Tag 36: Lazy River
January 16 in New Zealand ⋅ 🌧 11 °C
Heute war einer dieser Reisetage, die sich anfühlen wie ein schlecht gelaunter Wandertag in der Schule: alle müde, niemand weiss warum, und trotzdem passiert genug, um später so zu tun, als wäre es ein Abenteuer gewesen.
Es hat geregnet. Durchgehend. Also ab ins Schwimmbad: 1 Stunde schwimmen, 30 Minuten Lazy River – der einzige Fluss heute, der nicht überteuert war.
Danach Running Store: 30 Minuten ohne Kinder, 300 Franken ärmer. Schuhe aus Mondgestein (für Austronauten), T‑Shirt teurer als bei North Face. Vermutlich Dopamin. Oder Erschöpfung. Oder beides.
Der Pass nach Queenstown war eindrücklich – so eindrücklich, dass wir kurz vergessen haben, wie müde wir sind. Queenstown hat uns dann sofort wieder daran erinnert.
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💸 Queenstown – wo Gastfreundschaft stirbt und Preise leben
Queenstown ist schön. Also landschaftlich. Der Rest ist ein soziales Experiment mit Live‑Publikum.
- Preise, die selbst die Kreditkarte zum Weinen bringen
- Hospitality‑Angestellte wohnen im Camper, weil die Mieten offenbar von Jeff Bezos persönlich festgelegt werden
- In der Badi mehr Düpfli als in Münsingen zu Zeiten des Bademeisters, der zum Glück Geschichte ist
- Stellplätze nur für Leute, die um 14 Uhr schon Handtücher verteilen wie Malle‑Touristen nach einer durchzechten Nacht
- Freedom Camping? Nur wenn du um 20:00 Uhr erscheinst. Oder unsichtbar bist. Wir sind keins von beidem.
Queenstown funktioniert nach dem Prinzip: Survival of the Fittest.
Oder: Wer zuerst kommt, hat recht. Wer später kommt, hat Pech. Wer fragt, wird ausgelacht.
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🍕 Swiss‑Bell‑Resort‑Kino – besser als Netflix
Jetzt sitzen wir vor dem Swiss‑Bell‑Resort, essen Pizza vom Inder (logisch) und beobachten chinesische Reisegruppen beim Einchecken.
Alles durchgetaktet, alle am Handy, alle hinter dem Reiseleiter her wie Küken hinter der Henne.
Und erstaunlich: „Swiss“ zieht hier offenbar genauso wie Schoggi, Käse und Neutralität.
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🏁 Ich habe fertig
Morgen gibt’s wieder Positives.
Zum Beispiel: Wie wir ohne Beschwerden auf den Summit (Ben Lomond) von Queenstown gewandert sind.
Oder zumindest: wie wir es erzählen.Read more



