• nach Tafraoute تافراوت ⵜⴰⴼⵔⴰⵡⵜ

    11. februar 2019, Marokko ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir haben ja gestern schon eingekauft und müssen nur noch das mit den verschiedenen Wassern erledigen und den Platz (210 DHM) bezahlen. Der Helfer auf dem Platz erklärte mir, dass man nur das Wasser ganz beim Eingang trinken kann, es wurde dafür aufbereitet, die Leitung habe deshalb nur wenig Druck. Das Brauchwasse rfür Duschen und Abwasch auf dem Platz muss mit einer Pumpe aus dem Reservoir gehoben werden. Geregnet habe es leider nur im Oktober ein wenig, der Rest kommt aus einem Stausee, oben in den Bergen.
    Wir starten als gen Nordosten, mit Susann am Steuer. Zuerst auf der neuen Strasse durch Sidi Ifni, von den Einheimischen nur Ifni genannt, und steuern dann weg, auf der N12 nach Guelmim. Die Stadt ist als Militärstadt beschrieben, hat aber dennoch seinen Reitz, es wurde viel, aus unserer Sicht, schönes Gebaut und sie macht einen gepflegten Eindruck. Dann auf der N1 bis Bou-Izakarn. Über diese Strecken gibt es nichts zu erzählen, die wahre Schönheit der Landschaft kommt erst später zur Geltung.
    Auf der schmalen, kurvigen Nebenstrasse, der P1915 fuhren wir durch viele kleine, aber sehr schöne und saubere Dörfer. Viele davon waren richtige Oasen. In der Steinwüste tauchten plötzlich Palmen und grüne Wiesen auf. Den schönen Häusern und den fehlenden Bauruinen nach zu urteilen, ist dies eine reiche Gegend. Etliche private Paläste wurden von Bewohnern gebaut, welche reich wurden und sich so in ihrem Dorf niederliessen.
    In Ifrane de Anti-atlas schalteten wir einen Halt ein, hier könnte man beim Bürgermeister mit dem WoMo einige Tage bleiben. Wir parkten auf einem schattigen Platz und erkundeten das Dorf zu Fuss. Zuerst viel uns die Ruinen zur Linken auf. Es handelte sich um eine Garnisonsstadt aus früheren Zeiten, ziemlich zerfallen, aber sauber. Dann bummelten wir durch den Ort, erstaunlicherweise war es sehr ruhig, kein Wunder, am Montag sind alle Geschäfte geschlossen - so ein Pech auch. Also überquerten wir das trockene Flussbett und stiegen am anderen Ufer zum Weg hinauf - und was entdeckten wir hier ? Einen Wasserkanal, ähnlich den Walliser Suonen. Zwei Schülerinnen kamen uns gerade entgegen, kicherten und begrüssten uns mit einem "bong schuur" - hier, bei der Berbern, ist französisch eher unbekannt ;-)
    Wir gelangten schliesslich auf einem schmalen Pfad mitten in eine richtige Oase, mit riesigen Dattelpalmen, kleinen bewässerten Gärten und überall Bewässerungskanälen. Richtig schön !!!!!!
    Zurück gelangten wir über die alte, eher zerbrechlich scheinende Brücke in das Dorf. Im Bachbett fliesst wirklich ein wenig Wasser, genug, um darin Fische zu sehen!
    Wir nahmen wieder die Strasse unter die Räder, jetzt wurde die Strasse schmaler und die Schlaglöcher erforderten erhöhte Aufmerksamkeit. Wir sind ja mittlerweile geübte Marokko-Fahrer und können auch auf engen Strassen Lastwagen kreuzen.
    Die Gegend wurde immer einsamer, wir sahen auch keine Schafe oder Ziegen mehr - nur Steine und ab und zu ein paar Büsche.
    Dennoch wurden an allen Hängen tausende von Terrassen aufgebaut, um bepflanzt zu werden.
    Nach einigen Auf und Ab auf der schmalen, aber knapp asphaltierten Strasse gelangten wir auf die gut ausgebaute R104, welche von Tiznit her führte.
    Endlich in Tafraoute angekommen, schauten wir uns die Campingplätze an - freies Übernachten ist ja, wie gesagt, verboten. Wir wählten den "3 Palmier" aus, aber nicht auf dem Platz, sondern nebenan. Hier kann man sich irgendwo zwischen den grossen Steinen aufstellen und bezahlt dem Wächter die 15 dh fürs aufpassen. Kaum angekommen, fragte uns eine Frau, ob wir bei ihr ein Abendessen bestellen, oder die Wäsche waschen lassen wollen. Das Angebot der Wäsche nahmen wir gerne an.
    Nach dem Sonnenuntergang hinter dem Berg, wurden die Berge der gegenüber liegenden Seite bald in einem romantisches Rot angestrahlt.
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