• Osaka

    February 26, 2023 in Japan ⋅ ☁️ 8 °C

    In Osaka habe ich mir einen Tag die Stadt angesehen und einen anderen Tag war ich in einem Onsen. Da ich leider Zeichenmäßig keinen Platz mehr im Onseneintrag gefunden habe, gibt‘s nun einen eigenen Eintrag zu Osaka:

    Osaka ist vor allem für sein Streetfood und andererseits für seine vielen Shops bekannt. Wenn man mit einen Schnellzug ankommt dann nicht direkt in Osaka sondern in Shin Osaka. Dann muss man mit einem lokalen Zug mal zum Hauptbahnhof nach Osaka fahren. Der Bahnhof ist wirklich sehr groß und hat eine Rolltreppe die in einem bergauf fährt, dann gerade wird und dann wieder bergauf fährt. Zunächst ging es mal wieder zur Touristeninfo, um mir einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Es gibt verschiedene Stadtviertel und auch ein Viertel mit einem Aquarium und den japanischen Universal Studios. Da ich vorhabe in LA die amerikanischen Universal Studios zu besuchen und ich mir lieber noch etwas Japan ansehen wollte, entschloss ich mich gegen einen Besuch. Außerdem habe ich gelesen, dass dort die Attraktionen nur auf Japanisch sind und es nur Hinweisschilder auf Englisch gibt. Da meine Japanischkenntnisse leider immer noch sehr begrenzt sind, hätte das glaube ich wenig Sinn gemacht 😆
    Mit dem JR Pass kann man gratis einen ‚Loop Zug‘ benützen, der einen Kreis in der Stadt abfährt. Leider fährt dieser nicht so oft wie gedacht, da war ich von Tokyo Besseres gewohnt.

    Bevor es mit dem Sightseeing losgehen konnte, wollte ich noch einen Punkt von meiner Essensliste abhacken: Running Sushi. Lustigerweise hatte ich vorher bereits etwas recherchiert und die Dame von der Touristeninfo empfahl mir auch das Gleiche Lokal: Goku bzw unter ‚Ganko Kaitenzushi‘ auf Google Maps zu finden. Zunächst musste ich wieder ein Ticket ziehen, um mich für einen Platz anzumelden. Im Lokal konnte ich mit einem kleinen Tablet maximal 4 verschiedene Sushi Sorten auf einmal bestellen. Man sieht vor sich wie die Köche das Sushi frisch vor dir zubereiten. Ich wollte noch möglichst verschiedene Dinge probieren und bestellte ein Mal quer durch die Karte: einen ganz exklusiven Thunfisch der rauchig schmeckte, Lachs, Thunfisch mit Avocado + Mayonnaise + Zwiebel (mein klarer Favorit), Shrimps, Aal mit einer Soße in einer Bootsform (=Gunkan), einen Fisch der Saison, Sushi mit Eierspeise und ein Packerl mit Lachs + Frühlingszwiebel + eine Art Kaviar (?). Es war zwar doppelt so teuer wie mein normales Mittagessen in Japan, aber der frische Fisch war echt köstlich! Man hätte auch ohne Tablett bestellen und sich einfach was vor sich beim Running Sushi vorbei kam nehmen können. Am Ende werden die Teller von einer Kellnerin mit einem elektronischen Gerät gezählt. Dann bekommt man eine Rechnung und darf zur Kassa zahlen gehen. Das war echt ein kulinarisches Highlight!

    Anschließend beschloss ich mir das berühmte Viertel Dontonbori anzusehen. Dort gibt es viele Streetfood Lokale & andere Shops. Auf der Hauptstraße wuselte es wie in Tokyo, ich sah vor den einzelnen Lokalen riesige Schlangen, unvorstellbar. Auch die Gebäude waren speziell: oftmals war da nicht nur ein einfaches Schild mit dem Lokalnamen, sondern 3D Figuren von dem zu verkaufenden, wie zB Krabben oder große gezeichnete Männerfiguren. Gefühlt an jedem Stand wurde das Gleiche verkauft: Takoyaki. Das sind herausgebratene Bällchen mit Oktupusteilen drinnen. Ohne zu wissen, dass das hier so gehypt ist, habe ich es am Tag zuvor bei der Teezeremonie in Kyoto probiert und muss sagen mir hats nicht so geschmeckt. Wenigstens ist es mir mal nicht schwer gefallen auf ein Streetfood zu verzichten 😆 Sonst waren mir einfach viel zu lange Schlangen bei anderen Geschäften und grenzwertig viele Leute unterwegs.

    Am Abend nach meinem Onsenbesuch bin ich noch zufällig in der Shinsekai Area herumspaziert. Dort gibt es einen berühmten Turm in Osaka den ‚Tsutenkaku‘. Da sah ich ein Lokal wo man sich den Fisch, den man später essen will, selber in einem großen Becken mit einer Angel fangen kann. Schon eine lustige Idee 😆

    Am Tag meines Weiterfluges nach Indonesien war ich auch noch einmal in Osaka. Hier kam dann ein weiteres Highlight meiner Japanreise hinzu: Die Übernachtung in einem Kapselhotel 🥰 Die Check-In Erfahrung war schon einmal sehr spannend: die Dame konnte kein Englisch und hatte ein kleines Übersetzungsgerät bei sich. Sie sprach etwas auf Japanisch rein und ich konnte die Übersetzung dann vom Bildschirm auf Englisch ablesen. Es gab ein eigenes Schließfach für die Schuhe, der Schlüssel hierfür wurde von der Rezeptionistin aufbewahrt. Dann musste ich zu einem Automaten gehen, meine Zimmerkarte reinschieben und dann über den Automaten den Preis für die Übernachtung zahlen. Anschließend führte mich die Dame zu kleinen Schließfächern, die wie Bankschließfächer aussahen, um die wichtigsten Wertsachen zu verstauen. Weiter ging es in ein eigenes Stockwerk für Frauen, welches nur mit Zutrittskarte geöffnet werden konnte. Der Badebereich sah sehr luxuriös aus: große, beleuchtete Schminkspiegel & weitere Ausstattung standen zur Verfügung. Das Gepäck wird separat in einem Spind aufbewahrt. Da mein Rucksack dafür viel zu groß war, musste ich ihn runter zur Rezeption bringen, dort wurde er mit einem Schloss an einem Metallregal festgekettet. Im Spind standen zwei Handtücher und ein violetter Pyjama zur freien Benutzung zur Verfügung. Bei manchen Kapselhotels würde man auch Zahnbürste & Zahnpasta bekommen. Die Dusche war auch sehr geräumig mit eigenem Vorraum zum Sachen aufhängen und bot wieder diverse Duschgels & Shampoos. Der Raum mit dem Kapsel war wie ein großer Schlafsaal. Bei der Wahl der Kapsel konnte man im Vorfeld schon aus den Kategorien Standard & Superior wählen. Ich entschied mich für Standard, was wie ein 90x200cm Bett bei uns ist. Man kann die Kapsel von der Bettkante aus betreten und hat dann einen eigenen Vohang zum ‚abschließen‘. Von den Lichtern kann man zwischen großen Licht und Bettlicht manuell bei einer Steuerkonsole wählen. Dort hätte man auch einen Wecker stellen können und es gab USB Anschlüsse zum Aufladen des Handys. Obwohl der Raum so groß war, schlief ich überraschend gut und fühlte mich durch die Kapsel nicht beengt. ☺️

    Die letzten Stunden vor meinem Abflug verbrachte ich noch mit meiner Lieblingsbeschäftigung in Japan: Essen 😆😍 es gab ein Lokalkette (Kushikatsu Daruma), vor dem ich überall sehr lange Schlangen sah. Da hab ich mir gedacht: das muss ich auch noch testen! Leider war es den Aufwand meiner Meinung nach nicht wert: es gab alle möglichen Dinge in panierter und fritierter Form zu ziemlich hohen Preisen. Ich testete: ein besseres Rindfleisch, ein Hühnchen mit einem Gewürzblatt, eine Lotuswurzel, einen Fischkuchen mit Käse und einen Reiskuchen. Die Größe war im Vergleich zum Preis wirklich mini und das Frittierte nahm dem Inhalt den guten Geschmack. Kurz gesagt: ein Hype den ich nicht ganz verstehen kann 😅 also ging es anschließend noch zu meinem geliebtem Sushi Lokal ein paar Meter weiter. Für mich das Beste Sushi, das ich während meiner Japanreise gegessen habe 😋 Anschließend ging es dann noch weiter in die Stadt, um mir Proviant für den bevorstehenden langen Flug und den ersten Tag in Indonesien zu kaufen. Außerdem konnte ich nach ewiger Suche endlich die beliebtesten Kit Kat in ganz Japan probieren: Pfirsich Kit Kat. Klingt etwas abwegig, ist aber wirklich lecker. Mein persönlicher Favorit bleibt aber trotzdem Schokolade-Orange 😏 Ich schlenderte noch etwas duch die Straßen Osakas, dann musste ich mich eh schon auf den Weg zum Flughafen machen.

    Alles in allem war Osaka wie erwartet: Onsen, Essen und meine Kapselhotelerfahrung werden mir sehr positiv in Erinnerung bleiben, wegen der Stadt an sich würd ich nicht mehr extra kommen 😉
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