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  • Day206

    Nationalpark Gandoca-Manzanillo

    April 5 in Costa Rica

    Heute ist Daniels Geburtstag und wir haben ein wundervolles Programm vor. Nach einem sehr frühen Geburtstagsfrühstück in unserem Dschungelgarten fahren wir mit dem Bus nach Manzanillo, einem kleinen Küstenörtchen südlich von Puerto Viejo. Der Ort ist nach der Sorte Apfelbaum benannt, die hier am Strand wächst. Luis und Edgar sind die Guides, die uns heute durch den Nationalpark Gandoca-Manzanillo führen und sie überschlagen sich fast vor Informationen. Luis erzählt noch von den sieben verschiedenen Kokosnusssorten, da zupft Edgar schon wieder irgendwelche Blättchen von irgendeinem Busch. Blatt gegen Moskitostiche. Blatt zum Teekochen. Blatt, das wie ein Klettverschluss an Charlys Tshirt kleben bleibt. Blatt als Klopapier (sogar mit natürlichem Frischeduft und geschmeidig wie Seide). Blatt gegen Zahnweh. Blatt als Schmuck.
    Wir kommen kaum hinterher, alle Früchte zu probieren, alle Blätter anzufassen, Spinnennetzen auszuweichen, Schlangen und Giftfrösche zu spotten. Die zwei Jungs sind absolute Moglis, Dschungelboys. Vor lauter Stolz auf ihren Urwald funkeln ihre Augen beim Erzählen, Erklären und Zeigen. Dschungeltour mit allen Sinnen!
    Sie berichten, dass es in Costa Rica 143 Schlangenarten gibt. Zwei wunderschöne Exemplare davon bekommen wir sogar zu Gesicht.
    Mich faszinieren am allermeisten die kleinen Giftfrösche in den knalligsten Farben. Sie heißen Dart Frogs, weil die indigenen Völker deren Gift für die Pfeilspitzen verwendeten.

    Als wir weit oben im Baum ein Faultier sehen, erklärt Edgar, dass
    3-Finger-Faultiere zwischen 18 und 20 Stunden am Tag schlafen. Wenn die Weibchen „reif“ sind, pfeifen sie und die Männchen können das Kilometer weit hören. Nach dem Motto: „Warte, ich komme! Dauert nur ein bis zwei Tage!“ pfeifen die Männchen zurück. Der „Schnellste“ darf sich dann paaren. Die Frau gibt also den Ton an. Find ich spitze :)

    Was für ein interessanter Ausflug durch den Dschungel! Zugeschlammt und nassgeschwitzt gönnen wir uns Rum aus der Kokosnuss und ein lecker Fischmittagessen in einer Soda (so werden in Costa Rica die Local-Restaurants genannt) und schlummern danach am Strand weg. Leider verpassen wir dann auch den letzten Bus heim nach Puerto Viejo. Vielleicht war es doch eine Coco-Loco zuviel am frühen Mittag :) Pura Vida!

    Schnitt. Vier Stunden später. Wir laufen im Stockdunkeln den Strand von Gandoca ab. Kein Licht. Keine Geräusche. Kein hartes Auftreten.
    Warum? Wir sind auf der Suche nach der größten Schildkröte der Welt - der Lederrückenschildkröte.
    Wir befinden uns gerade am Anfang der Saison, in der diese faszinierenden Tiere an den Strand ihrer eigenen Geburt zurückkehren, um ihre Eier in den Sand zu legen. Ein Wahnsinnsspektakel, wenn man bedenkt, dass diese Schildkröten einen bis zu 2.5 Meter langen Panzer haben und bis zu 700kg wiegen können. Wir laufen und laufen und laufen im Gänsemarsch.
    Und trotz Felix dem Glücklichen im Gepäck soll es uns heute nicht gegönnt sein, diese Riesen zu sehen. Dafür erleben wir ein anderes Highlight: leuchtendes Plankton, das vom Meer angeschwemmt wird. Bei jedem Schritt leuchtet der Sand, es fühlt sich an, wie auf einem Sternenhimmel zu gehen. Magie!

    Muchas Gracias liebe Naturschönheit Costa Rica für diese fantastische tierreich-kunterbunte Zeit an deiner Karibikküste. Wir sind schon sehr gespannt, wie du dich uns am Pazifik präsentierst!
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