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  • Day16

    21.06.19

    June 21, 2019 in Botswana ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute stehen wir bei Sonnenaufgang auf. Wir müssen ganz früh los, denn es liegt ein schwieriger Weg vor uns. Streckenmäßig sind es zwar nur knapp über 230 km, doch die Piste soll sehr anstrengend und äußerst schwierig zu befahren sein.
    Carsten und Birgit reisen heute zurück nach Omaruru, das heißt von einem Bruder mit Frau müssen wir jetzt schon Abschied nehmen. Wie viele Jahre wird es wohl dauern, bis wir die Beiden wiedersehen? 😪
    Um 8.00 Uhr verlassen wir das Maghoto Camp und sind alle gespannt, ob wir unser Tagesziel heute erreichen. Mehrere von Kais Bekannten haben gemeint, das sei niemals zu schaffen.
    Wir werden es sehen......und hoffen alle, dass es klappt. Ansonsten müssen wir irgendwo im Busch übernachten. 😬
    Die Sandpiste ist sehr ausgefahren, es gibt tiefe Spurrillen und riesige Löcher. Das Fahren erfordert 100 prozentige Konzentration vom Chauffeur. Immer wieder setzen wir mit dem Boden des Fahrzeugs auf. Viktor muss vor den besonders tiefen Löchern fast bis auf Null abbremsen und in den 1. Gang herunterschalten. Auf der holprigen Sandpiste, die Wellblech genannt wird, schüttelt es den Wagen so durch, dass wir Angst haben, er fällt auseinander.
    Die Landschaft links und rechts neben dem Weg ist trockene Buschsavanne. Mehrere Male sehen wir ganz frisch getretene Löwenspuren. Wer weiß, wie viele von den Tieren hier direkt neben uns im Gras hocken. Doch Viktor weigert sich, sein Fenster hoch zu kurbeln. Er meint, die springen schon nicht ins Auto. 😬🦁
    Beim Ausweichen für einen entgegenkommenden Jeep fahren wir uns fest, und der Wagen droht umzukippem. Über Walky Talky senden wir mehrere SOS Rufe ab, doch Kai ist inzwischen außer Reichweite. Also steigen Jonas, Nelly und ich aus; Viktor dreht volles Gas an. Erst sieht es aus, als kämen wir nicht mehr weg. Doch mit Schaukeln, Drücken, Schieben, Vollgas, Untersetzung und anderen Tricks jagt unser Fahrer den Wagen schließlich vom Hügel hinunter zurück auf die Piste. Das hätte uns jetzt gerade noch gefehlt, hier festzuhängen!
    Um 13.30 Uhr legen wir eine kurze Lunchpause ein. Jonas hat ziemliche Probleme mit seinem Rücken, und wir tauschen die Plätze. Der Beifahrersitz ist wesentlich besser gefedert. Mal sehen, ob er damit besser zurecht kommt.
    Indes wird die Pad immer schlechter ( ist das überhaupt noch möglich?!), zeitweise benötigen wir 4 bis 5 Minuten für 1 Kilometer!!!!
    Und immer noch liegen 40 km vor uns. Das wird mehr als knapp!
    Die Landschaft wird zunehmend trocken und herber.
    " Da rechts, das ist ein Flaschenbaum ", bemerkt mein Mann. " Und da hinten laufen Springböcke über den Weg ". Hmmm, die kamen eindeutig von ganz links. 🤔
    " Ah, Kai ist wieder hinter uns !" Oh, unser Viktorchen. Er hat wieder seinen berüchtigten 360 Grad Blick eingeschaltet und läuft zu Hochformen auf. Während wir alle - außer Kai - schon ein bisschen Panik schieben, kommt bei ihm der Spaß erst richtig auf. Ich kenne es noch zu gut aus Südamerika . Doch bin ich dieses Mal nicht alleine, sondern habe mit Nelly, Jonas und Karola Verstärkung an meiner Seite. Wie beruhigend!
    Um 16.45 erreichen wir wirklich und wahrhaftig die Asphaltstraße. Selbst Karola hatte zwischenzeitlich daran gezweifelt. Der Einzige, der nicht ganz glücklich, sondern sogar ein wenig enttäuscht ist, ist Viktor. In unserem Führer steht, dass genau diese Strecke extremes fahrerisches Geschick erfordert. Das haben Kai und Viktor heute auf jeden Fall bewiesen.
    Um halb sieben, es wird gerade dunkel, erreichen wir unser Camp. Was für ein Glück, dass es geklappt hat. Und was für ein Traum. Dieser wunderschöne Platz entschädigt uns mehr als genug für alle Strapazen und Ängste.
    Wir sind überglücklich.
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