- Show trip
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- Day 32
- Wednesday, August 31, 2022 at 3:10 PM
- ⛅ 19 °C
- Altitude: 58 m
South AfricaMtubatuba28°9’34” S 32°17’11” E
Zuckerrohr und Cape Vidal
August 31, 2022 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C
Montag, den 29.8.22 verlassen wir Salt Rock bei Durban in Richtung Norden.
Das Wetter ist heute äußerst trüb, regnerisch und überhaupt nicht freundlich. Aber es kann ja auch nicht jeden Tag die Sonne scheinen. 🌞
Als wir an der Rezeption vorbeikommen, lässt es sich der Manager und Bademeister nicht nehmen, nach Viktors Befinden zu fragen.
Er erzählt uns, dass er gestern morgen um 8 Uhr ein Special Model Foto Shooting arrangiert hatte, um meinen Mann von seinen Schmerzen abzulenken und so eventuell den Genesungsprozess ein wenig zu beschleunigen.
Leider lagen wir zu der Zeit noch im Camper, und Viktor hat die Show leider komplett verschlafen. Was für eine Enttäuschung!
Zum Abschied wünscht der Manager/ Bademeister uns alles Gute für die Reise und gibt Viktor noch den Ratschlag von Mann zu Mann mit auf den Weg: " Always be aware of the two leg dolphins" - was immer er auch damit gemeint haben mag. 🤣
Die Landschaft, durch die wir fahren, ist wunderbar grün und weit, und es gibt Zuckerrohrfelder so weit das Auge reicht.
Im Juli, dem kältesten Monat des Jahres, beginnt hier die Zeit der brennenden Zuckerrohr-Felder. Was aussieht wie verheerende Waldbrände, ist in Wahrheit die ganz normale Ernte: 90 Prozent der Felder in der Gegend werden früher oder später abgefackelt, um möglichst schnell die unnützen Teile der Pflanze loszuwerden und die süßen Stiele besser schneiden zu können. Deshalb hängen oft riesige, graue Rauchschwaden über der Landschaft.
Wir beobachten Männer am Straßenrand, die stundenlang auf den süßen Rohren kauen.
Oft bildet cane cutting die einzige Grundlage, um ganze Familien zu ernähren.
Die großen Farmen sind meist in weißer Hand, und die gesetzlich festgelegten Mindestlöhne für Farmarbeiter (ca. 185 US Dollar pro Monat) werden längst nicht überall bezahlt.
Die Hauptverwendungszwecke von Zuckerrohr sind
Zuckergewinnung und Alkoholherstellung.
Der Großteil der Pflanze wird noch vor Ort zu Zucker verarbeitet. Hierfür zerkleinert oder mahlt man die Stangen und presst sie aus, um ihnen die zuckerhaltige Flüssigkeit zu entziehen. Dieser süße Saft wird mehrfach ausgekocht, bis sich der Zucker herauskristallisiert.
Der zweite Verwendungszweck ist die Herstellung von Rum aus Melasse. Zuckerrohr
ist für den Rum als einziger zugelassener Rohstoff unverzichtbar.
Für seine Erzeugung sind vor allem die Halme vom Zuckerrohr von Bedeutung, bei denen
Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht werden.
Ohne Zuckerrohr gäbe es keinen Rum, so einfach ist das!
Um 16.00 Uhr erreichen wir den ISimangaliso Wetland Park, wo wir uns am Eingang ein Permit für 2 Tage ausstellen lassen.
Obwohl der Park ziemlich zugewachsen ist, erblicken wir auf dem Weg zu unserem Camp Cape Vidal ein paar Zebras, Warzenschweine, Büffel und 2 Nashörner, die unserem Wagen gefährlich nahe kommen.
Leider verschlechtert sich das Wetter zusehends, und so hat unsere allabendliche Friererei immer noch kein Ende.
Karola und ich haben uns durch die ständigen extremen Wetterschwankungen eine fiese Erkältung zugezogen, der wir mit Inhalieren, Globulis, Hustensaft und Tabletten versuchen, zu Leibe zu rücken.
Deshalb wollen wir auch am nächsten Tag nicht mit den Männern zum Schnorcheln am Campingplatzeigenen Riff losziehen. Doch wir verpassen nicht viel, nach einer Stunde kehren sie enttäuscht und durchgefroren zurück. Der starke Wind hat das Meer so aufgewühlt, dass sie überhaupt nichts erkennen konnten.
Am Abend sitzen wir am Lagerfeuer, das mehr stinkenden Qualm als Hitze verbreitet. Aber wir sind froh, nicht erneut einen Abend im Camper verbringen zu müssen.
Immer wieder besuchen uns kleine und größere Affen. Karola erklärt uns, dass es sich um Samango Äffchen handelt.
Auch Rehe streunen um unsere Autos herum, immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Eine Horde kleiner Zebramangusten spielt in der Nähe unseres Platzes und wartet ebenfalls darauf, etwas von unseren Leckereien abzustauben.
In der Dunkelheit hören wir plötzlich das laute Scheppern einer Mülltonne. Diese sind mit extra schweren Deckeln und Karabinerhakenverschlüssen ausgestattet, damit die Tiere sie nicht hochheben und alles verwüsten können. Zunächst haben wir die Südafrikaner in Verdacht, die ein paar Plätze weiter ihr Lager aufgeschlagen haben, zu randalieren. Dann aber hören wir sie rufen und schreien, und im Schein dutzender Taschenlampen ergreift eine hässliche Tüpfelhyäne die Flucht. Mit ihrem meckernden Lachen, ihrem schräg nach hinten äugenden Blick und dem eigenartigen Körper, der vorne doppelt so hoch ist wie hinten, schleicht sie sich kichernd vom Platz.
Mir ist danach am Feuer nicht mehr so wohl in meiner Haut, und ich bin heilfroh, dass wir wenig später alle schlafen gehen.
Das abendliche Duschen verkneifen wir uns noch aus einem weiteren Grund, nämlich weil aus den Wasserhähnen und Duschköpfen dunkles, rostiges Wasser läuft. Anscheinend enthält das Bohrloch, durch das die Wasserversorgung gewährleistet wird, ganz viel Eisen. Die braune Brühe will ich nicht in meinen Haaren haben. Viktor und Kai sind da schmerzfrei und reden sogar von glasklarem Wasser. Na ja, ich hatte schon länger den Verdacht, dass mein Mann eine Brille braucht. 🤓Read more










