Tag 49: Back to Wanaka
January 29 in New Zealand ⋅ ☀️ 20 °C
Wir fahren wieder nach Wanaka. Nicht, weil wir uns verfahren hätten – wir sind ja nicht die Familie, die mit Google Maps kämpft.
Nein, wir haben uns bewusst gegen die Küste entschieden. Diese feuchte, kalte Luft, die einem ins Gesicht schlägt reicht uns.
Und die Sandflys… Die haben uns inzwischen so oft degustiert, dass ich mich frage, ob wir bald als „Limited Edition Protein Snack“ im Regal stehen.
Die Stiche aus Invercargill jucken immer noch, die Wunden an den Füssen sind so tief, dass man darin problemlos ein kleines Airbnb eröffnen könnte.
Kein Influencer spricht darüber, weil man Sandfly‑Narben nicht als Rabattcodes verkaufen kann.
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🚐 Drei Stunden Fahrt – und Etienne kurz vor dem Fluxkompensator
Die Fahrt nach Wanaka dauerte drei Stunden. Das Gemotze auf den billigsten Plätzen war erstaunlich erträglich, vielleicht weil sie innerlich schon aufgegeben hatten.
Etienne fragt ständig: «Gehen wir jetzt wieder zurück?»
Wohin?
Zurück in die Schweiz?
Zurück auf den Campingplatz?
Zurück ins Jahr 1985?
Der Junge hat den Film nie gesehen, aber ich bin überzeugt, er könnte eine Zeitmaschine bauen.
Material:
- 1 Legoschiff
- 1 Gummiband
- 1 Müesliriegel, der seit drei Wochen in der Hosentasche fermentiert
- 1 Etienne‑Gehirn im Overdrive
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🎧 Podcasts am Pistenrand – oder: Wie man freiwillig ins Koma fällt
Lisa und ich hörten zuerst einen First‑Class‑Podcast, dann den FIS‑Podcast mit Meillard, Odermatt und Sofia Goggia.
Der Podcast war so langweilig, dass ich kurz dachte, unser Handy sei abgestürzt.
Englisch ist halt nicht ihre Muttersprache, und wenn man dann nur noch Standardsätze wie «Oh yes, I overskied that part» oder «So on bla bla» rauslässt, wird’s schwierig.
Mein Englisch ist inzwischen so gut wie mein Französisch – also solide, aber mit eingebautem Chaos.
Besonders, wenn der Ford‑ oder Velohändler plötzlich im lokalen Slang loslegt:
«Ha h hui schau dh hua.»
Ich: «Sorry?»
Er: «Ha h hui schau dh hua.»
Lisa: Schulterzucken.
Ich: «Yes.»
Oder «No thanks.»
Irgendwann erklären sie es dann auf normalem Englisch – und plötzlich macht es klick.
Danke, Woody und Jeffery, für diese spirituelle Erfahrung.
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🌄 Wanaka bei Sonne – und die Kunst, vier Megaphone zu domestizieren
Yes, Wānaka.
Bei schönem Wetter wirklich traumhaft. Und wir haben langsam ein Rezept, wie man vier Megaphone in Menschenform halbwegs kontrolliert:
- Weichkochen im Public Pool – funktioniert besser als jede Erziehungstheorie.
- Love‑Language‑gerechte Begrenzungen – klingt pädagogisch, ist aber eigentlich Bestechung.
- Essen kochen, das sie mögen – Nudeln. Immer Nudeln.
- Campingplatz mit Jumping Pillow und TV‑Room – sonst droht Revolution.
- Real Fruit Ice Cream in Gehdistanz – sonst droht Bürgerkrieg.
- WLAN – sonst droht Apokalypse.
Die grössten WLAN‑Probleme:
1. Passwort länger als 123
2. Signal schwächer als ein Schweizer Politiker vor einer Abstimmung
3. Router steht irgendwo hinter drei Containern und einem Schaf
Wir arbeiten noch am perfekten Mischverhältnis.
Denn falsch gemischt ist die Kombi genauso explosiv wie gar nichts davon.
Und das willst du nicht erleben. Nicht mal als Satire.Read more


