Hoi An
25. januar 2023, Vietnam ⋅ ☁️ 17 °C
Um 4.05 Uhr klingelte schon der Wecker, um rechtzeitig den Bus nach Hoi An zu erwischen. Der Bus war, wie der Zug bei der Hinfahrt, wieder sehr spannend aufgebaut: 2 stöckig mit Betten, inkl Polster und Decke. Man hatte viel mehr Platz als im Zug und die Klima blies einem auch nicht gleich ins Gesicht. Und sehr spannend: beim Einsteigen mussten wir die Schuhe ausziehen und bekamen sie in ein Plastiksackerl gesteckt. Obwohl es durch diverse Videos etwas laut war (ich glaube viele der Vietnamesen haben noch nie was von Kopfhörer gehört) konnten wir dennoch halbwegs gut schlafen. Einzig wenig Platz gab es fürs Handgepäck (keine Fächer oder Sonstiges), aber das konnten wir auch gut lösen. In Da Nang (Stadt vor Hoi An) fragte uns der Busfahrer noch einmal wo wir hinwollen und plötzlich sollten wir von einer auf die andere Sekunde aussteigen. Im ersten Moment komplett unverständlich für uns, da wir ja ein Ticket bis Hoi An gekauft hatten und noch etwas müde in unseren Sitzen lagen. Ein Brite, dem es gleich ging wie uns, begann wild zu fluchen. Wir beschlossen mal zu schauen was kommt, da meine Versuche mit dem Fahrer via Google Translate zu kommunizieren, scheiterten. Spannenderweise standen Taxis für uns bereit und wir mussten nichts drauf zahlen. Anscheinend rentierte es sich für den Bus nicht weiterzufahren, aber direkt sagen konnte uns das auch keiner. Letztendlich war das sehr praktisch, da wir nun für die letzte Stunde einen privaten Chaffeur hatten. Vom Busbahnhof bis zum Homestay wars dann zum Glück auch nicht mehr weit.
Mittags in Hoi An angkommen suchten wir uns via Tripadvisor Lokale zum Essen raus und wurden auf einen Laden hingewiesen, der die Besten gefüllten Sandwiches machen soll. Als wir dort ankamen erwartete uns schon eine riesen Warteschlange. Es gab nicht sonderlich viel Auswahl: Huhn oder Schwein und scharf oder nicht scharf 😆 wir können sagen: das Warten hat sich gelohnt, sie waren echt lecker! Sehr lustig: am letzten Tag gingen wir nochmals hin, um uns etwas zu holen und plötzlich war der Stand weg und ein Lokal daneben entpuppte sich als der echte Sandwichladen 😂 und spannenderweise war das erste Sandwich viel besser als das Zweite 😆 wir glauben, dass wegen Tet viele Lokale geschlossen hatten und der Stand vom fehlenden Geschäft vom Lokal profitieren wollte. Aber egal, hauptsache Essen 😏 allgemein ist das Essen in Vietnam wirklich lecker und zum Glück (außer man bestellt es explizit) auch gar nicht scharf! Ich komplett begeistert, Preis, Qualität und Geschmack stimmen hier für mich zu 100% und meine Sorgen von Nepal haben sich dahingehend in Luft aufgelöst 😄
Nach dem Essen starteten wir unsere Sightseeing Tour. Um die Altstadt betreten zu dürfen, muss man sich ein Ticket kaufen. Mit diesem darf man 5 Gebäude seiner Wahl näher besichtigen und man bekommt eine Brochüre mit. In Hoi An wurde uns klar: hier sind alle Touristen abgeblieben, die wir bis jetzt nicht gesehen hatten! Ein Gewusel sondergleichen, man kommt kaum durch. Dazwischen zwängen sich immer wieder Fahrradtaxis durch, das macht das Durchspazieren auf Dauer echt mühsam. Außerdem sehr auffällig:
Hier gab es endlich unzählige Souvenirläden. Kaum zu glauben, aber bis jetzt konnte ich in den anderen vietnamesischen Städten noch keine Magnete oder Postkarten kaufen. Aber endlich war es so weit 🥳 Außerdem ist Hoi An für seine Schneidereien, Restaurants und Cafes bekannt. Viele lassen sich hier Kleidungsstücke maßschneidern (haben viele junge Männer mit Anzugssackerln gesehen) und überall gibt es kleine lokale Essensstände mit sauren Reispalatschinken, aufgeschnittenes Obst mit roten Gewürz, Bananenpalatschinken mit Nutella und Spieße mit Fleisch & Fisch frisch gegrillt.
Markant in der Altstadt ist die japanische Brücke, die sehr alt ist und aus Holz besteht. Darüber hinaus hängen in der ganzen Stadt Lampignons, echt wunderschön 🥰 zu besichtigen sind alte Häuser, die oftmals über 7 oder mehr Generationen bewahrt werden, Assembly Halls (Tempel mit riesigen Räucherstäbchenspiralen, mit einem Tor und kleinen Hof oder Garten) und Museen. In den Assembly Halls kann man gegen Geld pinke Karten kaufen wo die Vietnamesen ihre Wünsche aufschreiben und dann mit einem Schamanen besprechen. Dann nehmen sie ein Räucherstäbchen und beten vor dem Altar, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Sie nehmen den Wunsch mit nach Hause und nach einem Jahr verbrennen sie ihn. War sehr spannend zu sehen.
Am nächsten Tag hatten wir einen Kochkurs bei ‚Coconut Fragrance‘ gebucht. Wir haben auf anderen Blogs davon gelesen und können den Kurs ebenfalls nur weiterempfehlen. 👍 Eine nette Dame holte uns in der Früh mit einem Bus ab. Dann fuhren wir zum Markt, wo wir durch die verschiedenen Sektionen spazierten und sie uns immer wieder Dinge erklärte. Wir durften auch viel probieren (zB Stinkfrucht und anderes Obst) und können nun einen frischen von einem alten Fisch voneinder unterscheiden zB. Auch spannend: wir sahen die Bananenblüte aus der später ein leckerer Salat gekocht wurde. Insgesamt waren wir 5 Leute beim Kochkurs, das war eine sehr angenehme Anzahl. Nach dem Markt ging‘s zum Fluss in ein kleines rundes Boot. Unser Steuermann war sehr motiviert und drehte uns gleich mal im Fluss einige Male wie im Karussel um den Kreis. Dann durften wir ein Fischnetz ausrollen und Krabben angeln gehen. Ich hatte sogar Glück und fing eine Krabbe, die wir kurze Zeit später wieder in die Freiheit entließen. 💪 Danach ging es zum Haus der Besitzerin für den Kochkurs. Jede von uns hatte eine eigene Kochstelle und bekam eine Schürze. Zunächst stellten wir selbst Reispapier her für die Frühlingsrollen. Dafür mixten wir diverse Reismehle mit Wasser zusammen. Anschließend durften wir die Masse in einer Pfanne spiralenförmig rausbraten. Es gab später herausgebratene Frühlingsrollen und frische Sommerrollen mit Shrimps und Gemüse & Mango. Außerdem schnitzten wir aus einer Tomate einen Schwan. Anschließend bereiteten wir die leckeren Reispfannkuchen zu. Dafür wurde eingeweichter Reis in eine alte Maschine gegossen, am Ende kam dann Reismilch raus. Die wurde dann noch mit Gewürzen verfeinert. In den Pfannkuchen kamen dann noch Fleisch & Shrimps. Mit einem Reisblatt und Salat zusammengemixt entstand ein leckerer Wrap. Die Soßen, die wir dazu gegessen haben, haben wir auch selbst gemacht. Dann gab es noch einen bunten Salat mit Bananenblüten und extrem leckeren marinierten Shrimps. Als Hauptspeise entschied ich mich dafür eine traditionelle Pho Suppe zu kochen, wohingegen Sophie einen Fisch zubereitete. Beides schmeckte sehr lecker. Als Nachspeise bekamen wir dann noch einen klebrigen Reis mit Banane drinnen mit Mangos und Kokosnusssauce. Am Ende konnten wir uns kaum noch bewegen so voll waren wir 😂 es machte echt Spaß traditionell vietnamesisch zu kochen, die Besitzerin leitete den Kurs echt toll (ihre ganze Familie half mit und räumte alles immer sehr schnell wieder weg oder schnitt uns das Gemüse schon vor) und das Essen schmeckte auch sehr lecker. Am Ende bekamen wir die Rezepte mit und auch noch Essstäbchen und einen Gemüseschäler geschenkt. Es war wirklich ein tolles Erlebnis! 😄
Am Abend spazierten wir noch durch das beleuchtete Hoi An. In der Altstadt mit den hellen Lampignos entstand eine schöne Atmosphäre 🥰: es wurden Bootstouren angeboten und man konnten in Papierschachteln eine Kerze anzünden und diese ins Wasser fallen lassen. Außerdem gingen wir zum berühmten ‚Night Market‘ (viele asiatische Städte haben Einen): dort waren viele Essensstände aneinandergereiht und es gab auch wieder Souvenirs zu kaufen. Leider war abermals sehr viel los, was uns nach der Zeit etwas ermüdete.
Am zweiten vollen Tag in Hoi An buchten wir über unsere Unterkünft einen Halbtagesausflug nach My Son, der leider etwas ein Reinfall war. Einerseits lag es am Wetter: es schüttete wie aus Kübeln durchgehend während des Ausfluges. Andererseits lag es am Guide, der eine derart schlechte englische Aussprache hatte, dass man ihn segr schwer verstand. Und seine Versuche witzig zu sein waren echt mies und machten ihn nicht gerade sympathischer. Außerdem hatten wir kaum Zeit uns selbst die Ruinen noch anzusehen und wurden gar nicht durch alle Teile der Ruinen durchgeführt. Das war für mich unverständlich. Die Geschichte dahinter war schon spannend, leider gibt es kaum mehr ‚echte Ruinen‘ (wurden von den Cham Volk, eine indigene Volksgruppe erbaut), die wurden alle nachgebaut nach dem Vietnamkrieg. Aber die Führung und der Regen trübten das Erlebnis. Das Mittagessen war leider auch wiederlich und die versprochene Bootsfahrt am Schluss bestand aus einer 10-minütigen Flussüberquerung. Am Ende waren wir froh wieder im Hotel zu sein. Übrigens wieder ein Homestay: Vanh An (ok würden wir sagen)
Am Nachmittag machten wir uns dann noch einmal in die Altstadt auf. Da dann doch noch die Sonne kurz rauskam entschieden wir uns unseren Regenschutz in der Unterkunft zu lassen. Wie sich später herausstellte ein fataler Fehler: ca 1h später begann es wie aus Kübeln zu schütten und es hörte auch nicht mehr auf 🙈 was macht man, wenn es regnet in Hoi An? Nein, nicht shoppen, sondern einen Lampignonworkshop 😄 eindeutig zu empfehlen: The Latern Lady. Man konnte sich entscheiden, ob man das Holzgestell selbst machen oder nur die Lampingnon bespannen will. Uns reichte das vorgefertigte Holzsgestell zum Bespannen. Dann durfte man sich verschiedene Formen des Holzrahmens aussuchen und Muster für den Lampignon aussuchen. Die Damen, die uns halfen waren echt nett und es herrschte eine nette Atmosphäre dort. Wir brauchten dann doch ziemlich lange, aber das Endergebnis kann sich sehen lassen. Wir freuen uns sehr über unsere eigenen Lampignos 🥰 der Heimweg war dann leider sehr nass, immerhin hatte ich im Gegensatz zu Sophie, noch meine Regenjacke mit, die dann aber beim Homestay angekommen, auch total durchnässt war 😅 in der Regenzeit wird die Stadt anscheinend jedes Jahr geflutet, das können wir uns mittlerweile leider gut vorstellen…
Für den Abend hatten wir uns bereits ein Shuttle von Hoi An nach Da Nang reserviert, da nach Corona die Busverbindung immer noch nicht wieder aufgenommen wurde. Wir schliefen die Nacht in Da Nang, da es am nächsten Tag wieder zum Flughafen ging. Mittlerweile waren wir 3 Mal in Da Nang und haben uns nie die Stadt angesehen 😆 soll aber abgesehen von der Drachenbrücke, die wir vom Auto aus gesehen haben, auch nicht so toll sein. Leider schüttete es da immer noch, sodass unsere Schuhe zu Seen wurden. 🙈
Alles in allem: voll nette Stadt, aber sehr überlaufen. Highlights: Kochkurs & Lampignonworkshopn😊
Weitere Dinge, die uns in Vietnam aufgefallen sind: es gibt nirgends öffentliche Mülleimer, die Dusche ist oftmals mitten im Bad ohne Duschkabine oder -vorhang sodass alles nass wird, die Grabsteine auf den Friedhöfen sind kleine bunte Tempelanlagen, viele große Supermärkte gibt es nicht eher mehr kleine Shops, wenn man ein privates Haus betritt muss man vor dem Eingang oftmals die Schuhe ausziehen, viele Vietnamesen setzen auf die natürliche Heilwirkung von Kräutern & Obst/Gemüse anstatt in die Apotheke zu gehen, viele kleine Kinder tragen sogar große Stoffmasken im Freien, zu Tet zu reisen ist zwar cool aber oftmals viel teurer als zu nicht Tet Zeiten und auch umständlicher bzw hat nicht alles offenLæs mere

Freu mich schon auf meinen Gastkoch [Geli]



















