• Cape Reinga

    October 31 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    Cape Reinga mit seinem berühmten Leuchtturm bildet (beinahe) den nördlichsten Punkt Neuseelands.
    Genaugenommen liegen aber die 30 Kilometer entfernten Surville Cliffs noch ein klein wenig nördlicher.
    Hier am Kap trifft das zwischen Australien und Neuseeland liegende tasmanische Meer mit seinen spektakulären Strömungen auf den mächtigen pazifischen Ozean.
    Es ist ein atemberaubender Moment, wenn man erkennt, mit welcher Wucht die beiden riesigen Salzgewässer aufeinander treffen.
    Die Gezeiten der beiden Meere sind leicht versetzt, wodurch ein kleiner Höhenunterschied entsteht und sich Verwirbelungen, Wellen und eine weiße Schaumlinie bilden.
    Anhand der unterschiedlichen Farben kann man genau erkennen, welches Wasser aus der Tasmansee (helles Wasser von Westen) und welches aus dem Pazifik (dunkles Wasser von Osten) kommt.

    Hier stehen wir jetzt vor einem knorrigen Pohutukawa-Baum, von dem man glaubt, dass er über 800 Jahre alt ist.
    Mündlich überlieferte Maori-Legenden erzählen, dass die Seelen ihrer Verstorbenen
    von dem Baum ins Meer springen, um von dort die letzte Reise in das Heimatland ihrer Ahnen (Hawaiki) anzutreten.
    Das Wort „Reinga“ bedeutet so viel wie „Absprungplatz“ oder „Überfahrt“.
    Aufgrund dieser Mythologie ist Cape Reinga ein heiliger Ort mit einer ganz besonderen Bedeutung für die Māori.

    Und dann sind wir tatsächlich ganz allein an diesem magischen Ort:
    der kleinen Begrenzungsmauer, den Leuchtturm mit den Wegweisern im Rücken, den starken Wind im Gesicht und die zwei kollidierenden Meere direkt vor uns.

    Man kann es nicht in Worte fassen, dieses Gefühl, am Ende der Welt oder am Tor zu einer anderen Welt zu stehen. Man wird einfach nur demütig.
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