Tafraoute 3, Wanderung nach Tirgut
14. februar 2019, Marokko ⋅ ☀️ 18 °C
Heute Morgen haben wir Brot vom fahrenden Händler gekauft, Baguettes und Fladenbrote.
Bevor wir uns wieder auf eine Wanderung machten, fraget ich unseren Nachbarn, ob er den Wasserfahren unseren Wassertank auffüllen kann.
Ebenfalls war noch Zeit, damit mir Susann die Haare schneiden kann.
Nun aber los, wir durchquerten den Stellplatz in Richtung Norden, dann durch ein Stück Steinwüste, bevor wir die ersten Zelte der Berber sahen. Neben einem Zelt entdeckten wir eine Umzäunung - was da wohl dahinter sein könnte. Wir lugten natürlich über den Zaun und sahen viele junge, meist schwarze Schafe, mit weissen Hängeohren. Sie tollten herum, wie in einem richtigen Kindergarten.
Der Anstieg begann, auf einem schmalen Weg kamen wir an unzähligen kleinen, grossen und sehr grossen Felsbrocken vorbei - und wir schossen ebenso viele Fotos.
Der Weg war meist gut erkennbar, man kann ja nichts falsch machen, man muss nur die Richtung kennen, dann geht's irgendwie durch die Steine und Felsen. Der Abstieg war jedoch von Menschen bearbeitet, genau so gut wie ein Bergwanderweg in den Alpen.
Im Tal erlebten wir dann eine Überraschung. Im sehr trockenen, flachen Gelände standen ab und zu ein paar verlassene Arganien Bäume oder Palmen. Doch da war auch ein seltsames Geräusch, fast wie das Rauschen von Wasser - das konnte es natürlich nicht sein - oder doch ?
Da war wirklich ein staubtrockenes Flussbett und darin ein Rinnsal von fliessendem Wasser. Wir liessen es uns nicht nehmen, die Füsse darin zu baden - hier gibt es keine Krokodile :-)
An den Ufern hingen Äste und Zweige auf etwa 5 Metern Höhe, wir schliessen darauf, dass es hier manchmal extreme Hochwasser gab.
Unsere Wanderung führte uns quer durch die Einsamkeit zum Dorf Tirgut, im Amelntal, wo wir Jungs der Koranschule trafen, welche uns, wir üblich, freundlich begrüssten und uns den Weg wiesen.
Auf dem Rückweg kehrten wir in der Auberge Kasbah chez Amalya ein, eine vornehme Herberge mit Swimmingpool. Da wären wir gerne hinein gestiegen, wäre das Wasser nicht so kalt gewesen - im Sommer wird es bestimmt angenehmer sein.
Wir sassen, wie die Fürsten, neben dem Pool, auf Kissen in einem aufgestellten Berberzelt!
Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den berühmten "Tête de lion", eine Felsformation, die einem Löwen mit Mähne gleicht.
Wieder in Tafraute fanden wir einen Laden, der Glacé verkauft, natürlich mussten wir eine haben, sowas wie Magnum.
Wieder beim Auto, erschien auf einmal eine verschleierte Frau mit ihrem Jungen, beider Augen leuchteten, als sie von uns ein Schoggistängeli erhielten. Wir konnten uns mit ihnen nicht verständigen, aber wir sahen es als Dankesgeste, als sie den Schleier lichtete und wir ihr junges, schönes Gesicht sehen durften.
Wir schlossen den eindrucksvollen Tag mit den letzten Sonnenstrahlen ab.Læs mere






















