiert und spreche jetzt auch Portugiesisch. Ich bin gespannt, was ein echter Portugiese antwortet, wenn ich ihn frage: „Salut, comment ça va?“

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    🌧️ Surfen im Regen – oder: ph-Wert-Bestimmung mit der Zunge
    Also "Bom dia" sind wir dann an den Strand surfen gegangen. Plötzlich hat es angefangen zu regnen. Ich war nicht sicher, ob mich das Meerwasser nasser gemacht hat oder der Regen von oben. Zur Orientierung habe ich kurz die Zunge rausgestreckt und den pH-Wert gemessen – rein wissenschaftlich natürlich.
    Nach dem Motto „nass, nässer, am nässesten“ sind die Kids in den Camper duschen gegangen. Ich habe noch 30 Minuten gewartet, in der Hoffnung, dass beim Camper alles erledigt ist.

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    🧭 Lisa, das Navi und die Realität
    Ich rechnete damit, dass Lisa gemäss ihrer Routen- und Höhenmeterwahl zurück ist und die nassen Kinder übernimmt. Doch als ich gemütlich zurückspazierte – keine Lisa. Vermutlich hat es sie auch verregnet und sie hat irgendwo Unterschlupf gesucht.
    Ich habe dann die zweite Atombombe gezündet und Mittagessen gemacht. Währenddessen mit Nachbar Dave über Camper, Neuseeland, Europa und die Welt philosophiert. Er geht regelmässig mit der Harpune jagen und hat noch nie einen Hai gesehen. Die Flossen vom Boot aus schon bevor er rein gehüpft ist– aber noch nie face to face. Ich war beeindruckt und gleichzeitig froh, dass meine gefährlichste Begegnung heute ein Nutella-Löffel war.

    Nach einer Stunde Gespräch mit Dave und langsam wachsender Sorge kam Lisa plötzlich um die Kurve – nass wie ein Pudel, aber lebendig. Aus dem bestellten Medaillon wurde eine ganze Kuh.(80km/ 1200hm)
    Sie meinte, das Navi habe sie falsch geleitet. Es kam immer der Fehler „Bitte wenden“.
    Janu… ich schreibe jetzt nichts, aber meistens ist es der Anwender, nicht die Technologie. Aber da ich selbst schon auf einem Baum war, um nach dem Weg Ausschau zu halten, kann ich aus dem Glashaus nicht mit Steinen werfen.

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    🍤 Beach-Restaurant
    Zur Feier des Tages ging es in ein fancy Beach-Restaurant. So fancy, dass sogar die Servietten mehr Stil hatten als ich nach zwei Wochen Camperleben.
    Noch drei Mal dort essen und ich brauche offiziell Hilfe beim Einsteigen in den Camper, weil mein Bauchumfang sonst die Türdichtung sprengt.

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    🎅 Xmas-Fotos am Strand
    Danach: Xmas-Fotos am Beach.
    Die Szene hätte kitschiger nicht sein können – Sonnenuntergang, goldener Sand, und es war für einmal windstill.
    Lisa hat alles gegeben, um die Kinder in eine Reihe zu stellen.
    Eine Reihe!
    Gleichzeitig!
    Mit Blick in dieselbe Richtung!
    Ein Unterfangen, das ungefähr so realistisch ist wie ein funktionierendes Navi im neuseeländischen Hinterland.

    Aber siehe da: Sie war erstaunlich erfolgreich – ähnlich erfolgreich wie beim Navigieren heute Nachmittag.
    Also… ihr wisst schon.
    Schaut einfach selbst auf dem Bild.
    Ich sage nur: Magic Eraser wird Überstunden machen müssen, um all das Wasser, Chaos und die Strangers wieder rauszuschneiden.

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    🎄 Frohe Festtage aus dem Kiwi-Wunderland
    Wir wünschen euch allen schoggifonduewarme Festtage –
    aus einem Land, in dem die Sonne brennt wie ein übermotivierter Racletteofen
    und der Sand heisser ist als die Diskussionen über Lisa’s Navi-Skills.

    Möge euer Weihnachten
    weniger Wind haben als unser Strand,
    weniger Chaos als unsere Kinder beim Fotoshooting,
    und weniger Überraschungen als mein Bauchumfang nach dem Beach-Restaurant.
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