• Tag 59: Welcome to the jungle

    February 8 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    Gestern nach Redaktionsschluss wollten Lisa und ich die Zeit bis Mitternacht überbrücken, um die Abfahrt zu schauen.
    Die Idee: Hütten‑Geschichten auf SRF.
    Die Realität: Wir sind eingeschlafen, bevor die Hüttenwärte überhaupt die Kaffeemaschine angeworfen hatten.

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    🏔️ Die Hüttenwärte: authentisch. Die Moderation: weniger.

    Ich mag das Format. Wirklich. Diesmal das Format Spezial.
    Die Hüttenwärte sind authentisch, direkt, manchmal unbeabsichtigt philosophisch.
    Gestern beschwerte sich einer über Hobby‑Vegetarier und die Intoleranzen der Gäste.
    Einfach gesagt, aber präzise.

    Was mich zunehmend irritiert, sind die Moderatoren.
    Früher war es Nik Hartmann. Schon bei ihm fragte ich mich gelegentlich, was er in den Bergen macht.
    Wenn es mehr als einen Bergführer braucht, ist es für niemanden gut.

    In der neuen Staffel ist nun ein Pausenclown unterwegs, der für andere Formate sicher funktioniert, aber nicht für dieses.
    Man sieht ihm an, dass er keine Skitourenerfahrung hat — sowohl beim Aufstieg als auch bei der Abfahrt.
    Es wirkt, als würde er die Berge zum ersten Mal in HD sehen.

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    🎤 Die Endgegnerin

    Neu dabei ist eine ehemalige Glanz & Gloria‑Moderatorin.
    Sie sieht gut aus, das kann man sagen.
    Outdoor‑Erfahrung: unklar.
    Skitouren‑Erfahrung: nicht vorhanden.
    SRF scheint das inzwischen auch gemerkt zu haben und fliegt sie nun per Gondel, Helikopter oder neuerdings Flugzeug auf die Gletscher.

    Was man damit bezwecken will, weiss ich nicht.
    Vielleicht soll es modern wirken.
    Vielleicht soll es niemand merken.
    Vielleicht ein Grund weshalb niemand mehr Billag bezahlen wil.
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    🧀 Das Walliser Plättli, das nie kam

    Zum Abschluss hat mir Lisa gestern noch etwas Speck ums Maul gestrichen.
    Sie meinte plötzlich:
    „Du, ein Walliser Plättli wäre jetzt super.“

    Mir lief das Wasser im Mund zusammen.
    Ich sagte: „Ja, gerne.“

    Passiert ist nichts.

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    🏔️ Weiterfahrt über die optimistische Infrastruktur (Arthur Pass)

    Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Westen. Die Strasse wirkte wie ein Kompromiss zwischen Naturgewalt und menschlichem Vertrauen.
    Brücken, die hoffentlich noch ein Auto tragen. Hänge, die hoffentlich noch stehen.
    Der wöchentliche Ghüdertransport muss hier mit einer gewissen Grundgelassenheit unterwegs sein.

    Wir kamen durch. Die Bremsen waren dankbar.

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    🌿 Mount Te Kinga: Zoologische Zwischenformen

    Am Lake Brunner gingen wir auf den Mount Te Kinga. Vier Stunden Urwald.
    Wir verwandelten uns unterwegs in verschiedene zoologische Kategorien: Affen, Faultiere, Übergangsformen.

    Lisa hingegen entwickelte einen inneren Lindsey‑Vonn‑Modus.
    Sie suchte die Falllinie, obwohl es keine gab.
    Wir anderen versuchten mitzuhalten, scheiterten aber an der Realität des Gefälles und an Lisas Tempo.

    Ich bin gespannt auf die Abfahrt. Vermutlich schlafe ich ein und erfahre das Resultat morgen.
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