• Tag 15: Boxingday-Ride and the monkeys

    December 26, 2025 in New Zealand ⋅ ⛅ 20 °C

    🚴‍♀️ Lisas Boxingday‑Ride: Senioren, Geweihe und technische Offenbarungen
    Heute fand Lisa's legendärer Boxingday‑Ride mit dem Whangārei Marsden Wheelers Club statt – dem neuseeländischen Gegenstück zum Veloclub von Lisa. Heute dominierten die Senioren das Feld, angeführt von Ruth, die mit einem Geweih dekoriert war, als wolle sie signalisieren: „Ich bin hier die Leitkuh, danke.“

    Der Tag begann dramatisch: Der erste Club‑Senior ging verloren, weil sein E‑Rennvelo spontan die Steuerung ausspuckte. Ein technischer Exodus der höheren Klasse.
    Beruhigend: Auch die Locals kämpfen mit der Elektronik.

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    🐎 Lisa, das gezügelte Hochleistungs‑Rennpferd
    Das Tempo war für Lisa so gemütlich, alle wollten mit ihr reden, Strava‑Kudos verteilen und sich sonnen im Glanz der Swiss Rocket. Nach 14 Tagen ist sie bereits Local Legend auf gewissen Segmenten.
    Kein Wunder – wer sonst fährt hier Rennrad ausser den Ausländern, die noch nicht wissen, dass die Strassen lebensgefährlich sind.

    Die Locals gaben offen zu, dass sie selbst Angst haben. Deshalb weichen sie auf Gravel aus. Verständlich: Die geteerten Strassen sind hier manchmal mehr Konzept als Realität.

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    🐢 Vom Rentnertempo zum Ausscheidungsrennen
    Nach der Hälfte – und einem Schnitt unter 20 km/h – befürchtete Lisa, sie müsse die Aktivität als Slow‑Motion‑Wanderung deklarieren. Doch dann zog Rick das Tempo an, und plötzlich wurde aus dem Seniorenausflug ein Ausscheidungsrennen.

    Als Lisa in Führung ging, mussten die Locals das Schweizer Rennpferd bremsen, bevor sie alle in die Stratosphäre katapultiert hätte.
    Am Ende blieb Zeit für Fotos und Kaffee – und Lisa mischte sich unter die Locals wie ein Ethnologe auf Feldstudie.

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    🐒 Unsere Kinder: Die wahren Primatenforscher
    Während Lisa pedalierte, verwandelten die Kinder den Spielplatz in eine Mischung aus Basler Zoo und CrossFit‑Arena. Die Schimpansen im Zoo haben weniger Aktivität als unsere vier Zucker‑Raketen.

    Selbst die Baby‑Schaukel wurde zweckentfremdet wie ein Fitnessgerät.
    Hätte der Orang‑Utan-Papa reingepasst – er wäre vermutlich auch noch eingestiegen.

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    ☕️ Möwen, Espresso und familiäre Selbsterkenntnis
    Vor dem nervenaufreibenden Einkaufsmarathon brauchte ich einen Double Shot Black Short – bei uns schlicht ein doppelter Espresso.

    Draussen kreisten die Möwen wie Mafia‑Geldeintreiber. Kaum war der Nachbartisch frei, stürzten sie sich auf die Essensreste.
    Sanna meinte trocken: „Das ist wie bei uns, wenn das Essen kommt.“
    Ich konnte nicht widersprechen. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung – jetzt müssen es nur noch die restlichen drei Möwen unserer Familie begreifen.

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    🎣 Angelkauf: Das Vater‑Kind‑Initiationsritual
    Im Warehouse kauften wir eine Angel – Boxingday‑Rabatt sei Dank.

    Beim Regal standen nur Väter mit Kindern:
    – Die einen im Modus „Wir schauen nur“
    – Die anderen mit meinem Gesichtsausdruck: „Hauptsache fertig, gstürm und los.“

    Die Kassiererin lächelte wissend. Vermutlich war ich nicht der erste Vater, der kapituliert hat.

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    🐟 Fischen wie 1995 – nur mit weniger Erfolg
    Beim Fischen fühlte ich mich 30 Jahre zurückversetzt. Damals hatten wir nach fünf Minuten jeweils ein gigantisches Gewürsch in der Spule. Gefangen haben wir meistens Seegras, uns selbst oder gar nichts – weil die Fische unser Geschrei schon von weitem hörten.

    Einige Dinge ändern sich nicht.
    Maxime darf dann mit Äti fischen gehen, wenn wir zurück sind.

    Ein langer, ereignisreicher Tag und wir sind so viele Kilometer gefahren wie noch nie. Jetzt schlafen wir neben dem grössten Kohle‑Gaskraftwerk weit und breit.
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