4. Tag - Schwedens Delikatessen
December 29, 2019 in Sweden ⋅ ☁️ 0 °C
Der 4. Tag unserer Schwedenreise bricht an: Gegen 07.30 Uhr wachen wir auf und freuen uns darüber bereits fit und ausgeschlafen zu sein. Nach drei aktivieren Tagen beschließen wir bereits am Vorabend, es heute einmal ruhiger angehen zu lassen. Da auch das Wetter eher nass und schmuddelig prognostiziert ist, passt etwas Ruhe auch ganz gut in den Tag rein. Noch liegen wir - im Internet surfend - im Bett und machen uns Gedanken darüber, was wir heute anstellen werden. Weil unser Hotel in mitten von Naturschutzgebiet und Wäldern steht, gibt es kaum naheliegende Ausflugsziele. Wir beschließen daher erneut nach Idre zu fahren, um dort innerhalb des Tals einen Spaziergang zu machen. Außerdem möchten wir noch einkaufen gehen: Schließlich sollte man Schweden nicht verlassen ohne DIE Delikatesse "Surströmming" probiert zu haben🤣. Wir ziehen uns an und gehen zum Frühstück. Heute gibt es neben den leckeren Zimtschnecken und dem klassischen Frühstückstsbuffet auch Porrige: die warme Mahlzeit tut bei meiner immer noch andauernden Erkältung wirklich gut. Zurück im Zimmer wundern wir uns über die ungewohnte Wärme. Ines blickt aus dem Fenster und sieht auf dem Thermometer -ihren Augen kaum glaubend- dass wir Plusgrade haben. Die Temperatur liegt gut zwei Grad über Null, was im Vergleich zu den letzten kalten Tagen wirklich viel ist. Ines nimmt die "warmen" Temperaturen zu Gunsten ihrer permanent kalten Füße und Hände dankend entgegen. Ich, als jene, die sich bereits an die Kälte gewöhnt hatte, ist grummig über schmelzenden Schnee und anbahnenden Regen. 😤 Wetter hin oder her... 🌧️🌡️Wir gehen zum Auto und fahren Richtung Idre. Da in Schweden die Geschäfte auch Sonntags geöffnet haben, können wir der Idee folgen heute 'Surströmming" zu kaufen. Bevor wir den Supermarkt besuchen, machen wir noch einen kleinen Spaziergang. Entlang verschneiter Straßen und vereisten Seen haben wir Spaß und machen -wie man uns kennt - Quatsch: Wir duellieren uns zu den schönsten Schneeengeln, schlagen Purzelbäume und Räder auf dem zugefrorenen See und machen eine Schneeballschlacht. Ausgepowert von unserem Schneespektakel beschließen wir shoppen zu gehen: Vorsichtig tasten wir uns also im Supermarkt voran und suchen zwischen verschiedenen Konserven, Fertiggerichten und in der Frischfischabteilung nach der Delikatesse. Nichts zu finden. Ich schlage vor eine Supermarktangestellte zu fragen, ob sie uns behilflich sein kann. Gesagt, getan! Ich zeige der Verkäuferin ein "ergoogeltes" Bild und frage sie, ob wir diesen Fisch hier kaufen können. Schmunzelnd nickend entgegnet sie uns, dass sie diese Spezialität verkaufen, sie dazu aber ins Lager müsse. Ines und ich schauen uns entgeistert an, stimmen aber der Frage, ob sie eine Dose holen solle zu. Kichernd stehen wir also mitten im Supermarkt und freuen uns über die Fischspezialität, die uns die Verkäuferin aus dem Lager holt. Wir bedanken uns und verlassen den Laden, während uns die Verkäuferin charmant "Good Luck" hinterherruft. 🤣🤣
Da wir ja wirklich vorhaben diesen Fisch zu probieren, bzw. sogar zu essen, gehen wir auf Nummer sicher und kaufen vorsorglich noch eine Flasche Cola und Kekse, die der Geschmacksneutralisation dienen sollen.
Bepackt mit tollen Sachen machen wir unsere Mittagspause und philosophieren bereits darüber, wie und vor allem wo wir die Dose öffnen wollen. Eines ist klar: Das Spektakel muss im Freien stattfinden.
Wir fahren zurück an unser Hotel und machen uns direkt auf den Fußweg, um eine geeignete Stelle zum Öffnen der Dose zu finden. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass um uns herum überall Wintersportler unterwegs sind. Nichts desto trotz finden wir an einem Waldrand eine Stelle, die wir als geeignet empfinden. Wir packen Taschenmesser aus und stellen die Cola parat. Während Ines bereits das Messer in Position hat, kümmere ich mich um die Aufnahme und positioniere das Handy für unser Erinnerungsvideo. Los geht's... Ines setzt das Taschenmesser an und beginnt langsam die Dose zu öffnen. Kommentiert durch "so schlimm ist's doch gar nicht" motiviere ich Ines die Dose noch weiter zu öffnen. Es macht sich ein gammliger, fischiger Geruch breit. "Das Zeug stinkt ja wirklich" keucht Ines vor sich hin, während ich bereits einen Schritt zurück gehe. "Puuh das riecht wie 5 Wochen Alter Fisch der ungekühlt in der Sonne lag". Ich trete einen Schritt vor, um Ines zu unterstützen. Die Dose ist nun einen Schlitz offen und der Gestank wirklich unerträglich: Der Brechreiz ist nun doch durchgedrungen und ich lasse Ines einen Augenblick alleine. Wir stoppen die Videoaufnahmen, machen eine Pause und setzen im Anschluss zum zweiten Teil an. Die Dose muss geöffnet werden, schließlich wollen wir ja die Delikatesse probieren. Ich unterstütze Ines beim Öffnen - zumindest moralisch. Sie setzt an und öffnet die Dose soweit, damit es uns möglich ist, die Fische herauszuholen. Jetzt überkommt es auch Ines. Der permanent präsente Gestank ist einfach zu bestialisch, als das Ines noch Inne halten könnte 🤣.
Wir unterbrechen erneut unsere Aufnahmen. Nachdem wir beide einen guten Schluck Cola tranken und tief (frische) Luft holten, sollte das Spektakel beendet werden: ich nahm einen Fisch aus der Dose und biss einmal ab. Der Geschmack war so intensiv und kaum zu beschreiben, dass es nahezu unmöglich war herunterzuschlucken. Trotzdem gelang mir dies nach wenigen Minuten. Ines, die mir dabei zu sah, konnte ihren Augen kaum trauen. Nichts desto trotz musste sie es auch versuchen. Sie nahm den Fisch und biss ein Stück davon ab. Es dauerte keine 10 Sekunden bis sie ausspuckend hinten den nächsten Busch verschwand. Das war's! Mehr von diesem Gammelfisch brauchen wir nicht. Wir werfen die Dose in den nächsten Mülleimer und spurten Richtung Hotel mit dem zwingenden Bedürfnis unsere Hände zu waschen. Ines lief beim Öffnen der Dose etwas Flüssigkeit über die Hände. Dieser Geruch war erst nach ungefähr 15-maligen Händewaschen wieder verschwunden. Der Gestank lag uns noch den gesamten Nachmittag in der Nase.
Nach einem Gang in die Sauna mit anschließendem Planschen im Whirlpool und einer erfrischenden Dusche, haben wir uns wieder erholt und machen uns fertig für das Abendessen.
Beim Abendessen angekommen, gibt es als Vorspeise einen cremigen Fischsalat. 😱. Weder Ines noch ich fühlen uns in der Lage diesen Salat zu essen. Kichernd schieben wir diesen beiseite und freuen uns auf den Hauptgang: Elchgulasch, Rosenkohl und Kartoffeln. Als Dessert gibt es Vanille Eis mit eingelegten Trauben.
Weil wir heute nicht so viel Bewegung hatten entscheiden wir einen ausgiebigen Abendspaziergang zu machen, um uns noch etwas zu bewegen.
Zurück im Hotel angekommen, hören wir uns eine gute Nacht Geschichte an und gehen schlafen.Read more









