Langweilig können wir nicht;)
February 25 in Sri Lanka ⋅ 🌙 26 °C
Zu Alfreds 60 - ten Geburtstag unternehmen wir eine Hindu-Tempel-Tour, die wir mit einer spannenden Krokodilfütterung abschließen.
Details unserer Tour:
In Trincomalee ist der Hinduismus die dominierende Religion, gefolgt von einer bedeutenden muslimischen Bevölkerung. Die tamilisch geprägte Stadt ist besonders für ihre hinduistischen Tempel bekannt, darunter der historische Koneswaram-Tempel. Die Region ist religiös vielfältig, mit etwa 48 % Hindus, 21 % Buddhisten und 14 % Muslimen.
Wir haben den Eindruck, dass unsere Fischerdörfer, in deren Randgebieten wir wohnen, eher von Muslimen besiedelt sind. Buddhistische Tempel findet man zwar vereinzelt, sie sind jedoch kleiner und seltener als in anderen Regionen der Insel.
Der Hinduismus ist die drittgrößte Weltreligion und gilt als eine der ältesten. Seine Geschichte beginnt nicht mit einem heiligen Buch oder einer einzelnen Person, sondern mit der Induskultur, einer der ältesten bekannten Zivilisationen der Welt. Sie blühte vor mehr als 4000 Jahren im Gebiet des heutigen Pakistan und Nordwestindiens. Der Hinduismus ist eine Sammlung verschiedener Traditionen, die als "ewige Ordnung" bezeichnet wird.
Unser Tuk-Tuk-Fahrer, der gleichzeitig der Restaurantbesitzer ist, bei dem wir neulich gegessen hatten, holt uns pünktlich ab. Er ist ortskundig und bringt uns zuerst zum Fort Frederick.
Die 1624 von den Portugiesen erbaute Festung wurde 1665 von den Niederlanden abgerissen, wieder aufgebaut und trägt seitdem ihren heutigen Namen. Sie ist für Besucher frei zugänglich und wird von der Regierung Sri Lankas kontrolliert; Tickets sind nicht erforderlich.
Anschließend fahren wir zu einem der großen Hindu-Tempel in Trincomalee. Die letzten 100 Meter legen wir zu Fuß zurück. Unterwegs werden Obstschalen für Opfergaben angeboten, gefüllt mit Bananen, Zitronen, Orangen und Kokosnüssen.
Ich folge den Menschen, die Gaben der Göttin bringen. Der große Raum ist erfüllt vom Geruch der Bananen und Kokosnüsse, deren Überreste in einer Nische des Tempels aufbewahrt werden, vom Geruch des Rauchs. Der kommt mir aus den Massage Salons sehr bekannt vor.
Am Hauptschrein der Göttin Kamadchi ist der Priester mit zwei Gehilfen damit beschäftigt, die Opfergaben entgegenzunehmen. Die meiste Aufmerksamkeit widmet er der Kokosnuss, die als wichtigste Gabe gilt.
Wir sind pünktlich zu einer Art "Gebet" anwesend. Filmen und Fotografieren ist nicht erwünscht, was schade, aber verständlich ist.
Im Inneren des Tempels entzünden drei in gelbe Gewänder gekleidete Priester Weihrauch und segnen damit einen mit Blumen geschmückten Gegenstand. Dann zerschneidet eine Priesterin eine Kokosnuss.
Die Kokosnuss wird als „Frucht Gottes“ bezeichnet und steht mitunter selbst für Gott, wird also zum Objekt der Anbetung. Doch sie repräsentiert auch den Menschen: Die harte Schale ist der grobstoffliche Körper, das Innere steht für die Wünsche, Hoffnungen und Innerlichkeiten des Menschen – auch für seine Sünden und Vergehen, für sein Anhaften an der illusorischen Wirklichkeit. Die drei Keimlöcher der Kokosnuss werden als Augen verstanden, wobei das dritte Auge ein „Auge der Weisheit“ ist – auch der Gott Shiva hat in der Überlieferung drei Augen.
Bei der Opferung wird die Kokosnuss zerschlagen; die Priesterin vollzieht damit symbolisch den Akt der Aufbrechung des Körpers, die Zerbrechung des Egos. Die Kokosmilch ergießt sich zu Füßen der Gottheit und symbolisiert das Verschmelzen des individuellen Selbst mit dem unendlichen Selbst. Das Ritual wird von Trommel- und Trompetenmusik begleitet.
Einer der drei Priester holt eine Art pinkfarbenen Schirm. Ein anderer trägt den geschmückten Gegenstand und tritt darunter. Sie verlassen den Altar und veranstalten eine Prozession im Inneren des Tempels – ein faszinierendes Erlebnis!
Nach dem Tempelbesuch treffen wir draußen auf viele der "heiligen Hirsche" von Trincomalee. Die freilebenden Axishirsche sind besonders im Bereich des Fort Frederick heimisch. Sie gelten als geschützt und bewegen sich frei zwischen Besuchern, Tempelanlagen und Bäumen im Festungsbereich. Für umgerechnet 1 € erwerben wir einen Teller mit Gemüse und Blättern und haben für ein paar Minuten Spaß an der Fütterung.
Auf dem Rückweg kommen wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Geruch der Fischmarkthalle hält uns von einem Besuch ab. Dafür machen wir einen kurzen Halt an den Ständen mit getrockneten Fischen.
Als wir am nächsten Tempel ankommen, wird dort gerade gekocht. Traditionelle vegetarische Speisen als Opfergaben (Prasadam) werden zubereitet. Diese Speisen, die oft Reis, Linsen, Currys und Früchte umfassen, werden nach den Zeremonien an Gläubige verteilt, um Segen zu empfangen.
Hier bleiben wir nicht zum Essen, da unsere Zeit begrenzt ist. Ich kenne den Brauch aber aus den Tempelbesuch im Hamm. Demnächst werde ihn in Deutschland bestimmt das Essen nachholen;)
Unweit der offenen Kochstelle werden wieder Kokosnüsse zerschlagen – nächste Bedeutung des Zerschlagen- Zeichen für ein soeben abgelegtes Gelübde.
Auf dem Rückweg zeigt uns der Fahrer, wo wir in einem Alkohol-Shop Bier zum singhalesischen Preis kaufen können. Normalerweise wird die Ware (das Alkohol) über ein Fenster im Gitter verkauft. Als " Weiße " werden wir immer rein gebeten. Das fühlt sich seltsam an, vor allem, wenn an den Verkaufsfenstern Schlangen von Menschen stehen und warten, bedient zu werden.
Später geht es auf die Hühnerfarm des jüngsten Bruder unseres Guides. Wir kaufen einen großen Eimer mit Hühnereingeweiden, um heute Abend die Krokodile füttern zu können. Eigentlich übernimmt unser Fahrer das Ganze, wofür ich ihm dankbar bin. Er nimmt auch die stinkende Masse mit sich, damit wir sie nicht mit ins Hotel schleppen müssen. Nachdem seine Frau am Nachmittag für uns gekocht hat, fährt er uns samt Krokodilfutter zum See. Unterwegs kommen wir an vielen Gemüsefeldern vorbei. Zum ersten Mal sehe ich Okra-Gemüse!
Am See angekommen, liegen zwei Krokodile am Land. Sie flüchteten allerdings vor dem Tuk-Tuk ins Wasser. Überhaupt erweisen sie sich als recht scheu. Stehen wir zu dicht am Ufer, trauen sie sich nicht an das Futter. Am Ende kommen sie doch noch. Spektakulär, die Tiere aus der Nähe beim Essen zu beobachten.Read more


























