• Von der Schwarzach in die Vergangenheit

    June 1 in Germany ⋅ ⛅ 21 °C

    Während André und Leonie ihr Auto aus der Werkstatt holen, fällt uns noch einmal die alleinige Verantwortung für Friedas Wohlergehen zu. Mit der Unterstützung von Flausi, dem jüngsten Neuzugang der Familie herrscht heitere Stimmung und wir spielen "Frieda macht". Ein wenig komplexes Spiel, bei dem es gilt Frieda nachzumachen. Entweder klatscht Frieda, oder sie reißt triumphierend die Arme in die Luft. Gewonnen haben alle, wenn Frieda lacht.
    Nach der Verabschiedung radeln wir zur S-Bahn und fahren mit der S-Bahn und den Rädern nach Altdorf. Altdorf verfügt als altes Dorf über einen alten, pittoresken Dorfkern, von dem aus wir zurück nach Nämberch fahren möchten. Zunächst geht es steil bergab rasch nach Rasch, wo wir auf die Schwarzach treffen. Wir folgen dem fröhlich fließenden Fluss zunächst durch einen noch regennassen Wald und dann durch weite Wiesen. Die Burg von Burgthann bestaunen wir dann auch nur aus der Ferne und halten uns an den Fluss, bis wir kurz vor der A9 auf den Ludwig-Main-Donau-Kanal treffen. Der Kanal verbindet seit fast 200 Jahren den Main und die Donau mit Ludwig. Auch wenn das Wasser hier nicht so frei und fröhlich fließt, wie in der Schwarzach, ist der LMDK mit seinen historischen Schleusen und Wehren sowie den hübsch blühenden Seerosen sehr ansehnlich.
    An der Waldschänke Brückkanal, benannt nach der beeindruckenden historischen Kanalbrücke, auf der der LMDK die Schwarzach überquert, hatten wir gehofft einkehren zu können. Leider erwischen wir aber den Ruhetag und müssen uns so mit einem Eis aus dem Automaten im einladenden, aber verwaisten Biergarten zufrieden geben. Immer weiter dem Stillgewässer folgend kommen wir schließlich in den Nämbercher Reichswald. Als der Weg von einem dem gestrigen Sturm zum Opfer gefallenen Baum blockiert wird, freuen wir uns, keine E-Mofas zu fahren und hieven die Räder einfach hinüber. Die Früchte der Heidelbeersträucher im Wald, für die Marlene schon in ihrer Kindheit hierher kam, sind leider noch nicht reif, sodass wir stattdessen auf eine Mahlzeit im Biergarten am Steinbrüchla hoffen. Da wir aber unser letztes Geld im Eisautomaten gelassen haben und hier keine Kartenzahlung akzeptiert wird, müssen wir umplanen.
    Statt gemütlich einzukehren, um danach Heim zu fahren, biegen wir ab nach Langwasser, um weitere Kindheitsorte aufzusuchen. Wir steuern auf Marlenes alte Grundschule zu und finden den Schulhof unverschlossen vor. Marlene erklimmt zuerst die mehrschwänzige Echse wie in alten Tagen und als nächstes das Klettergerüst, dass ihre Klasse mit einem Dürer-WM-Schulprojekt gewonnen hat. Anschließend werden wir am gegenüberliegenden Hort erfreut hineingebeten, denn Ehemalige sind hier immer willkommen. Wir bekommen eine Führung durch die bis auf eine Schrumpfung unveränderten Räumlichkeiten und dürfen mit der Betreuerin sogar durch die alten Fotoalben blättern. Schließlich lassen wir sie mit Grüßen an Ihre Kolleginnen zurück und sputen uns nach Hause zu kommen, wo wir mit Mia verabredet sind.
    Auf dem Reichsparteitagsgelände sind die Aufbauarbeiten fürs Rock im Park in vollem Gange, sodass wir die Dixis schon mal einweihen können, während die Absperrungen noch nicht eingerichtet sind. Vorbei an Dutzendteich und Kolosseum kommen wir in die Stadt, an Marlenes Gymnasium vorbei und pünktlich zu unserer Verabredung nach Hause.
    Mit Mia essen wir Ofengemüse auf dem Balkon, trinken Aperol und Wein und spielen noch eine Runde Mölkky, deren Sieg Marlene sich souverän sichert.
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