• Trister Start, fröhliches Ende

    May 31 in Romania ⋅ ☁️ 22 °C

    Der Tag startet brummelig. Draußen regnet es. Grau. Petre hat geantwortet. Fully booked, keine Chance auf Verlängerung. Mehr Grau, mehr Brummeln.

    Aber nicht mit mir. Dann ziehen wir in Crişan für die eine Nacht halt nochmal um. Ich hatte beim Planen der Tour neben Petre auch die Casa Călin im Auge gehabt; beide Unterkünfte liegen keinen Kilometer auseinander. Ich suche mir die Mailadresse raus und frage nach einem Zimmer.

    Die Antwort? Ratet mal. Ruf mich an. Please call me 🤣 Hey, die Rumänen lieben es, angerufen zu werden.

    Erst einmal suchen wir uns morgens aber in Băcau einen netten Coffeeshop zum Frühstücken. Das klappt trotz pfingstsonntäglichem Verkehrschaos prima (die orthodoxen Feiertage sind versetzt zu unseren). Und mit gutem Kaffee und leckerem Bananenbrot steigt bei den Schaubes auch die Laune.

    Wir haben keine Lust auf Abstecher und steuern direkt die Casa Miralago an. Was für eine grandiose Entscheidung 😁 Erst einmal biegen wir allerdings in eine Sackgasse ein und stehen vor einem verschlossenen Tor. Die Rumänen haben es nicht so damit, vor ihren Sehenswürdigkeiten oder Unterkünften Schilder aufzustellen. Aber die etwa zehn Zentimeter große Plakette sagt "Casa Miralago". Wir klingeln. Nichts passiert.

    Was haben wir gelernt? Rumänen wollen angerufen werden. Mache ich und habe Maria dran. Ach, wir seien da? Ja dann würde sie uns mal das Tor öffnen. Macht sie auch. Wir beziehen ein hübsches Zimmer mit Blick auf den See. Hier kann ich auch in Ruhe mit John von der Casa Călin telefonieren: Tschakka, wir haben ein Zimmer für die Verlängerungsnacht im Donaudelta.

    Maria schickt mir währenddessen per WhatsApp schon mal die Karte fürs Abendessen. Wir suchen aus und chatten zurück 😆 Es ist echt witzig, aber auch mega praktisch: Das Grundstück ist weitläufig, Maria irgendwo unterwegs - eine kurze Nachricht und sie kümmert sich 👍🏼

    So kommen wir auch zu einer Flasche Wein, die wir auf der Terrasse trinken wollen. Ein gechillter Nachmittag. Maria, der Engel, erträgt es aber nicht, dass wir zum Wein nichts essen. Sie bringt uns "einen kleinen Snack". Wir lieben Maria, die so nett um uns herumwuselt, einfach gute Laune verbreitet und offenbar unsere Gedanken lesen kann. Und die uns, warum auch immer, ebenfalls in ihr Herz geschlossen hat. Was beim Abendessen später dazu führt, dass die Nachtischportion etwas größer ausfällt 😋

    Damit hätten wir nicht gerechnet. Somova war nichts weiter als ein Zwischenstopp auf dem Weg ins Delta. Die Casa Miralago tatsächlich eher eine Notlösung, weil ich in der Gegend nicht wirklich fündig geworden war. Und jetzt fühlen wir uns hier pudelwohl und fragen uns, warum wir hier nur eine Nacht sind ...
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