Tag 2: Thiên Sơn Suối Ngà
19 Haziran 2023, Vietnam ⋅ ☀️ 33 °C
Um sechs klingelt der Wecker, damit wir es vor dem geplanten Ausflug noch zum Frühstücksbuffet schaffen. Heute reicht die Zeit nur für eine schnelle Mahlzeit, denn um kurz nach sieben werden wir abgeholt und fahren gemeinsam ins ca. 65 km entfernte Naturschutzgebiet. Die kommenden Tage finden wir sicherlich mehr Zeit, um das Buffet ausführlich zu testen.
Um die Zeit ist auf den Straßen noch nicht soo viel los, der Verkehr in Hanoi ist aber trotzdem ein Erlebnis. Vor allem die Menge an Rollern ist wirklich beeindruckend. Auch auf dem Rückweg am Nachmittag erschließen sich uns die geheimen Regeln der Fahrenden nicht, aber ich bin überzeugt, dass es sie geben muss. An offizielle Verkehrsregeln hält sich offensichtlich keiner, aber trotz der Masse an Fahrzeugen und dem Durcheinander sehen wir keinen einzigen Unfall. Selbst fahren will ich aber hier auf keinen Fall, im Taxi sitzen ist für mich schon abenteuerlich genug.
Gegen Viertel vor 9 erreichen wir Thiên Sơn Suối Ngà, ein Naturschutzgebiet, das gleichzeitig Naherholungsgebiet für viele Personen aus Hanoi zu sein scheint. Nhung erzählt, dass sie zu Schulzeiten auch ab und an für einen Ausflug zum Schwimmen hierher gekommen ist. Die Luft ist besser als in der Stadt, aber schwül ist es hier trotzdem, auch weil es hier viele Flüsse und kleine Seen im Grünen gibt.
Am Eingang erwartet uns die gebuchte englischsprachige Führerin, und nach einigen Diskussionen an der Kasse kann auch unser Autofahrer mitsamt Auto in den Park. Die Probleme am Eingang erschließen sich mir nicht ganz, aber es ist ungemein hilfreich, jemanden dabei zu haben, der die Landessprache spricht. Auch dass unsere Tour überhaupt heute stattfinden kann, haben wir Nhung, einigen Telefonaten (und vermutlich ein paar extra Scheinen) zu verdanken, denn normalerweise werden die Führungen nur Freitags angeboten.
Unsere Guide bringt uns direkt zu einigen wirklich tollen Aussichtspunkten mit Brücke und Wasserfall am Flussufer entlang, für die wir nicht weit laufen müssen. Alle paar Meter fragt sie, ob wir Fotos machen wollen. Natürlich mache ich gerne Fotos, aber wir haben anscheinend unterschiedliche Vorstellungen über welche Art Fotos wir reden. Es geht hier wohl nicht darum, die Landschaft als Erinnerung festzuhalten, sondern sich selbst, mit der Landschaft irgendwo im Hintergrund. Sie bietet mehrfach an, Fotos von uns in allen möglichen Kombinationen zu machen. Wir werden die nächsten Tage noch feststellen, dass das anscheinend dazugehört und man Leute sehr enttäuscht, wenn man nicht an jedem Ort sofort fotografiert werden will. Zu einigen Gruppenfotos lassen wir uns aber natürlich überreden. Ansonsten amüsiere ich mich eher über die Verrenkungen, die Andere für ihre Fotos machen. An einem Wasserfall sehen wir tatsächlich drei Frauen, die mit einem Geburtstagskuchen über mehrere rutschige Steine geklettert sind, um den perfekten Fotospot zu finden. Hoffentlich ist es nicht nur eine Kuchenattrappe, sie hätten sich dafür wirklich ein Stück verdient.
Anscheinend sind wir nicht nur für Gruppenfotos zu wenig begeisterungsfähig, sondern fallen auch dadurch auf, dass wir lieber laufen wollen als für jede kurze Strecke unser Auto kommen zu lassen. Meistens handelt es sich um wenige hundert Meter, die kürzer als der Weg zum Auto sind (sowohl was die Länge als auch die mögliche Wartezeit angeht, bis das Auto zu uns gekommen wäre). Ein Stück den Berg hoch zur nächsten Ebene lassen wir uns aber dennoch fahren. Dort gibt es einen Schwimmbereich für Kinder und es ist sehr viel los. Wir sind eine eigene Attraktion, da die Leute wohl zum Großteil noch nie "Ausländer" gesehen haben und werden häufig auf Englisch gegrüßt.
Nach einigem Suchen (und ein paar Diskussionen über Umkleidemöglichkeiten) finden wir eine tolle Stelle zum Baden, ein kleines Becken unterhalb eines Wasserfalls, das tief genug ist, um ein bisschen zu schwimmen oder auf Steinen im Wasser zu sitzen. Im Vergleich zu anderen Bereichen ist hier wenig los und es tut wahnsinnig gut, die völlig durchgeschwitzten Klamotten auszuziehen und sich im kalten Wasser abzukühlen. Nach einer Stunde planschen ist es schon Zeit fürs Mittagessen, bei dem wir verschiedene Gerichte probieren können.
Anschließend geht unsere Tour weiter. Zum Schrecken unserer Führerin wollen wir wieder zu Fuß gehen und auch noch auf die Möglichkeit eines Mittagsschlafs verzichten. Es ist aber gerade mal etwas mehr als ein Kilometer flachen Weges, der uns wieder an einigen Fotopunkten sowie einer größeren Campingfläche unter vielen Bäumen vorbeiführt. Die Kinder in Vietnam haben im Sommer drei Monate schulfrei und einige Familien verbringen ihren Urlaub hier. Es ist ganz schön voll und laute Musik beschallt den Platz durchgängig. Heute scheint Planenwaschtag zu sein, denn überall werden große Plastikplanen zum Trocknen aufgehängt. Man erklärt uns, dass diese genutzt werden, um bei starkem Regen die Zelte abzudecken. Aus eigener Erfahrung sehen die Zelte für mich nur bedingt für längeres Camping geeignet aus. Man kann zwar vermutlich einfach draußen schlafen bei der Hitze, aber ich bin froh, Regengüsse hier nur im trockenen Hotel zu erleben.
Nachdem wir ausreichend Bilder von uns (und ein paar von der Landschaft) gemacht haben, erreichen wir das nächste Highlight: ein traditionelles Kräuterfußbad. Für eine halbe Stunde sitzen wir in einem unklimatisierten Raum und baden unsere Füße in heißem Kräuteraufguss. Während bei unserem Eintreffen gar nichts los war, füllt es sich nun nach und nach. Anscheinend reicht es als Werbung, wenn das Studio von außen gut besucht aussieht. Und ein warmes Fußbad bei heißem Wetter ist tatsächlich angenehmer als erwartet, zumal das Wetter am Nachmittag nicht mehr so drückend ist.
Da wir durch den Fußweg einige der Sehenswürdigkeiten des Nachmittags bereits vorweggenommen haben, entscheiden wir uns, noch eine Weile an einem großen See zu bleiben. Wir verbringen die Zeit entweder mit einer Kajak- oder Wasserfahrradtour über den See oder genießen die tolle Aussicht auf die Berge. Nach ein paar gemeinsamen Fotos verabschieden wir anschließend unsere Führerin am Eingang des Parks und lassen uns die 1.5 Stunden nach Hanoi (und durch den dortigen Feierabendverkehr) zurückfahren.
Zunächst müssen wir kurz an unserem Hotel halten, denn Michaels Hose ist beim Kajakfahren komplett nass geworden und er muss sich erst mal umziehen. Anschließend fahren wir zusammen in ein tolles veganes Restaurant, bei dem man von oben in die Küche sehen kann. Wir profitieren wieder davon, eine Person mit Landes- und Sprachkenntnissen dabei zu haben. Nhung bestellt für uns alle eine Auswahl an verschiedenen Gerichten, jeweils mit fünf Teilen zum Probieren. Es schmeckt richtig gut und wir werden mehr als satt.
Anschließend fallen wir im Hotel müde, satt und voller toller Eindrücke ins Bett. So richtig angepasst hat sich der Körper noch nicht an die neue Zeitzone und morgen haben wir wieder ein volles Programm.Okumaya devam et











GezginDas klingt soooo spannend! Ich wünsche euch weiterhin tolle Tage und freue mich schon auf die nächsten Berichte.
GezginToll!