Mitten in Dschungel
February 18 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 23 °C
Nach der Aufregung der letzten Reisekilometer sind wir fast an der Unterkunft angekommen – zumindest laut Navi. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto größer wird meine Skepsis. Denn wir entfernen uns immer weiter von bewohnten Gegenden.
Es regnet. Wir sind da. Steigen aus dem Auto in die rote, aufgeweichte Matscherde. Yoga verabschiedet sich und macht sich aus dem Staub. Wir sind am Ende der Welt gelandet!
Sudamte, der Haushälter- unser Gastgeber, begrüßt uns und zeigt uns das Zimmer. Gäbe es die Wolken nicht, hätten wir einen spektakulären Blick auf die zwei berühmten, riesigen Felsen – die Sehenswürdigkeiten, wegen derer wir hierhergekommen sind. Sie sind fußläufig erreichbar, dachten wir. Deshalb hatten wir uns für Sudamtes Apartment entschieden. Momentan gibt es jedoch keinen Strom, kein WLAN, und die Toilettenspülung funktioniert nicht. Hier draußen gibt es auch kein Netz für mobile Daten.
Sudamte ist sehr lieb. Er bietet uns an, seine Fahrräder zu nutzen, um in die Stadt zu fahren. Allerdings sollten wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein. Kürzlich hatte es einen Zwischenfall gegeben, erzählt Sudamte. Auf meine Nachfrage hin berichtete er weiter: Vor zwei Tagen hatte ein Elefant einen 67 jährigen ungarischen Touristen zu Tode getrampelt. Wir sind eben mitten im Dschungel. Morgens und tagsüber sei das kein Problem, aber abends ist es hier gefährlich, so Sudamte. Inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob wir wirklich so viel Natur und Ruhe wollten!
Mir ist nach Weinen zumute!
Wir können nicht einmal Tuk-Tuks bestellen, um uns etwas zu essen zu besorgen. Unser Gastgeber organisiert uns einen Fahrer, der allerdings kein Englisch spricht. Mittlerweile ist es 15 Uhr. Die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit rückt näher. Nach langem Hin und Her fährt uns unser Gastgeber selbst in die Stadt – oder besser gesagt, in die bewohnte Umgebung.
Es ist nicht so, als hätten wir uns nicht über die Gegend erkundigt. Heute Morgen hatte ich mich mit Touristen unterhalten, die gestern noch hier waren. Laut ihnen kann man hier ohne Probleme herumlaufen.
Wir gehen etwas essen und machen unser Ding wie immer: Wir unterhalten uns ausgiebig mit den Einheimischen. Der Barbesitzer erzählt, wie das hier mit den Touristen läuft. Sie kommen, leihen Tuk-Tuks, fahren und laufen herum, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Auf die Ratschläge der Einheimischen möchten sie nicht hören. Erst gestern habe er ein Pärchen getroffen, das mit dem Tuk-Tuk auf einen Elefanten in der Stadt traf.
Wir erklären unsere Sichtweise: Natürlich wird kein Besitzer schreiben, dass seine Unterkunft in einer gefährlichen Umgebung liegt. Stattdessen schreibt man etwas von Ruhe und Natur. Der Barbesitzer rüstet uns mit vielen wertvollen Tipps aus. Die Elefanten kommen auch in die Stadt, genau wie alle anderen Tiere. Er gibt uns ebenfalls Tipps, wo wir unsere Vorräte kaufen können.
Sudamte holt uns nach zwei Stunden ab. Er gibt sich alle Mühe und zeigt uns dann noch die Gegend. Er klärt uns auf und zeigt, wo die Grenze zum Dschungel am gefährlichsten ist. Zurück in der Unterkunft gibt es tatsächlich wieder Strom, WLAN und warmes Wasser.
Abends ist es stockdunkel draußen. Dafür gibt es die einzigartigsten Geräusche, die man sich nur vorstellen kann!
Was für ein Tag!Read more















