• Tatra - nicht nur Idylle

    June 25 in Poland ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir hatten Glück mit dem Ferienhäuschen. Beziehungsweise Stefan hat einmal mehr sein Händchen für Ferienlogis bewiesen. Im Dorf Brzegi ist das urige Ambiente der Bergregion noch einigermassen erhalten, das Glockenspiel der Kirche bezaubernd. Das Ferienhaus wurde sanft renoviert und innen ganz in Holz belassen.
    Aber rund um den Hauptferienort Zakopane hat die Region des Bergvolks der Góralen ihren Charme verloren. Ab den 90er-Jahren wurden innert kürzester Zeit riesige Hotels, Ferienhäuser, Skilifte und Vergnügungsparks für die Massen von Touristen aus Polen, Tschechien Slowakei, Ungarn und neuerdings aus Arabien hochgezogen. Und es wird fleissig weitergebaut. Die Häuser ähneln nur noch in ihrer Form den ursprünglichen Holzhäusern. Die Autobahn ist mit riieesigen Reklametafeln gepflastert, die für Aquaparks, Thermen und Nobelmarken werben. Supermarkts sind täglich 6 bis 23 Uhr offen. Aber Hand aufs Herz: In Davos oder Haute-Nendaz sieht es nicht schöner aus. Es passierte bloss etwa dreissig Jahre früher.

    Fahrt also nicht in die Hohe Tatra, weil unsere Fotos so idyllisch aussehen! Zakopane gehört zu den touristischsten Gegenden Polens. Einheimische raten, weiter in den Osten zu reisen, um ruhige Natur zu geniessen.

    Unsere Vermieter Mariola und Guido laden uns spontan zu ihrem Festli zum 30. Hochzeitstag ein. Auf einer Wiese geniessen wir bei Sonnenuntergang einen fröhlichen Abend mit warmherzigen Menschen. Wir sind dankbar für diese Begegnungen. So tauchen wir wirklich ein in das Land. Unterwegs im Wohnmobil wäre dies kaum möglich - vermute ich.
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