• Auf dem Thakhek-Loop

    January 25 in Laos ⋅ ⛅ 26 °C

    Weiter ging unsere Reise mit einem Liegebus, den wir spontan am Busbahnhof buchten.
    Sieben Stunden lagen vor uns, Ziel war Thakhek. Der Bus war überraschend komfortabel, jedoch waren die Liegen sehr eng und wir waren froh, dass wir uns kannten. Mit einer fremden Person liegend auf einer 1 Meter breiten Pritsche zu schlafen, würden wir doch etwas befremdlich finden. 😅
    Die Strasse war für laotische Verhältnisse richtig gut, es hatte kaum Schlaglöcher und so schmiss es uns kaum aus dem Bettchen. ⛑️
    Einen richtigen Stopp mit Toilette gab es nur einmal. Ansonsten erledigten Männer und Frauen ihre Bedürfnisse in Reih und Glied am Strassenrand.
    Die Frauen waren vorbereitet und hatten alle Röcke dabei, die sie schnell überzogen, um den Popo bedecken zu können. 🍑

    In der Stadt Thakhek angekommen suchten wir uns eine Unterkunft etwas ausserhalb des Zentrums, welche super ruhig war.
    Am nächsten Morgen mieteten wir uns einen Roller, der uns praktischerweise direkt zur Unterkunft gebracht wurde. 💪
    Wie immer machten wir zuerst Fotos vom Zustand, sicher ist sicher, und dann ging es los. 🚀
    Unser Plan war der bekannte Thakhek Loop. Eine mehrtägige Motorradrunde, je nach Route etwa 450 Kilometer lang.
    Wir entschieden uns, den Loop gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. 🕓

    Der erste Halt war die Xieng Liap Cave. Eine eher wilde Höhle, wenig ausgebaut, sehr dunkel und ohne zu klettern gar nicht begehbar. Einen Unfall wollten wir nicht provozieren und so drehten wir nach einiger Zeit wieder um.

    Danach ging es weiter zur Tam Nhan Ene Cave, und die hat uns richtig begeistert. Sie ist gut ausgebaut und deutlich tiefer, als wir erwartet hatten. Die Beleuchtung war ganz schön kitschig, aber uns hat es gefallen. 😅
    Die Grösse der Höhle hat uns beeindruckt und wir genossen ein paar ruhige Minuten in Stille, bevor wir wieder französisches Gequatsche hörten. Übrigens sind geschätzt 90 Prozent der Touristen hier aus Frankreich. Vielleicht ein Überbleibsel der Kolonialisierung. 🤔

    Danach wurde die Fahrt anstrengender. Die Strassen waren bis jetzt und werden es noch bleiben in einem schlechten Zustand. Viel Staub, Sand, tiefe Löcher und immer wieder sind riesige Lastwagen mit Anhängern auf 26 Rädern unterwegs, die an uns vorbeidonnerten und uns komplett einstaubten.
    Der Staub hing in der Luft, setzte sich im Gesicht fest und kroch in die Augen. Wir waren froh, als wir endlich unsere erste Unterkunft erreichten. 🛌
    Unterwegs machten wir noch Halt bei einer Apotheke. Im Bus hatte Chantal offenbar etwas gestochen oder gebissen. Die Schwellung am Arm wurde riesig und schmerzhaft. 🥴
    Der Apotheker wollte uns zuerst eine pflanzliche Creme verkaufen. Wir suchten kurz online nach cortisonhaltigen Cremes, zeigten ihm die Bilder und dann zauberte er die gewünschte Creme hervor.

    Am nächsten Tag ging es weiter auf dem Loop in Richtung Nakai Plateau. Dort liegt der grosse Stausee des Nam Theun 2 Projekts. Der Staudamm wurde Anfang der 2000er Jahre gebaut und produziert seit 2010 Strom, vor allem für den Export nach Thailand. 🔌

    Der Stausee ist riesig, über 450 Quadratkilometer gross. Würde man ihn mitten in die Schweiz setzen, würde er fast die gesamte Fläche des Kantons Obwalden bedecken oder wäre mehr als doppelt so gross wie der Neuenburgersee.
    Was sofort auffällt, sind die unzähligen abgestorbenen Baumstämme, die aus dem Wasser ragen. Die Bäume wurden vor der Flutung nicht vollständig entfernt und sterben langsam ab. Manche stehen dort seit über zehn Jahren, grau und kahl.

    Die Strassen wurden ab hier etwas besser. Weniger Staub, weniger Löcher, entspannteres Fahren. Bei unserer nächsten Unterkunft angekommen vertraten wir uns noch die Beine, gingen im Ort etwas Kleines essen und legten uns schlafen.
    Als Schlaflied beschallte uns laotische Karaokemusik. 😵
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