• Tag 34: Wilder Weste(r)n

    January 14 in New Zealand ⋅ ☁️ 12 °C

    🛢️ Der indische Alles‑Bazar mit Windows‑98‑Charme 🤹‍♂️💻
    Bevor wir Richtung Süden aufbrachen, mussten wir noch „kurz“ Geld abholen. Jemand hatte Etu zum Geburtstag Bargeld via Western Union geschickt — eine Geste, die ungefähr so zeitgemäss ist wie ein Faxgerät im Homeoffice.
    Die Filiale? Eine Tankstelle, die gleichzeitig Ice Cream Shop, Chips‑Outlet, Temu‑Restpostenlager und indischer Alles‑Bazar war. Der Besitzer startete seinen Laptop, der eindeutig noch die Jahrtausendwende miterlebt hat. Windows 98 begrüsste uns mit dem Selbstvertrauen eines Systems, das weiss, dass es gleich abstürzen wird.

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    🧾 Bürokratie-Ballett mit Scanner-Drama 🕺📠
    Für die Abholung brauchte es: Transaktionsnummer, Namen, Pass, Führerschein, Blutgruppe, Sternzeichen und vermutlich noch eine Haarprobe. ( So weit kamen wir nicht)
    Der ältere Herr tippte sich durch das System, kämpfte heldenhaft mit dem „ü“ in unserem Wohnort und erreichte nach 45 Minuten den Endgegner: den Scanner.
    Der Scanner wiederum verweigerte jede Kooperation. Der PC erkannte ihn nicht, der Besitzer schwitzte, wir blieben freundlich. Nach 60 Minuten schlug ich den Klassiker vor: Neustart.
    Ich hatte allerdings unterschätzt, dass ein Neustart auf dieser antiken Maschine länger dauert als ein Bond‑Film. Währenddessen bediente er noch Kunden, bastelte einen Fadenschneider zusammen und die beiden Mitarbeiter mampften Chips zusammen.

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    💸 Die ökonomische Tragödie des Tankstellen‑Western‑Union‑Agents 📉😬
    Der Besitzer erklärte uns, dass er von den 8 % Gebühren ( die ca. 20 CHF bei 200 NZD liegt) pro Transaktion genau 1.6 CHF erhält.
    Für zwei Stunden Arbeit.
    Ich glaube, er hat heute realisiert, dass man davon nicht einmal in Indien leben kann.
    Vielleicht schneidet er bald Gärten mit seinem neuen Fadenschneider.
    Wir gingen jedenfalls ohne Geld — aber mit einer neuen Anekdote und vermutlich einem Eintrag auf der Liste der Drogen‑ und Menschenhandelsbehörde.

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    🚴 Highway‑1‑Statistik und Lisas Risikoanalyse 📊🚗
    Weiter ging’s Richtung Süden. Bevor wir Lisa mit dem Rad auf den Highway schickten, machten wir eine kleine Verkehrsstudie: Wie viele Fahrzeuge fahren in fünf Minuten vorbei.
    Familien‑Data‑Science at its best.
    Lisa schaffte es bis Fairlie, bevor die Hochrechnung ergab: „Jetzt wird’s zu gefährlich.“

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    🏕️ Tekapo, NZMCA und die Custodians der Ordnung 🛡️📛
    In Tekapo hatten wir wieder einen NZMCA‑Platz gebucht. Heute wurden wir sogar von zwei Custodians kontrolliert.
    Zum Glück hatte ich vorher noch stolz den Sticker geklebt, die Mitgliedskarte doppelt gesichert und uns im Clubhouse eingeschrieben.
    Die Member‑Sticker wurden inzwischen per Luftpost nach Christchurch geschickt.
    Ich fühle mich jetzt offiziell wie ein Teil der neuseeländischen Camping‑Elite.

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    ❄️ Eisbaden & Podcast am Pistenrand 🎧🧊
    Zum Abschluss sprang ich noch rasch ins eiskalte Wasser.
    Jetzt sitzen wir am Pistenrand, hören Podcast und lassen Tag 34 ausklingen.
    Ohne Bargeld, aber mit reichlich Geschichten.
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