Machu Picchu
September 7, 2025 in Peru ⋅ ☁️ 20 °C
Um 7 Uhr morgens checken einige Touristen aus, ohne zu berücksichtigen, dass manche gerade heute ausschlafen können. Wie asozial ist das denn?!
Um nicht zu spät am Eingang unseres Zieles zu sein, gehen wir schon gegen 9:00 Uhr zur Bushaltestelle. Man kann die 11 km nach oben auch zu Fuß laufen. Davon sehen wir beide ab. Momentan bin ich nur glücklich, das ich mich überhaupt bewegen kann. Bei Alfred entfällt die Idee sowieso.
Es scheint, als ob alle anderen Touristen die gleichen Gedanken haben. Die Schlange vor der Bushaltestelle ist riesig. Wir, ebenso wie viele andere, sind maßlos zu früh. Nachdem wir mehrmals in der Schlange nach hinten gerutscht sind, möchte ich von einem der Servicekräfte eine gescheite Erklärung. Auf Spanisch funktioniert eben alles besser! ;)
Der Eintrittsbereich oben am Berg ist momentan aufgrund von Überfüllung gesperrt. Die Situation wird gerade geregelt. Wir haben noch 1,5 Stunden Zeit.
Tatsächlich ist die Situation unter Kontrolle, als wir eine Stunde später wieder kommen.
Oben angekommen, treffen wir auf Jorje. Wir hätten sowieso einen Guide engagiert. Nach kurzen Handeln steht auch schon der Preis ;)
Und auf einmal sind wir mitten im MACHU PICCHU ❤️🧡💛
So lange geträumt und doch irgendwie so unvorbereitet. So unglaublich einfach !
Bereits 1983 wurde Machu Picchu von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. 2007, nach einer weltweiten Online-Abstimmung, wurde Machu Picchu als eines der neuen 7 Weltwunder ausgezeichnet. Seitdem strömen die Menschen – 5600 pro Tag, bzw. 500 pro Stunde – in das archäologische Zentrum. 60% des Areals bleiben den Besuchern vorenthalten, zum einen, um das Gebiet zu schützen, zum anderen, um die Besucher zu schützen. Aufgrund der geologischen Risiken in der Region drohen bestimmte Teile mit dem Einsturz. Des Weiteren kontrolliert die UNESCO alle 4 Jahre, ob der Status des Weltwunders noch gerechtfertigt ist. Um diesen zu erhalten, ist das peruanische Ministerium für Kultur verpflichtet, es zu schützen.
Seit 2024 hat das peruanische Ministerium für Kultur neue Regelungen herausgegeben, die übrigens laufend angepasst werden.
Unser Guide Jorge erzählt uns, dass er als Kind auf den Terrassen des Komplexes Fußball gespielt hat. Heute ist die 13 Quadratkilometer große Inka-Ruinenstätte in 3 Gruppen und insgesamt 10 Routen unterteilt. Man muss für jede Route ein separates Ticket kaufen. Die Tickets sind zeitgebunden. Um auf der sicheren Seite zu sein, muss man 2-3 Monate im Voraus ein Datum und eine Uhrzeit für den Besuch auswählen. Wir haben tatsächlich einen jungen Mann aus Spanien getroffen, dem es nicht gelungen ist, vor Ort ein Ticket zu kaufen. Die früheren Zeitfenster für den Eintritt waren bereits vor 2,5 Monaten ausgebucht. Echt verrückt!
Viele der Angaben über das Leben der Inkas und deren Volk, die Quechua, basieren auf Vermutungen.
Über das Volk der Quechua werde ich noch schreiben...
Jorge erzählt, dass die Terrassen des Komplexes etwa 50% der Nahrungsmittel für die in den umliegenden Bergen lebenden Gemeinden der Quechua produzierten.
„Wie muss ich mir das Leben in der Stadt eigentlich vorstellen?“ frage ich Jorge.
„Also:“
„Eigentlich stehen wir hier vor 2 Städten. Die linke im Bild ist die wichtigere. Hier lebte der Inka, den man auch als den Boss bezeichnen kann. Hier befanden sich der Sonnentempel, die Wasserquellen. Dem gehörte ein großes Haus mit mehreren Zimmern. Das Quechua-Volk, also die armen Leute, die arbeiten mussten, wohnten in kleinen Häusern daneben. Viele Menschen lebten auf einem Raum. Oben in den Häusern hatten die Menschen ihre Vorräte, die dank der Fenster gut belüftet waren.
Der Zugang zu diesem Teil der Stadt war nur der einheimischen Bevölkerung über die Hauptpforte gestattet. Die Ruinen im rechten Teil des Bildes gehören eher zu dem weniger wichtigen Teil der Stadt. Hierzug hatten die Besucher Zugang, denen der Zugang zur Hauptstadt verwehrt blieb.
Machu Picchu ist eigentlich der Name des größten Berges, den die Inkas vergötterten. Die Berge bedeuten immer Leben, denn das Wasser, das die Inkas nutzten, kam aus den Bergen, nicht aus den Flüssen. Der Berg schützte und nährte, deshalb der Kult der Berge.
Hier oben wurde der Ort als Kalender genutzt. Aber das wird morgen ein Thema sein, wenn ich über die Puerta del Sol schreibe.))
Als Hiram Bingham 1911 auf der Suche nach Geschichten zufällig den Ort entdeckte, lebte am Rande des Komplexes eine Familie. Der Rest war mit dichter Vegetation bewachsen, von Bären, Pumas und Kojoten bewohnt – für die Menschen unerreichbar. Ein Jahr später entschied sich die peruanische Regierung, die Natur durch Feuer zu beseitigen.
...so vieles mehr könnte ich noch erzählen...
Aber morgen ist auch noch ein Tag. Und was für ein! Morgen geht's wieder nach oben.
Heute sind wir um 18:00 Uhr unten in Aguas Calientes zurück gewesen. Es hat angefangen zu regnen. Was für ein Glück, dass wir auch so viel Glück hatten! Denn der Sonnenschein ist hier nicht selbstverständlich...Read more




















TravelerEin schönes Foto von euch und herzlichen Glückwunsch , dass ihren Träumen war wurden . Weil ich Höhenangst , Schwindelgefühle habe, kann ich nicht das besteigen von keinen Bergen unternehmen . Somit habe ich schon unzählige Filmen und Bücher über die außergewöhnliche „ Wunder „ gelesen . Massentourismus findet man zu Zeit überall auf dieser Welt , es ist schon alles ziemlich beängstigend WIE lange noch „ die Wunder der Welt „ es ertragen / zu sehen wird 🤔
TravelerDanke für die interesante Erklärung 🫶
TravelerDanke schön liebe Renata. Du bist eine meiner treuesten Leserinnen. Das ist wirklich schön und gibt mir auf allen Reisen das Gefühl, dass auf der anderen Seite der Welt mein zu Hause real ist ❤️🧡💛💚💙