Zwischen Gößwein- und Pottenstein(en)
June 2 in Germany ⋅ ⛅ 23 °C
Frühzeitig brechen wir heute auf, um mit Bus und Bahn in die Fränkische Schweiz zu fahren. Da wer lange sitzt, rostig werden muss und die Luft frisch und rein ist, wird der heutige Tag zum Wandertag erklärt. Wir starten im Wallfahrtsort Gößweinstein, der von einer beeindruckenden Basilika und einer schnuckeligen Burg geprägt wird. Auf einem Panoramaweg umrunden wir zunächst den Ort, um ihn aus allen möglichen Blickwinkeln bewundern zu können. Auf von Grundschülern illustrierten Lehrtafeln sind einige der Wunder, die den Ort so heilig machen, beschrieben. Auf anderen erfahren wir von der hier endemischen Gößweinsteiner Mehlbeere und ihrem wirklich kleinen Verbreitungsgebiet.
Für die ersten zwei Kilometer brauchen wir so etwa eineinhalb Stunden. Als wir Gößweinstein endlich hinter uns lassen, kommen wir ein wenig schneller voran, auch wenn unsere Kondition heute zu wünschen übrig lässt. Wir schieben das aufs Wetter. Die felsige Landschaft mit Steilwänden und steinernen Türmen erinnert uns an die Sächsische Schweiz, von der die Fränkische Schweiz wohl ihren Namen hat.
In Behringersmühle passieren wir einen Biergarten, an dem wir mit uns hadern müssen. Einzukehren, bevor die Hälfte der Strecke hinter uns liegt, haben wir uns nicht verdient, aber Bier und Brotzeit klingen schon sehr verlockend. Wir bleiben aber vernünftig und laufen weiter. Von nun an folgen wir der Püttlach immer stromaufwärts. Im pittoresken Dorf Tüchersfeld stellen wir enttäuscht fest, dass es hier neben schöner Aussicht nichts gibt. Zumindest keine Einkehrmöglichkeiten. Die eine, bei der wir uns Hoffnungen gemacht hatten, wirkt zwar auf den ersten Blick, als wäre sie geöffnet, doch als wir etwas zu lange die Karte studieren, wird uns in guter alter fränkischer Manier zu verstehen gegeben, dass unsere Hoffnungen vergebens sind. Inzwischen doch recht hungrig folgen wir dem Weg für einen Abstecher über höher gelegene Wiesen und Wälder, bevor wir durch die Bärenklamm wieder an die Püttlach kommen. Am Ausgang der Klamm gibt es einen schön gelegenen Zeltplatz mit einem zu unserem Leid ebenfalls geschlossenen Biergarten.
Der Weg führt von hier entlang von steilen Felshängen die das Tal umfassen weiter nach Pottenstein. Auf den letzten Kilometern wird der Weg zwar etwas zäh, aber nicht weniger schön.
Endlich in Pottenstein angekommen, stehen wir erneut vor einer schwierigen Entscheidung. Wenn wir wie eigentlich geplant im Ort einkehren, haben wir keine Chance vor Betriebsschluss der Sommerrodelbahn am Pottensteiner Erlebnisfelsen zu sein. Aus dem bereits bildhaft ausgemalten Abendessen wird vorerst nichts. Wir beißen also die Zähne zusammen und erklimmen auch noch diese letzte Höhe. Diesmal stören uns die Höhenmeter aber gar nicht, denn alles was wir nun hinaufsteigen, dürfen wir gleich wieder hinunterrodeln. In rasantem Tempo brausen wir dann auch wenig später über die 1 km lange Blechbahn zurück ins Tal.
Der Adrenalinschub lenkt uns aber nicht lange von unserem Hunger ab, sodass wir nach einer Runde weiterziehen zu Heiners Forellenräucherei. Hier gibt es für jeden von uns einen Fisch, während in den Teichen daneben schon die nächsten Forellen auf den Räucherofen warten.Read more





















