• Tag 57: Waitangi Day

    February 6 in New Zealand ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute haben wir unseren ersten Waitangi Day erlebt. Quasi der 1. August von Neuseeland – einfach ohne Cervelat, ohne Höhenfeuer und ohne Bundesräte, die ihre Rede von 40 Seiten Karteikarten ablesen, während sie mit einer Mimik auftreten, die «frisch gebotoxt» aussieht.

    Hier übernimmt stattdessen die Stadträtin – die aber mehrfach betont, dass es keine politische Veranstaltung sei.

    Der Tag soll das «Gemeinsame» stärken. Gemeint ist die britische Kolonie und das Urvolk der Māori.
    Und offenbar auch die chinesische Community, die ebenfalls eine Bühne bekam.
    Ein schönes Zeichen – auch wenn jede Kultur ihre eigene Show abspulte, wie drei parallele Netflix-Serien, die zufällig am selben Ort gedreht wurden.

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    💃 Kinder-Show: Stepdance oder doch Hobby-Dogging?
    Die Veranstaltung startete mit einer Rede.
    Wäre ich wie die meisten im Gras gelegen, hätte ich vermutlich sofort eingeschlafen.

    Dann kamen die Kinder. Stepdance im Glanzkostüm.
    Als Vater wäre ich sicher stolz gewesen.
    Als Zuschauer sah es eher nach «Hobby» oder «Dog Horsing oder Hobby Dogging oder egal» aus – also dieser Moment, in dem man nicht sicher ist, ob das Kind tanzt oder gerade von einer Biene gestochen wurde.

    Ich musste schmunzeln.
    Nicht aus Schadenfreude, sondern weil ich genau weiss, dass ich selbst aussehen würde wie ein verletzter Flamingo.

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    👵 Chinesische Ü70-Formation – Nagano 98 lässt grüssen
    Dann traten die chinesischen Ü70-Damen auf.
    Ihr Tanz wirkte so einstudiert, als hätten sie ihn seit den Olympischen Winterspielen in Nagano 98 geprobt.

    Nach gefühlten 45 Minuten und mindestens 12-mal «Geit das no lang?» von Etu und Mäxu wechselten sie für die zweite Nummer sogar noch die Kleider.
    Zum Glück.
    Sonst hätte ich den Unterschied in der Choreografie nicht bemerkt.

    Die Musik war anders – der Rest war Copy-Paste.
    Gefilmt wurde das Ganze vom einzigen Menschen im Umkreis von 500 Kilometern, der noch FFP2 trägt.
    Sicherheit geht vor. Man weiss ja nie, was so ein Tanz an Aerosolen freisetzt.

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    🗣️ Mehr Reden, mehr Bla Bla – und dann endlich Haka
    Nach weiteren Reden über Zusammenhalt, Einheit und «wir sitzen alle im selben Kanu» (tun wir nicht), war ich kurz davor, selber zu jammern.

    Dann endlich: der Haka.
    Die Schüler verschiedener Klassen traten auf – und plötzlich war die Energie im Raum.

    Der Tanz ist wirklich eindrücklich und die Jungs gingen voll rein.
    Die blauen Flecken morgen sind garantiert. (Siehe Video)

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    🧿 Basar: Firlefanz, Hanftropfen & Klangschalen gegen Kinderlärm
    Nach dem kulturellen Teil ging es durch den Basar.
    Praktisch der gleiche Firlefanz wie bei uns – einfach mit mehr Hanfprodukten.

    Für Schlafprobleme gab es Hanftropfen.
    Ich hätte fast ein Fläschli gekauft.
    Nicht für mich – für die Kinder.
    Aber ich wollte nicht riskieren, dass sie plötzlich zu entspannt werden und wir sie nie mehr vom Boden kriegen.

    Dann gab es noch Arnika-Kügeli, Klangtherapie und Breathwork.
    Hilft sicher – aber nicht bei unserer Rasselbande.

    Heute Morgen haben zwei Rentner-Nachbarn sogar ihren Stellplatz gewechselt, weil es zu laut war.
    Beim nächsten Mal sage ich einfach:
    «Die Jungs üben für den Haka und die Girls fürs Hobby-Dogging.»
    Dann nicken alle verständnisvoll und fühlen sich kulturell bereichert.
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