• Tag 58: Saturday is parkrun day

    February 7 in New Zealand ⋅ ⛅ 14 °C

    Immer noch dieselben 5 km, immer noch dasselbe Vorgehen – nur der Park wechselt. Und jedes Mal staune ich, wie gut das Volunteering in Neuseeland funktioniert. Menschen, die freiwillig früh aufstehen, freundlich sind und nichts dafür wollen. Ein Konzept, das bei uns in der Schweiz langsam in die Kategorie Mythen & Sagen fällt.

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    🏒 Erinnerungen an die Randsport-Ära
    Ich denke oft an meinen ersten Inlinehockey-Club zurück. Eine Sportart so weit am Rand, dass man sie eigentlich schon hätte einpacken können. Dort halfen alle mit Begeisterung – bis man merkte, dass es immer dieselben waren, die den Karren zogen. Und irgendwann war dann eben Schluss.

    Von 14 bis 25 habe ich in diversen Vereinen geholfen und mir damals geschworen: Ich trainiere nie meine eigenen Kinder. Nicht wegen den Kindern – wegen den Eltern. Der Ehrgeiz mancher Mütter und Väter war ein Lehrstück in pädagogischer Fehlinterpretation. Der Tiefpunkt: U9-Eltern, die pro Tor fünf Franken auszahlten. Ein Bonusprogramm für Minderjährige.

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    💼 Verein oder Businessmodell – die Schweizer Frage
    Heute sind unsere Kinder in mehreren Vereinen, und die Trainer machen einen hervorragenden Job. Trotzdem spürt man in der Schweiz die Tendenz Richtung „Verein als Business“. Helferstunden an Festivals für 20 Franken die Stunde abarbeiten – ein Witz für alle Beteiligten.

    Ich weiss noch nicht, ob ich bei diesem Thema eher SVP oder SP wählen soll. Die Grünen sind seit dem Rundflug jedenfalls aus dem Spiel.

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    🥇 Parkrun-Rekorde und kleine Wunder
    Zurück zum Wesentlichen: Parkrun-Rekorde.
    Liina lief heute eine 21:33 und war mir dicht auf den Fersen. Laut Parkrun-Mail wäre das in Neuseeland bereits nationales Kaderniveau für Mädchen 11–14. Und das, obwohl sie in keinem Leichtathletikverein ist.

    Sie hat Talent, sie hat Freude – jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich ihr beibringe, dass Sprachen Türen öffnen. Dani Vauqin sagte mal: Eine Fremdsprache ist wie ein Beruf – drei Jahre investieren, und du hast etwas fürs Leben.

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    🏄‍♂️ Surfen & Waschmaschinen-Feeling
    Nach dem Lauf ging’s an den Strand. Ein perfekter Samstagmorgen: ein paar Kiwis, ein paar Wellen, ein paar Gespräche. Ich habe Lisa später das Waschmaschinen-Feeling beschrieben. Sie meinte, sie müsse das unbedingt auch noch ausprobieren.

    Wie ich Lisa kenne, nimmt sie dann die Liquid-Laundromat-Karte gleich mit aufs Surfbrett.

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    🐄 Etienne und die Rückreise-Frage
    Etienne fragt immer öfter, wann wir zurückfahren. Die Anfangseuphorie hat etwas nachgelassen. Ausser er sieht Kühe oder einen John Deere – dann schreit er auf, als hätte ich gerade einen Radfahrer überfahren.

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    💣 Maxime – die menschliche Tischbombe
    Maxime ist bald mit dem Schulstoff durch und emotional wie kognitiv unterfordert. Er trainiert nun intensiv daran, seine Geschwister noch effizienter zu provozieren.

    Stellt euch eine Tischbombe vor. Jetzt stellt euch vor, jemand kürzt die Zündschnur. Das ist Maxime.

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    🔥 Sanna – 14 Jahre alt, 28 Jahre Energie
    Sanna wird langsam ruhiger und vernünftiger – also für eine 14-Jährige. Ihre Strähl-Kompetenzen sind jedenfalls auf nationalem Niveau.

    Aber wehe, am Morgen berührt das falsche Bein den heiligen Camperboden. Dann heisst es: run fast if you can.
    Vielleicht ist das Liinas Geheimnis: einmal von Maxime gezündet, dann von Sanna verfolgt – das gibt schnelle Beine.

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    🧘‍♀️ Lisa – Fitness & Chill-Faktor
    Lisa arbeitet am Fitnesslevel und sorgt für den Chill-Faktor. Bald ist sie wohl im nationalen Kader diverser Sportarten: Radeln, Running, Swimming – und neu auch Dumpen und Waschen.
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