Tag 8: Valença - O Porriño (~ 19 km)
May 9, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 25 °C
Pünktlich mit einer Gruppe von sechs Personen starten, gestaltet sich wie erwartet schwierig und so ist es bereits 7:15 Uhr als wir uns auf den Weg machen. Da wir durch den Wechsel der Zeitzone heute eine Stunde verlieren werden, ist das etwas ärgerlich, aber dafür haben wir zum Glück keine zu lange Strecke vor uns und der Zielort bietet genug Unterkünfte, dass jeder irgendwo unterkommen sollte.
Und so zieht unsere Truppe gut hörbar für alle durch die Burganlage von Valença - die Tunneldurchgänge bieten aber auch einfach eine sehr gute Akustik! Mit viel Lachen und Spaß schaffen wir es sogar nicht nur über die Brücke, auf der man eine ganze Stunde verliert, sondern sogar bis zur Kathedrale von Tui, wobei das erwartete Feuerwerk bei unserer Ankunft in Spanien ausbleibt. Alternativ kriegen wir nur amüsierte oder irritierte Blicke anderer Pilger, Gruppen sieht man meistens nur, wenn es sich um wirkliche Reisegruppen handelt und nicht so eindeutig zusammengewürfelt wie wir. Wir erobern das erste offene Kaffee und entscheiden, dass es bisher so gut läuft, dass wir auch einfach den ganzen Tag zusammen laufen können, obwohl wir eigentlich extrem unterschiedliche Geschwindigkeiten und Pausenbedürfnisse haben.
Die Strecke heute ist auch einfach dafür gemacht, führt durch viel Natur und so beginnt Paula, für die gesamte Gruppe traditionelle Blumenkränze zu binden (und wird bis zur Ankunft auch tatsächlich für jeden einen schaffen).
Wir treffen unterwegs Leute, die uns auf unsere Gruppe ansprechen, am längsten ist die Begegnung mit einer Frau aus Guatemala, die wir mehrfach wiedertreffe n. Sie gibt jedem von uns auch eines der handgeknüpften Armbänder, die man tragen soll bis sie von alleine abgehen, von denen sie 100 dabei hat, um 100 neue Freunde zu finden.
Als ich merke, dass es wirklich dringend Pausenzeit wird, aber nicht diejenige sein will, die sich als erste beschwert, klickt wie immer die Camino-Magie und wenige hundert Meter später steht ein Stand mitten im Wald mit schöner Sitzgelegenheit, an dem Stempel verteilt werden, im Hintergrund leise Dudelsackmusik (wie sich später herausstellt nicht vom Band, sondern von jemandem der etwas weiter steht). Wir machen Pause und teilen die Dinge, die wir alle zu essen dabei haben, bevor wir uns frisch gestärkt wieder auf den Weg machen.
Je länger wir zusammen laufen, desto mehr merkt man, dass langsam alle wichtigen Gespräche geführt sind. Wir machen noch mehrmals Pause und immer, wenn jemand nicht mehr kann, entscheidet sich die Gruppe gemeinsam zu warten, ohne dass es sich nach Druck anfühlt.
Obwohl wir dank der kombinierten App- und Planungstalente von Patricija und mir heute alle hässlichen Industriestrecken durch die schöneren Wald- und Flussstrecken ersetzt haben, zieht sich das Stück zum Ziel. Die Herberge stellt sich dafür als wunderschön am Fluss (und leider auch nahe der Autobahn) gelegen heraus, sodass ich später noch eine Weile in der Sonne entspannen kann.
Irgendwann trommeln Bogo und ich den Rest der Gruppe für ein gemeinsames Abendessen zusammen, da wir beide das Bauchgefühl haben, dass es sich nun erstmal trennen wird.
Wir haben zwar Spaß, aber man merkt, dass ein ganzer Tag zusammen doch eine lange Zeit ist und so gehen wir alle relativ früh schlafen. Tatsächlich planen Paula, ihr Freund sowie Speedy morgen ein deutlich längeres Stück, dass wir anderen drei uns zumindest jetzt noch nicht vorstellen können. Aber warten wir mal ab.Read more










Traveler
Das ist ein wunderschönes Foto!
Traveler
Ich bin platt. Tolles Licht. Selbst gemacht?