• Tag 61: Go for Gold Nuggets

    February 10 in New Zealand ⋅ ⛅ 21 °C

    Lisa und ich haben uns gestern so wund gedacht, dass Google schon Mitleid hatte.
    Wir haben diskutiert, philosophiert – und dann trotzdem keine Plan für die nächsten Tage gehabt.
    Heute Morgen war’s wieder gleich weit.
    Ich habe dann gesagt: „Jetzt fahren wir.“
    Und wenn mein innerer Geist sagt „Wir fahren“, dann ist fertig lustig.
    Egal, ob jemand noch auf dem WC sitzt, die Socken über dem Spiegel hängen oder ein Kind gerade versucht, die Zahnbürste in die Lüftung zu stopfen.

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    🐌 50 km/h Richtung Nelson – nicht aus Müdigkeit
    Die Strasse war in einem Zustand, den man diplomatisch als „historisch“ bezeichnen könnte.
    Also tuckerten wir mit 50 km/h Richtung Nelson, während Maximux bereits nach 30 Minuten wieder Sandwiches bestellte.

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    🌉 Die Hängebrücke – 12 Dollar Schmerz, 50 Cent Hoffnung

    Kurz vor Murchison tauchte eine Hängebrücke auf.
    Ich dachte: „Nur rasch rüber.“
    Dann sah ich den Preis: 12 Dollar pro Person.
    Ein absoluter Abriss.
    Aber für 50 Cent mehr gab’s Schürfpfannen zum Goldwaschen.
    Und da war ich natürlich sofort dabei – schliesslich bin ich mental längst Teilzeit‑Mitarbeiter bei Parker Schnabel.

    Die Frau am Eingang meinte, wir sollen uns „sandfly‑konform“ anziehen.
    Auf den Fotos sieht man gut, wie unterschiedlich man das interpretieren kann.

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    🧥 Fashion Week Murchison – die Kollektion „Survival Chic“
    Lisa hat ihre schönen Hosen angezogen – vermutlich ein asiatisches Tarnkostüm.
    Vielleicht hat sie TikTok‑Videos gemacht, ich habe mich nicht getraut zu fragen.
    Sanna in Schwarz, die neuste Modefarbe in Paris, Haare dank Mama heute besonders schön.
    Liina sah aus wie ein Vagabund, der gerade die Wäsche im Fluss wäscht.
    Etienne wie ein Biker, der sich verfahren hat.
    Und Maximux hat gedacht: Scheisse auf Sandflys, oben ohne, 30 Grad gefühlt, Wasser 25 Grad – rein da.

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    🏺 Goldfieber – oder: Wie man in 2 Stunden zum Seehund mutiert
    Die Frau meinte, es gebe „viel Gold“ und „nicht weit eine kommerzielle Operation“.
    Ich habe innerlich schon meinen Rücktritt aus dem Arbeitsleben vorbereitet.
    Die Kinder waren sofort im Goldrausch – offenbar muss ich beim Wandern künftig einfach sagen, es gebe Gold.
    Dann rennen sie wie olympische Athleten.

    Ich begann ganz bedacht, wie ein Profi.
    Nach 20 Minuten war ich bereits auf allen Vieren im Sand, halb Mensch, halb Seehund.
    Lisa fand, der Moment der öffentlichen Demütigung sei erreicht, als ich mit dem Gesicht im Bach lag und „Ich spüre Nuggets!“ murmelte.

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    ✨ Das Resultat – 50% Gold, 50% Enttäuschung
    Als wir die Pfanne abgaben, meinte die Frau:
    „Nicht schlecht fürs erste Mal.“
    50% davon war aber Katzengold.
    Also doch weiterarbeiten.

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    🏃‍♂️ Nachschwitzen und ein neuer Freund
    Nach dem Schürfen sind Lisa und ich noch rennen gegangen – quasi der Belpberg von Murchison.
    Und meinen Vertrag mit dem Häsli habe ich auch eingelöst.
    Es ist ein Weka.
    Er heisst Lapi.
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