• Panama

    February 19, 2025 in Panama ⋅ 🌧 25 °C

    Panama, genau wie Nicaragua, war ursprünglich nicht auf unserer Route, als wir vor drei Wochen nach Costa Rica aufbrachen. Doch das Leben hält oft Überraschungen bereit, und wir sollten jede Gelegenheit nutzen, die sich uns bietet. Zumindest war das unser Motto – bis wir feststellen mussten, dass kein Unternehmen einen Tagesausflug anbot. Stattdessen trafen wir die abenteuerlustige Angela aus Deutschland und die unkomplizierte Holländerin Fem, die wie wir ebenfalls Probleme hatten, Dollar am Geldautomaten zu bekommen. Wenn unser Auto mehr Platz gehabt hätte, hätten sich sogar noch zwei weitere Interessierte gefunden, die gerne mit uns fahren wollten. Doch uns blieb die kleine Gruppe, auch wenn uns die nötigen Dollar fehlten – die wir wirklich gut gebrauchen konnten.

    Was wir jedoch hatten, war weit wertvoller: Erfahrung im Grenzübertritt und jede Menge hilfreiche Tipps von Einheimischen. Der Grenzübergang nach Panama an der Karibikküste ist einer von zwei Möglichkeiten in Costa Rica. Klein, aber gut organisiert, ist er für Besucher gut zu meistern. Die Öffnungszeiten von 7:00 bis 17:00 Uhr waren unser Zeitfenster, und da dieser Grenzübertritt gebührenpflichtig ist – 10 USD für die Ausreise aus Costa Rica und 8 USD für die Einreise nach Panama – mussten wir uns beeilen. Unser Auto sollte während unseres Abenteuers in Costa Rica bleiben.

    Unser Ziel in Panama war die Insel Colón in der Provinz Bocas del Toro, eine der Hauptattraktionen des Landes, die an der südlichen Spitze der Isla Colón im Karibischen Meer liegt. Zu den nahegelegenen Stränden zählt die geschützte Playa Estrella – leider hatten wir nicht mehr die Gelegenheit, sie zu besuchen.

    Bevor wir den bewachten Parkplatz an der Grenze erreichen konnten, sprach uns Henrique an, ein Touristikkraft in Bocas del Toro. Und siehe da, er half uns, einen Preis zu vereinbaren, der eine Stunde Autofahrt und eine halbe Stunde Bootsfahrt zum Archipel sowie die Rückfahrt umfasste. Fem hatte das Glück, einige Tage dort zu bleiben und konnte ihr Ticket später einlösen – obwohl es kein offizielles Ticket gab, nur ein Handschlag, eine Telefonnummer von Henrique und sein Wort. So läuft das hier, unkompliziert und vertrauensvoll.

    Im Hafen der eher unspektakulären Stadt Almirante wurden wir direkt zum Boot gebracht, was uns wertvolle Zeit sparte. Es gibt unzählige kleine Schnellbootunternehmen, die理论isch im 30-Minuten-Takt zur Insel fahren. Diese Unternehmen arbeiten mit Menschen wie Henrique zusammen, die die Touristen zu den Schnellbooten bringen – und auch viele Einheimische nutzen diese.

    Während der Überfahrt blicken wir tief in die Lebensbedingungen der Panamesen. Reich sind die Menschen hier sicherlich nicht, aber sie scheinen zufrieden mit ihrem Leben am Meer. Als wir endlich am Ziel ankommen, haben wir 3,5 Stunden Zeit, die Insel und das kleine Städtchen zu erkunden.

    Farbenfroher als in den anderen Ländern, fällt uns sofort die Lebendigkeit der Umgebung auf. Das "schicke" Touristenzentrum interessiert mich weniger – ich ziehe es vor, die Seitenstraßen zu erkunden, um einen echten Eindruck von Panama zu gewinnen. Viele der Häuser sind vergittert, einige sogar baufällig, aber sie sind bewohnt; die Wäsche hängt zum Trocknen draußen, und hin und wieder sieht man die Bewohner durch die Fenster.

    Plötzlich durchströmt der betörende Duft von frisch gebackenem Brot die Luft – wir stoßen auf eine kleine Bäckerei! Es dauert nicht lange, bis ich frage, ob wir etwas von dem frisch Gebackenem kaufen können. Kein Problem! Tatsächlich erhalten wir warmes Brot und heiße Croissants, die einfach köstlich sind. Ein wenig weiter genießen wir unseren Kaffee bei einem deutschen Einwanderer.

    Hier nehmen die Gespräche ihren Lauf. Die 16-jährige Tochter und der etwa 50-jährige Barbesitzer erzählen geduldig von ihrem Leben in Panama. Vor zwei Jahren sind sie ausgewandert. Um in Panama leben zu können, musste er nachweisen, dass er 200.000 € als Guthaben hatte. Die Entscheidung, wo sie leben wollten, basierte auf dem Wetter, den Lebensbedingungen und der politischen Situation. Letztendlich landeten sie in Panama.

    Während des Gesprächs erklärt unser Gastgeber, dass man hier nur glücklich leben kann, wenn man bereit ist, sich auf die Lebensweise der Menschen einzulassen und Geduld zeigt. Viele Deutsche haben hier ein neues Zuhause gefunden, und in der Nähe gibt es sogar einen deutschen Bäcker und einen Automechaniker. Die Tochter freut sich über ihre neuen Freunde, die meisten kommen ebenfalls aus Deutschland. Dennoch ist sie mit der Schulbildung hier unzuf

    rieden; das Niveau ist niedrig und oft unqualifiziert. Daher macht sie Home Schooling und vermisst nur die deutschen Süßigkeiten.

    Nach der Plauderstunde machen wir uns auf den Weg zum Strand, vorbei an vergitterten Fenstern, spielenden Kindern und dem örtlichen Friedhof. Die 2 Kilometer bis zum Ziel schlendern sich leicht, während wir die Atmosphäre des Ortes in uns aufnehmen. Zurück im Hafen halten wir an, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Vielleicht bin ich schon zu lange unterwegs und spüre, wie das Heimweh mich überkommt, denn ich kann nicht aufhören, an Zuhause zu denken – an all die Menschen, die dort oft unzufrieden sind, mich eingeschlossen...

    Henrique hat sein Wort gehalten: Bei der Rückkehr von der Insel wartete er am Hafen und brachte uns sicher nach Almirante. Nach einer Stunde marschieren wir zu Fuß über die Grenze nach Costa Rica. Am Abend erreichen wir unsere Unterkunft, und Fem schickt uns Bilder von den Seesternen – sie hat es als Einzige geschafft, zum berühmten Sternenstrand zu gelangen.

    Liebe Fem, vielen Dank für die Einblicke und die wunderschönen Bilder! Ich wünsche dir noch unvergessliche Tage in Panama! ❤️
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