• Tag 18: Stormy weather

    December 29, 2025 in New Zealand ⋅ 🌧 16 °C

    🌧️ Regen, Regen, nochmals Regen
    Aufgewacht vom sanften Trommeln der Regentropfen auf dem Camperdach – also eigentlich eher vom Presslufthammer‑ähnlichen Dauerprasseln, das uns den ganzen Tag begleiten sollte. Wir haben gerade noch ein Zeitfenster zum Dumpen erwischt, bevor der Himmel endgültig beschloss, sämtliche Ozeane der Südhalbkugel über Taupō auszuschütten.
    Die Stimmung im Camper war entsprechend: ungefähr so turbulent wie die Windböen draussen.

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    🚴‍♀️ Lisa, die Anti‑Radfahrerin des Tages
    Lisa wollte heute nicht radfahren. Punkt.
    Ich habe alles versucht: Charme, Überredung, subtile Manipulation, weniger subtile Manipulation – nichts. Selbst mein Angebot, dem Schnorchel und Taucherbrille hinter her zu schwimmen (ein romantisches Angebot, wie ich finde), wurde abgelehnt.

    Stattdessen entschied sie sich für ihr zweites grosses Hobby: Waschen.
    Für alle, die Lisa nicht so gut kennen: Sie liebt es, unsere Wäsche zu waschen, zu trocknen und zusammenzulegen. Gäbe es eine olympische Disziplin „Laundry Triathlon“, sie wäre Weltmeisterin, Rekordhalterin und mehrfache Olympiasiegerin.

    Und ja, diesen Erfolg hätte sie auch uns Schmutzfinken zu verdanken.
    Ein Paradeexemplar unserer Familie benötigt pro Tag mehr Unterhosen als ein Teenager im ersten Liebesurlaub.
    Ein anderes Exemplar trocknet sich nach dem Schwimmen mit frisch gewaschenen Duschtüchern die Füsse und den kompletten Boden des öffentlichen Schwimmbads.

    Wir züchten jetzt offiziell pazifische Fusspilze.
    Wenn sie irgendwann laufen können, melden wir sie bei „Switzerland’s Got Talent“ an.

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    🍟 McDonald’s – Survival
    Nach dem Waschen wollten wir die Stimmung heben.
    Also ab zu McDonald’s, dem Ort, an dem Kalorien geboren werden.

    Taupō war so überfüllt wie Ischgl beim Season Opening in der Trofana Alm, sobald der DJ die ersten Hits aus der Kategorie „Möbelstücke der 70er“ auflegt und plötzlich alle glauben, sie seien eine Lavalampe.

    Google warnte uns mit „Busy Area“, was in Wahrheit bedeutet:
    „Geh nicht hin, du Idiot.“

    Wir gingen trotzdem.

    Lisa blieb im Waschsalon und trainierte (also: wusch), während wir uns in die McDonald’s‑Hölle wagten.
    Schon beim Betreten wünschte ich mir kurz die COVID‑Schilder zurück:
    „Bitte bleiben Sie zuhause.“
    Ja. Bitte. Alle.

    Dann der Touchscreen.
    Ein Bildschirm, der aussieht, als hätte ein Kindergarten nach dem Schoggifondue darauf herumgetatscht.
    Nach 100 Klicks, 17 „Nein, ich will keine Combo“, 12 „Nein, ich will keinen Sundae“ und 8 „Nein, ich will wirklich KEINEN Good Deal“ war die Bestellung endlich durch.

    Ich bekam keine Quittung.
    Der Mitarbeiter meinte nur: „Wenn Ihre Nummer kommt, holen Sie’s einfach.“
    Aha.
    Ich fühle mich wie ein Schwarzfahrer im Fast‑Food‑Express.

    Hinter mir standen hungrige Gestalten, die aussahen wie Elefanten und Nilpferde im Winterschlafmodus.
    Ein besonders schönes Exemplar atmete mir in den Nacken – warm, feucht, intensiv.
    Ich wich jedes Mal ein Stück nach vorne aus.
    Nach dem dritten Mal stand ich praktisch schon im Fritteusenöl.

    Zum Glück kam meine Nummer.
    Sonst wäre ich heute entweder überrannt oder verzehrt worden.

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    🚗💨 Fahrt nach Napier – Der Wind will uns töten
    Die Fahrt nach Napier war ein Erlebnis.
    Es regnete so stark, dass selbst der Scheibenwischer kurz resigniert hat.
    Dazu Windböen von über 100 km/h, die uns seitlich erwischten wie ein schlecht gelaunter Sumoringer.

    Zum Glück sind die Strassen hier breit.
    Wenn dich eine Böe erwischt, wirst du 3–4 Meter versetzt, aber hey – wenigstens bleibst du noch auf der Strasse und landest nicht im nächsten Kiwi‑Schutzgebiet.

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    🏊‍♂️ Napier Indoor Pool – Unsere Rettung
    Endlich angekommen.
    Ich habe im "bisiwarmen" Wasser gechillt, die Kids haben die Rutschbahn zerlegt, und Lisa trainierte für ihr neues Geheimprojekt.

    Sobald es offiziell ist, erfahrt ihr es hier zuerst.
    Vielleicht habt ihr per PN bei Lisa mehr Erfolg – ich bin nur der Mann, nicht der Pressesprecher.
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