Tag 39: Barefoot Sherpa
January 19 in New Zealand ⋅ 🌙 14 °C
Wäre ich eine Lampe aus den 70ern, hätte ich einfach weiter vor mich hingeleuchtet. Aber White Berry Lala und Petra Sturzenegger – also die explosive Mischung aus Kinder-DJ-Set und akustischem Familienwahnsinn – haben uns aus dem Milford Sound hinauskatapultiert.
Unsere Kinder haben die Ausfahrt höchstpersönlich musikalisch kuratiert.
Lisa hingegen ist mit dem Rennrad geflüchtet. Vermutlich wollte sie einfach nicht noch eine Minute länger den Soundtrack der Kinder ertragen.
Ich wäre gerne noch eine Woche geblieben – aber Food Support und Dumping Station sind hier so rar wie ruhige Minuten im Camper. Und ich mag ein WC. Selbst wenn es nur das vom Camper ist. Der Longdrop mit Fliegen, Gestank und einem Haufen, der mich moralisch beleidigt hat, ist einfach nicht mein Ding.
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✨ Milchstrasse Deluxe & die Müsli-Galaxie
Bevor wir den Milford Sound verlassen haben, mussten wir natürlich noch Sterne schauen. Lisa konnte kaum warten, bis es dunkel wurde – wie ein Kind vor dem Samichlaus, nur ohne Nüssli.
Ich habe dann, ganz ohne Internet und AI-Halbwissen, eine astronomische Prognose abgegeben und ihr gesagt, wann sie den Wecker stellen soll. Und natürlich meinte ich grossspurig: „Weck mich nur, wenn es sich wirklich lohnt.“
Ich war dann trotzdem wach. Ohne Weckkommando.
Und siehe da: Die Milchstrasse – wunderschön, klar, riesig. So schön habe ich sie noch nie gesehen.
Ausser vielleicht morgens, wenn unsere Kinder die Müsli-Milchstrasse über den Campingtisch verteilen. Das sieht auch wunderschön aus. Nur finden Lisa und ich dieses Kunstwerk heute weniger entzückend als damals, als sie noch Babys waren.
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😵💫 Durchzechte Nacht ohne Alkohol & Generation Z im Tiefschlaf
Nach dieser „durchzechten“ Nacht – so hat es sich jedenfalls angefühlt – waren die Kinder erst spät im Bett und um 1:30 Uhr wieder wach zum Sterne schauen.
Am Morgen waren wir dann fast die Letzten, die den Stellplatz verlassen haben.
Um 9:30 Uhr.
Nur noch die Generation Z ohne Kinder lag im Tiefschlaf.
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🥾 Key Summit: Gipfelrennen, Mini-Blater & Adiletten-Extrembergsteiger
Natürlich gingen wir wandern. Was denn sonst.
Ich könnte hier jeden Tag auf einen Gipfel rennen. Unsere Kinder haben mich am Start angeschaut wie motivierte Arbeitnehmer an einem Montagmorgen um 07:00 Uhr.
Miximax wollte wegen seiner Mini-Blater vom Vortag nicht mitkommen. Die war kaum sichtbar– aber ich habe ihm trotzdem mein legendäres Isone-Abenteuer erzählt:
20 km Lauf mit nicht eingelaufenen Militärschuhen, Rucksack, Hautablösung nach 5 km, weitergerannt, danach eine Woche in Hockeyschlittschuhen gelitten.
Hat ihn null beeindruckt.
Also habe ich verhandelt.
Ich bot an, ihn im schlimmsten Fall auf den Schultern zu tragen.
Früher habe ich das gerne gemacht – als Extra-Gewicht fürs Training.
Heute mögen meine Beine die Kombination aus Rucksack + Maximux nicht mehr so lange.
Janu er hat dann verhandelt, dass er in Adiletten wandern darf.
Und er hat damit Leute überholt.
Ich warte darauf, dass wir in der Zeitung landen:
„Schweizer Familie revolutioniert Bergsport – Adiletten statt Wanderschuhe.“
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💨 Der Milford Sound hält seine Queen fest – und der Gegenwind hilft mit
Ach ja: Der Milford Sound wollte seine Queen offenbar nicht gehen lassen.
Der Weg nach Te Anau war onshore – also Gegenwind.
Natürlich.
Wie könnte es anders sein.
Ps: Ach ja, die Wanderschuhe hatte ich dann völlig umsonst im Rucksack. Mixmax liess sich nämlich nicht tragen – er ist ja kein Baby, sondern ein selbsternannter Hochleistungs-Sherpa mit ausgeprägtem Freiheitsdrang.
Auf dem weiss-rot-weissen Wanderweg wollte er selbstverständlich auch keine Schuhe tragen. Schuhe seien «für Touris», hat er verkündet, während er barfuss über Geröll marschierte.Read more






Traveler
Waaaauuu….😍
Traveler
So schööön