• Tag 50: Tri, Two GO GO...

    January 30 in New Zealand ⋅ 🌙 15 °C

    Die trockene, warme Luft hat uns endgültig verführt – Wanaka bekommt von uns zwei zusätzliche Tage. Wir bleiben also.
    Etienne ist ebenfalls zufrieden. Er weiss zwar nicht genau warum, aber er ist grundsätzlich immer für Verlängerungen, solange niemand „Nomen, Verb, Adjektiv “ sagt.

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    Fanggarantie & Hasenjagd 🎣

    Maxime hat noch eine Fanggarantie beim Fischzüchter offen. Vielleicht lösen wir sie morgen ein.

    Apropos Versprechen: Zu Weihnachten habe ich den Kindern Häsli zugesichert, falls sie einen Monat lang nicht zusammenstürmen.
    Ein Monat.
    Mit vier Kindern.
    Ich weiss nicht, was mich damals geritten hat – vermutlich ein akuter Sauerstoffmangel.Denn wenn sie etwas wollen dann gibt es keine Grenzen.

    Jetzt muss ich wohl auf Hasenjagd. Zum Glück steht im Vertrag nicht, ob die Häsli tot oder lebendig sein müssen. Entlang der Strasse findet man hier Exemplare in allen Verwesungsstufen. Vielleicht kann ich das als „naturnahe Bildung“ verkaufen.

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    Schneckentempo & Familienlogistik 🐌

    Heute Morgen hat uns Lisa aus dem Bett gescheucht, als hätten wir bis Mittag geschlafen.
    Danach ging es im Schneckentempo Richtung Esplanade.
    Langsam laufen ist für mich eine persönliche Folter. Entweder man läuft – oder man sitzt. Aber dieses Mondschritt-Pinguin-im-Kreis-Gewatschel macht mich wahnsinnig.

    Ich versuche dann jeweils, die Herde von hinten anzuschieben oder vorne wegzuziehen.
    Heute: keine Chance.

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    Vom Sportladen zum Immobilienbüro 🏡

    Wir haben es dann doch bis nach vorne geschafft und im Sportgeschäft nach einem Artikel gesucht, der offenbar seltener ist als ein Tag ohne Wind in Wanaka.
    Über Umwege landeten wir schliesslich bei Freddy, der Homepages programmiert, Wetsuits verkauft und vermutlich auch noch Cappuccino macht, wenn man nett fragt.
    Wir wollten aber keine Wetsuits, sondern Trisuits.

    Immerhin: Die Neuseeländer sind unglaublich hilfsbereit.
    Und man erkennt den Unterschied zwischen einem echten Kiwi und einem eingebürgerten Europäer sofort.
    Nicht am Akzent – am Verhalten.

    Suzanne, die Immobilienverkäuferin aus Schottland, war freundlich und hilfsbereit, aber man merkte: Sie arbeitet.
    Der Kiwi hingegen ist entspannt, bis er merkt, dass er 15 Minuten zu spät zum nächsten Termin ist.
    Dann entschuldigt er sich kurz – und bleibt entspannt und erzählt noch 15min weiter.
    Ich glaube, die Uhrzeit ist hier eher ein Vorschlag als eine Information.

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    Open Water Chaos & Delfin-Speed 🏊

    Die Termine hier sind sowieso eher Richtwerte.
    Beim Parkrun war es schon so, und heute beim Open-Water-Swim von Sanna und Lisa wieder.

    Start: 18:00.
    Realität: 18:15 – und noch niemand im Wasser.
    Die Zeitmessung? Auch so ungefähr.
    Alle schwimmen wie Delfine, aber die Zeit gibt man beim Zeitnehmer quasi selbst an.
    „Wie schnell warst du?“ – „Äh… 12 Minuten?“ – „Ja passt, schreib ich so auf.“

    Für die ehrgeizige Familie Allemann natürlich ein innerer Kampf.
    Liina, die Jungs und ich schauten von aussen zu und gaben ungefragt Tipps.
    Sanna machte ein paar Extra-Meter, weil es keine Linien am Boden gab.
    Lisa degustierte den See.
    Beide haben es super gemacht – trotz Chaos, Strömung und familiärer Live-Kommentare.

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    Morgen: Parkrun – oder etwas, das so ähnlich aussieht 🏃

    Morgen geht’s zum Parkrun.
    Die Startliste ist noch nicht gesetzt – aber das scheint hier niemanden zu stressen.
    Uns wahrscheinlich auch nicht mehr lange.

    Ich gehe heute Nacht noch mit den Jungs Linien auf den Boden zeichnen, damit morgen alle gerade laufen.
    Beim Start geben wir dann ungefragt Tipps zum Ein- und Ausatmen, damit niemand Luft schluckt.
    Die Kiwis werden uns lieben.
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