Tag 19 – Pinguin‑Playback and Chess ♟️
December 30, 2025 in New Zealand ⋅ 🌧 17 °C
Heute Morgen, nach einer Nacht, mit wenig Schlaf sind wir aufgestanden – und gleich wieder umgefallen. Der Camper hat sich angefühlt wie eine Tropfsteinhöhle . Trotzdem haben wir uns ins Aquarium von Napier geschleppt, um etwas NMG‑Unterricht zu simulieren.
Zuerst stand die Fütterung der kleinen Pinguine an. Zwei Personen waren involviert:
1. Eine, die kommentiert.
2. Eine, die die Ration verteilt.
Das Gehege war ungefähr so grosszügig wie unser Camper – also eher ein Tiny Home für Vögel mit Smoking.
Die kommentierende Dame war eine Naturgewalt. Sie hat gesprochen wie Marco Fritsche der bei "Bauer ledig sucht" versucht ein Pony mit einem Meerschweinchen zu verkuppeln: ohne Punkt, ohne Komma, ohne Sauerstoffzufuhr. Nach zehn Minuten habe ich Lisa gefragt, ob das eine Mini‑Playback‑Show sei und im Hintergrund einfach ein Band läuft. Ich habe ehrlich erwartet, dass sie wegen akutem O2 Mangel ohnmächtig wird und direkt ins Pinguinbecken kippt.
Trotzdem habe ich zwei Take‑aways mitgenommen:
1. Meine morgendlichen Gesänge:
«Höret jetzt uf stürmä...uuuufstaaaah...äs het gnueg Gipfel für alli...äs wird jetzt gässä und nid i 5 Min. no einisch, nachdem mir alles uufgruumet hei!»
Das nehme ich künftig als Sprachmemo auf und spiele es jeden Morgen ab. Spart Energie, Nerven und Lungenvolumen.
2. Weniger ist mehr:
Von allem, was sie erzählt hat, blieb bei mir hängen:
Pinguine sind schwarz, schön und essen Fische.
Das reicht für die Prüfung.
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🛒 Wassermelonen‑Gate
Nach dem Aquarium ging es weiter zum Einkaufen. Wir sind inzwischen so im Standardprogramm gefangen, dass wir uns selbst recyceln. Gestern Schwimmbad, heute Aquarium – und dann fällt uns auf: Genau das haben wir vor sieben Jahren in exakt derselben Reihenfolge gemacht.
Entweder drängt uns das schlechte Wetter in alte Muster oder unser Gehirn besteht langsam zu mehr als 80 % aus H2O.
Heute haben wir eine grosse Wassermelone gekauft. Beim Einräumen haben wir festgestellt:
Wir hatten bereits eine im Camper.
Der Camper ist nicht gross genug, um zwei Wassermelonen zu verstecken. Eine davon wird uns irgendwann beim Bremsen erschlagen.
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🌫️ Nebel, Delfine und Waterboarding light
Wir sind dann weitergefahren, weg vom Touri‑Trouble in Napier an einen Ort, wo nicht viel läuft – ausser vielleicht Delfine.
Die Nacht war so kalt, windig und nass, dass selbst die Locals gesagt haben: «Jep, das isch jetzt aber scho rächt garstig.» Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass es sich tropisch warm angefühlt hat, obwohl wir eigentlich hätten erfrieren sollen.
Lisa war froh, wieder einmal die Beine zu bewegen, also haben wir sie in den Nebel geschickt zum Rennradfahren. Wir konnten noch nicht darüber sprechen, wie es war, weil die Kinder aktuell sehr needy sind.
Ich bin später rennen gegangen – in absoluter Einöde – und hatte das Gefühl, mit Waterboarding gefoltert zu werden. Nur ohne Brett und ohne CIA, aber mit 100 % Feuchtigkeit.
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🐬 Baywatch im Nebel
Angekommen an einem Ort, den wir wegen des Nebels nicht sehen konnten (im Prospekt war er schön, das muss reichen), standen Lisa und Liina am Strand und haben Delfine gespottet wie zwei Baywatch‑Girls. Es hat nur noch das rote Badekleid gefehlt.
Währenddessen war ich drinnen mit Maxime Schach spielen.
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♟️ Schach, Stolz und Schummeltricks
Ich bin nicht der Vater, der in seinen Kindern sofort Weltmeister sieht, nur weil sie einmal aufs Häfi gemacht haben.
Aber der kleine, schlaue, siebenjährige Fuchs hat mich heute abgetrocknet. Ich habe ihn unterschätzt, und meine offensive Spielweise war ungefähr so erfolgreich wie ein Regenschirm im Orkan.
Als ich dann die anderen Kids herausgefordert habe, kam er immer wieder mit schlauen Ideen. Das muss er von der Mama haben.
Damit ich doch noch einmal gewinnen kann, werde ich – wie gegen Sanna – die Schummeltricks auspacken müssen.
Man muss ja seine Würde irgendwie retten.Read more







Traveler
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