Huacachina
September 16, 2025 in Peru ⋅ ☀️ 27 °C
Drei Busstunden und zehn Taximinuten von Nasca entfernt kommen wir in eine 80 km lange Wüste. Bis zum Südpazifik sind es 40 km. In den Sandbergen liegt eine kleine Oase eingebettet. Früher gab es fünf von diesen Oasen, Huacachina ist die letzte, die noch geblieben ist. Diese Lagune wird zusätzlich durch unterirdische Strömungen versorgt, was sie vor dem Austrocknen schützt. Es ist außerdem die einzige der Lagunen, die bewohnt ist.
Nur noch 30 % des Wassers sind in der kleinen Lagune geblieben, der Rest wird künstlich hinzugefügt, um dieses kleine Paradies zu erhalten. Um den Teich zieht sich eine schöne Promenade. Viele kleine Restaurants und Bars laden zum Einkehren ein, die Gäste sind ausschließlich Touristen.
Unsere Zimmer haben wir, ohne es zu wissen, im ältesten Hotel der Oase gebucht. Mittendrin befindet sich ein schöner Garten. Die Palmen und Bäume spenden Schatten, und die Blüten der Sträucher erfreuen unsere Augen. Nach den Strapazen der letzten Wochen gönnen wir uns ein wenig Ruhe.
Während Alfred Borussiaspiel guckt, gehe ich alleine los.
Unten am Wasser finde ich ein Plätzchen abseits von den weißen Touristen. Nach ein paar Minuten setzt sich Luis, einer der Kellner, zu mir. Er erzählt mir die Geschichte unseres Hotels. Heutzutage gehört das Gebäude der Stadt; davor hatte der Komplex sechs Besitzer. Der etwa 70-jährige Luis kennt alle Vorbesitzer beim Namen. Anfangs, um 1910, war der Bau ziemlich primitiv – eher wie eine Dorfschenke, sagt Luis – und dann wurde es immer weiter ausgebaut. Ich spreche ihn darauf an, dass hier fast ausschließlich Touristen zu sehen sind.
„Ja, nur 100 Menschen leben in Huacachina. Sie versorgen die Touristen und leben davon.“
Weiter Richtung Ica befindet sich eine bekannte Pisco-Route. Das sonnige Klima begünstigt das Wachstum von Wein. Eine Tour mit Verkostung und traditionellem Essen wäre mit Sicherheit interessant gewesen. Trotzdem entscheide ich mich, einfach nur die Oase zu genießen.
Die Laguna ist wirklich sehr klein. Man wird ständig von Verkäufern angesprochen, die ihre Reisen verkaufen wollen. So treffe ich den ganzen Tag auf Mario. Er ist ziemlich nervig, hat mir aber inzwischen einen guten Preis für Trip über die Wüste angeboten. Kurz bevor es losgehen soll, kaufe ich bei ihm die Tickets und treffe Nora. Sie ist reist ihrer Tochter seit fünf Monaten durch Südamerika. Die beiden kommen aus Ungarn, sind sehr sympathisch. Schnell entwickelt sich eine nette Unterhaltung. Austausch ist immer sehr wichtig; auf diese Weise kommt man einfacher weiter. Nora bekommt von mir die Nummer von Christian.
Mit Christian war ich zu Vinicunca gefahren. Er und sein Fahrer haben erzählt, wie man mit dem Auto zum Machu Picchu Pueblo gelangt. Die Züge, die nach Aguas Calientes fahren, streiken momentan und Nora wusste nicht, wie sie dorthin kommen sollte. So kann sie vielleicht auf eine gute Alternative zurückgreifen.
Die Tour über die Wüste findet in speziellen Autos statt. Wir drei Mädels sitzen ganz vorne neben unserem Fahrer Javier. Als ich die Tickets kaufte, war nur von zwei ständigen Trips und dem Sonnenuntergang die Rede. Dass wir kreuz und quer über die Sandberge mit Lichtgeschwindigkeit düsen und wie verrückt nach dem Tod suchen, hat niemand gesagt. Wenn wir da hier lebend herauskommen, wäre das ein Wunder, denke ich, während das Auto steil nach oben fährt, um sich gleich wieder in die Tiefe zu stürzen. Aus Angst, dass mir das Handy aus der Hand fällt, kann ich die Fahrt nicht filmen.
Nach gefühlten Ewigkeiten des höllischen Karussells bleibt Javier oben stehen. Wir dürfen jetzt mit dem Bord nach unten gleiten. Verrückter geht's nicht!
Javier möchte Deutsch lernen. Den Sonnenuntergang sehen wir beide, am Dach des Fahrzeugs sitzend. Wir plaudern über die Latinos, unsere Hautfarbe, Gott und die Welt. „Diese ist meine Heimat“, sagt Javier. Der 32-Jährige kommt jeden Tag hierher. Für ihn sind die Sonnenuntergänge zur alltäglichen Routine geworden. Ich finde, manchmal vergessen wir, das Schöne um uns herum zu sehen und muss an Deutschland denken. Für einen Moment habe ich vergessen, wie wir hierher gekommen sind, und das war auch gut so. Denn sonst hätte ich den Augenblick nicht genießen können. Die Rückfahrt ist genauso schlimm.
Wieder unten im Tal angekommen, endet der Abend für mich mit drei Pisco Sour, was definitiv kein gutes Ende ist – ha ha ha!Read more

























TravelerJa, ihr habt die Ruhe verdient aber dann wieder ein Abenteuer ( wie in der Sahara Wüste , haben wir vor 20 Jahre in Marokko erlebt ) und du hast recht „ die deutsche Jammer am höchste Niveau „ ich persönlich liebe mehr die Sonnenuntergänge ob am Wasser oder am Vulkanen ☀️weiter interessante Zeit wünsche euch 🫶