Moldau-Klöster #1: Humor und Arbore
May 29 in Romania ⋅ ⛅ 11 °C
Der Tag beginnt mit einer einfachen Formel: gutes Wetter + gutes Frühstück = gute Laune. Stimmt bei uns fast immer 😁
Zur guten Laune trägt heute Morgen allerdings auch bei, dass wir uns auf diesen Tag freuen, der unter dem Motto steht "Fünf auf einen Streich", nämlich die fünf Moldau-Klöster Humor, Arbore, Putna, Sucevița und Moldovița.
Ich hatte gestern schon gesagt, dass ich mir Faktenbesserwisserei zu den Klöstern spare, weil das Internet das alles besser weiß. Dabei bleibt es auch - aber eine klitzekleine Einleitung zu den Moldau-Klöstern bekommt ihr doch 😉
Die Moldau-Klöster liegen in der (südlichen) Bukowina, also im Nordosten Rumäniens nahe der Grenzen zur Ukraine und zu Moldau. Heute kennt man ca. 40 dieser Klöster, deren Gründungen im 15. und 16. Jahrhundert maßgeblich auf Stefan den Großen und dessen Nachfolger zurückgehen.
Viele der Klöster sind außen bunt bemalt mit biblischen Geschichten. Die finden sich auch innen und sind Hilfe für das des Lesens unkundige Volk. Die Außenmalereien, so vermutet man, entstanden, weil die Kirchen zu klein waren und deshalb viele den Gottsdienst draußen mitfeierten. Die enorme Haltbarkeit dieser Wandmalereien ist bis heute Forschungsgegenstand. An den Nordseiten haben Wind und Wetter meist viel zerstört, an den Südseiten ist viel erhalten.
Acht der Moldau-Klöster sind UNESCO Weltkulturerbe (wobei wir die Auswahl in Teilen schräg fanden, aber dazu später).
So - und jetzt endlich mal zu den Klöstern selbst!
--- Mănăstirea Humor ---
UNESCO Weltkulturerbe
Wir starten mit dem Kloster Humor, das nur knapp zehn Fahrminuten von der Vila Boem entfernt liegt. Wie groß wohl der touristische Andrang sein wird? Wir sehen zu, dass wir gegen neun Uhr dort sind, darauf hoffend, dass dann noch nicht so viel los ist.
Im Nachhinein eine lustige Idee. Es ist genau niemand! außer uns da.
Verstehen können wir das nicht, aber wir mögen es 🙃 Nach uns kommen zwei weitere Touristen, als wir später gehen, sind es insgesamt vielleicht ein Dutzend.
Die Anlage hier ist deutlich kleiner als in Voroneț; die Besonderheit ist der Glockenturm, der neben dem Kloster steht. Kloster Humor gefällt uns gut und im Vergleich mit den Außenmalereien in Voronețs verstehen wir jetzt auch besser, warum das dort verwendete Blau etwas Besonderes ist.
Wir hegen den Verdacht, dass die Anlage erst kürzlich renoviert wurde. Ein Verdacht, der uns auch in den nächsten Klöstern brschleicht - und der sich als richtig erweisen sollte. Puh, Glück gehabt. Hinter Baugerüsten hätten wir die Klöster nicht gemocht!
--- Mănăstirea Arbore ---
UNESCO Weltkulturerbe
Der Auftakt unserer Klöstertour war schon mal prima. Als nächstes steht Arbore auf der Liste. Und da wird es schräg ...
Wir hatten schon gelesen, dass Arbore selten besucht wird und es sein kann, dass man die Kirche erst aufschließen lassen muss. Was wir erwarten, ist der typisch rumänische "Ruf mich an"-Zettel an der Tür. Da hängt aber nix. Da ist einfach zu. Closed. Închis. Weltkulturerbe, sage ich da nur.
Wir stehen kurzzeitig etwas bedröppelt da. Wie gut, dass der Friedhof von Arbore direkt an die Kirche anschließt. Auf dem sind nämlich gerade ein paar fleißige Arbeiter zu Gange. Wir spazieren also 50 Meter weiter durch das Friedhofstor, ignorieren die irritierten Blicke und schauen uns die Kirche von Arbore zumindest von außen an.
Eine eher kleine Kirche, der auch die für die meisten Klosterkirchen typische Kuppel fehlt. Eine umgebende Mauer gibt es auch nicht (mehr?). So verlassen und direkt an der Straße gelegen, hat Arbore - zumindest für uns - wenig Reiz und Charme. Die Lage direkt am Friedhof hingegen finden wir leicht skurril.
Hier hat sich uns schon die Frage gestellt, warum das UNESCO Weltkulturerbe ist.Read more

















