Good- bye Ella
February 18 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Inzwischen finde ich es richtig schade, Ella verlassen zu müssen. Abseits der lauten Hauptstraßen gibt es noch so viele Wanderwege, Wasserfälle und Tempel zu erkunden. Doch wir müssen weiter... Auch unsere Gastgeberin ist mir ans Herz gewachsen. Nachdem sie uns die Weiterreise organisiert hat, erklärt sie mir noch ihren paradiesischen Garten. Wir alle kennen eigentlich Gewürze wie Pfeffer, Kardamom, Zimt, Ingwer oder Obst wie Mangos, Papayas und Jackfrüchte. Aber die Pflanzen mit ihren Blüten bekommen wir nur selten zu Gesicht.
Pünktlich auf die Minute kommt Yoga – unser Fahrer für heute. Das neue Abenteuer beginnt.
Über 180 km und 5 Stunden bringt uns der 36-Jährige über abgerissene und überflutete Straßen sicher nach Sigiriya.
Zunächst geht es über sehr kurvige, schmale Straßen aus der Stadt. Yoga berichtet, dass es momentan überhaupt nicht die Regenzeit wäre. Doch aufgrund des Klimawandels gab es letzten Monat heftige Regenfälle. Straßen wurden zerstört, Berge rutschten ab und rissen Häuser mit Menschen in den Tod. Bahnstrecken wurden ebenfalls zerstört.
Immer wieder kommen wir an Bergrutschen vorbei. Im Stillen denke ich, wie viel Glück wir doch haben, dass wir überhaupt durchkommen, geschweige denn, dass wir von solchen Naturkatastrophen verschont geblieben sind.
Die Landschaften sind atemberaubend. Unterhalb der grünen Berge hängen weiße Wolken. Spektakuläre Panoramablicke. Leider nichts für meine Handykamera.
Yoga erzählt ein wenig über sich, das Leben und die Leute. Die Regierung tue zu wenig für die Menschen nach dem Unwetter...
Dafür bestätigt mir Yoga mein Empfinden, dass hier Hindus, Muslime und Buddhisten friedlich zusammenleben. Dies spiegelt sich auch in der Flagge von Sri Lanka wider, auch „Löwenflagge“ genannt. Sie symbolisiert die Einheit der verschiedenen ethnischen Gruppen und den Buddhismus. Ein goldener Löwe mit Schwert auf weinrotem Grund repräsentiert die singhalesische Mehrheit und deren Tapferkeit. Safrangelbe und grüne Streifen stehen für die Minderheiten der Tamilen und Muslime.
Je weiter ins Landesinnere wir kommen, desto schöner und sauberer wird es. Kein Plastik am Straßenrand. Kaum Verkehr, keine Touristen. Auf den meisten Straßenschildern ist kein Englisch mehr zu lesen. Dennoch fallen uns zwei unterschiedliche Schreibweisen auf.
Es gibt also Schulen mit der Mehrheit der tamilischen Bevölkerung. Dort wird Tamilisch und Englisch unterrichtet. Dann gibt es noch Schulen, an denen Singhalesisch und Englisch unterrichtet wird. Die weißen Schuluniformen für die Kinder sind genormt. Selbst die Frisur der Mädchen: Sie sollen die Haare zu zwei Zöpfen geflochten tragen, die Kleider knielang.
Was uns als Europäer verblüfft, sind die eigenartigen Kopfbewegungen der Menschen hier. Sie wackeln in flüssigen Seitenbewegungen mit dem Kopf, die uns völlig fremd sind. Wir erfahren, dass dies eine Art Zustimmung bedeutet.
Je weiter wir kommen, desto zerstörter werden die Straßen. Kurz vor Sigiriya tritt der See über die Ufer und überflutet die Straße. Unser Auto ist so klein, dass Yoga sich nicht traut, über das Wasser zu fahren. Der Fußweg liegt ca. 2 Meter höher. Den nehmen die kleinen Tuk-Tuks und Scooter. Vorsichtig steuert Yoga das Auto über den ca. 1,20 m breiten Gehweg. Wir passen tatsächlich da durch!!! Unglaublich, für mich ist er ein Held. Doch das war erst der Vorgeschmack des Abenteuers für heute!
Wir haben fast Sigiriya erreicht. Der Tag ist noch lange nicht zu Ende ;)Read more















