• Rund um Cusco Teil II

    September 6, 2025 in Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    Ollantaytambo ist eines der sehr gut erhaltenen Dörfer der Inkas. Wir verlassen den Van, und vor uns erstreckt sich ein gewaltiger Berg von Terrassen. Und ich denke: Ach du Sch... sollen wir da etwa wirklich hochsteigen??? Doch, das sollen wir. Alfred bleibt unten.
    Tatsächlich schaffe ich es bis nach oben. Belohnt werde ich dafür mit Benjamins interessanten Erzählungen.

    Alle Häuser des Dorfes bis zur ersten Etage bestehen aus Mauerwerk aus der Inka-Zeit. Eigentlich gar nicht so lange her – erst 600 Jahre. Das Dorf verfügt über offene Wasserkanäle, die die Straßen noch schmaler machen, ihnen aber einen gewissen Charme verleihen. An den vielen Verkaufsständen vorbei laufen wir auf die Terrassen zu. Mit einer Breite von etwa 4 m und einer Höhe von ca. 3–4 m wurden sie zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt. In den Bergen rund um Ollantaytambo sehen wir die Speicherräume. Dank dem warmen und starken Wind, der in der Höhe weht, blieben die dort gelagerten Lebensmittel lange haltbar.

    Ganz oben angekommen, sehen wir aus nächster Nähe die enormen Steine der weiteren Ruinen. Man weiß nicht, was die Inkas hier bauen wollten. Der Bau wurde zuerst von den Soldaten während der Suche nach Gold zerstört. Dann kamen die Priester und veranlassten, die Steine aus der Inkastadt für den Bau der Kirche zu verwenden.

    Aufgrund der Beschaffenheit der riesigen Steine lässt sich sagen, dass sie aus dem gegenüberliegenden Berg stammen. Über Rampen wurden sie dann hinauf befördert. Heute ist es eigentlich verboten, sie zu berühren. Die Bakterien unserer Hände verursachen Erosionen des Materials. Aus nächster Nähe lässt sich die faszinierende Architektur erkennen. Die Inkas bauten erdbebensicher. Die Steine sind in sich selbst verankert. Unglaublich!

    1,5 Stunden und ein paar hundert Höhenmeter später kommen wir in Pisac an. Benjamin ist unglücklich. Wir sind spät dran, sagt er. Auf meine Frage, wie viel Verspätung wir haben, antwortet er: 5 Minuten. Ich lache. Wir laufen weiter und unterhalten uns über seine Arbeit, Ansichten und Glaubensansätze.

    Das archäologische Zentrum in Pisac ist Machu Picchu im Kleinformat, sagt Benjamin. Allerdings kann man dort viel besser die Lebensräume der Inka nachvollziehen. Viele der Häuser sind noch perfekt erhalten, nicht bewohnt, aber begehbar. In Machu Picchu selbst ist das nicht mehr möglich.

    Ca. 100 m vor unserer Nase wird das Zentrum geschlossen. Jetzt verstehe ich, was 5 Minuten Verspätung bedeuten. Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Tages können wir streichen. Zwei peruanische Pärchen haben den ganzen Tag wertvolle Minuten gestohlen, indem sie immer zu spät waren. Von unten sehen wir noch den in den Berg eingebauten Friedhof und laufen dann zurück zum Van.

    In Cusco kommen wir erst um 19 Uhr zurück. Es ist bereits dunkel. Die Stadt ist voller Leben, Autos und pfeifenden Polizisten, die versuchen, den Verkehr zu regeln. Das Einzige, was ihnen gelingt, ist jedoch viel Lärm zu machen, denke ich beim Passieren der Straßen.

    Hundemüde, aber glücklich, viel gesehen und gehört zu haben, kommen wir erst um 21 Uhr im Hotel an.

    Angela, unsere Gastgeberin, hat bereits Wärmeflaschen in unsere Betten gelegt, damit wir besser schlafen können. Auch der Taxifahrer für morgen um 6:30 Uhr wurde für uns bestellt, damit wir pünktlich unseren Zug Richtung Machu Picchu erreichen. So sind die Menschen hier...
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