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Weltreise ab 2022

●Ikigai●
Ikigai kommt aus dem japanischen und beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und wofür es sich lohnt, morgens in den Tag zu starten. Nun folgen wir unserer Passion dem Reisen und haben dafür unseren Rucksack gepackt. Auf gehts.
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    🇱🇦 Kong Lor, Laos

    Auf dem Thakhek-Loop

    January 25 in Laos ⋅ ⛅ 26 °C

    Weiter ging unsere Reise mit einem Liegebus, den wir spontan am Busbahnhof buchten.
    Sieben Stunden lagen vor uns, Ziel war Thakhek. Der Bus war überraschend komfortabel, jedoch waren die Liegen sehr eng und wir waren froh, dass wir uns kannten. Mit einer fremden Person liegend auf einer 1 Meter breiten Pritsche zu schlafen, würden wir doch etwas befremdlich finden. 😅
    Die Strasse war für laotische Verhältnisse richtig gut, es hatte kaum Schlaglöcher und so schmiss es uns kaum aus dem Bettchen. ⛑️
    Einen richtigen Stopp mit Toilette gab es nur einmal. Ansonsten erledigten Männer und Frauen ihre Bedürfnisse in Reih und Glied am Strassenrand.
    Die Frauen waren vorbereitet und hatten alle Röcke dabei, die sie schnell überzogen, um den Popo bedecken zu können. 🍑

    In der Stadt Thakhek angekommen suchten wir uns eine Unterkunft etwas ausserhalb des Zentrums, welche super ruhig war.
    Am nächsten Morgen mieteten wir uns einen Roller, der uns praktischerweise direkt zur Unterkunft gebracht wurde. 💪
    Wie immer machten wir zuerst Fotos vom Zustand, sicher ist sicher, und dann ging es los. 🚀
    Unser Plan war der bekannte Thakhek Loop. Eine mehrtägige Motorradrunde, je nach Route etwa 450 Kilometer lang.
    Wir entschieden uns, den Loop gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. 🕓

    Der erste Halt war die Xieng Liap Cave. Eine eher wilde Höhle, wenig ausgebaut, sehr dunkel und ohne zu klettern gar nicht begehbar. Einen Unfall wollten wir nicht provozieren und so drehten wir nach einiger Zeit wieder um.

    Danach ging es weiter zur Tam Nhan Ene Cave, und die hat uns richtig begeistert. Sie ist gut ausgebaut und deutlich tiefer, als wir erwartet hatten. Die Beleuchtung war ganz schön kitschig, aber uns hat es gefallen. 😅
    Die Grösse der Höhle hat uns beeindruckt und wir genossen ein paar ruhige Minuten in Stille, bevor wir wieder französisches Gequatsche hörten. Übrigens sind geschätzt 90 Prozent der Touristen hier aus Frankreich. Vielleicht ein Überbleibsel der Kolonialisierung. 🤔

    Danach wurde die Fahrt anstrengender. Die Strassen waren bis jetzt und werden es noch bleiben in einem schlechten Zustand. Viel Staub, Sand, tiefe Löcher und immer wieder sind riesige Lastwagen mit Anhängern auf 26 Rädern unterwegs, die an uns vorbeidonnerten und uns komplett einstaubten.
    Der Staub hing in der Luft, setzte sich im Gesicht fest und kroch in die Augen. Wir waren froh, als wir endlich unsere erste Unterkunft erreichten. 🛌
    Unterwegs machten wir noch Halt bei einer Apotheke. Im Bus hatte Chantal offenbar etwas gestochen oder gebissen. Die Schwellung am Arm wurde riesig und schmerzhaft. 🥴
    Der Apotheker wollte uns zuerst eine pflanzliche Creme verkaufen. Wir suchten kurz online nach cortisonhaltigen Cremes, zeigten ihm die Bilder und dann zauberte er die gewünschte Creme hervor.

    Am nächsten Tag ging es weiter auf dem Loop in Richtung Nakai Plateau. Dort liegt der grosse Stausee des Nam Theun 2 Projekts. Der Staudamm wurde Anfang der 2000er Jahre gebaut und produziert seit 2010 Strom, vor allem für den Export nach Thailand. 🔌

    Der Stausee ist riesig, über 450 Quadratkilometer gross. Würde man ihn mitten in die Schweiz setzen, würde er fast die gesamte Fläche des Kantons Obwalden bedecken oder wäre mehr als doppelt so gross wie der Neuenburgersee.
    Was sofort auffällt, sind die unzähligen abgestorbenen Baumstämme, die aus dem Wasser ragen. Die Bäume wurden vor der Flutung nicht vollständig entfernt und sterben langsam ab. Manche stehen dort seit über zehn Jahren, grau und kahl.

    Die Strassen wurden ab hier etwas besser. Weniger Staub, weniger Löcher, entspannteres Fahren. Bei unserer nächsten Unterkunft angekommen vertraten wir uns noch die Beine, gingen im Ort etwas Kleines essen und legten uns schlafen.
    Als Schlaflied beschallte uns laotische Karaokemusik. 😵
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  • Vientiane

    January 20 in Laos ⋅ ☀️ 29 °C

    Mit dem Zug machten wir uns auf nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. 🚆
    Vientiane hat rund 800 000 Einwohner, ist flach gebaut, es gibt kaum Hochhäuser, dafür aber viel Verkehr.
    Die Stadt liegt direkt am Mekong, der hier die Grenze zu Thailand bildet und uns auf dieser Reise immer wieder begegnet. 🌊

    💡 Vientiane entstand im 16. Jahrhundert als Königssitz des laotischen Reiches Lan Xang. Heute ist sie zwar das politische Zentrum des Landes, fühlt sich aber eher wie eine übergrosse Provinzstadt an.

    Nach unserer Ankunft bezogen wir zum ersten Mal seit Langem wieder ein Airbnb. 🏠
    Wir hatten ein Wohnzimmer mit Sofa, eine kleine Pseudoküche und ein separates Schlafzimmer. Für unsere Verhältnisse war das purer Luxus. 😉
    Kochen konnte man zwar nicht wirklich, aber schnippeln und mischen funktionierte problemlos. Das nutzten wir aus und machten uns jeden Mittag Müsli mit Haferflocken, Milch, Joghurt und frischen Früchten. 🥣🍌🍍
    Lustigerweise waren die Milchprodukte so teuer, dass unser selbstgemachtes Müsli am Ende teurer war als auswärts zu essen dafür aber umso leckerer, und die Portionen waren riesig. 😅

    Der Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Vientiane war allerdings eher praktischer Natur: Visa verlängern. 🛂
    An zwei aufeinanderfolgenden Tagen liefen wir ins rund fünf Kilometer entfernte Immigrationzentrum. 🚶‍♀️

    Danach wurde Philipp krank und war ehrlich gesagt froh um das Sofa, auf dem er sich ein paar Tage auskurieren konnte. 🤒

    Wir bewegten uns viel zu Fuss durch die Stadt, weil alles machbar schien. In der Praxis war es jedoch weniger angenehm.
    Die Luft war stickig, smogig und staubig. 😮‍💨 Wirklich schön zum Laufen war es kaum.

    Insgesamt wirkte Vientiane auf uns eher langweilig und eher praktisch. Im Kern hat uns die Stadt nicht wirklich gepackt.

    Eine der wenigen Ausnahmen war der Chao Anouvong Park direkt am Mekong.
    Dort spazierten wir am späten Nachmittag entlang, um noch ein paar Schritte zu sammeln.
    Einheimische spielten Federball, andere tanzten in grossen Gruppen zu Musik aus kleinen Lautsprechern. 🎶
    Für einen Moment war Vientiane doch ganz schön. 😅

    In der Nähe besuchten wir auch den Patuxai, den grossen Triumphbogen der Stadt.
    Er wurde in den 1960er Jahren gebaut, inspiriert vom Arc de Triomphe in Paris, als Symbol der Unabhängigkeit von Frankreich.
    Optisch eindrücklich und geschichtlich interessant, aber Philipp war ein bisschen enttäuscht. 😅
    Irgendwie hatte er gehofft, das Bauwerk wäre älter und ein wenig spannender.

    Das Ziel unseres Aufenthalts haben wir jedenfalls erreicht: Unser Visum konnten wir verlängern. 👍
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  • Vang Vieng

    January 16 in Laos ⋅ ☀️ 26 °C

    Zum allerersten Mal in Laos fuhren wir Zug. 🥳
    Genauer gesagt mit der chinesisch laotischen Eisenbahn, die seit Ende 2021 auch für den Personenverkehr offen ist und Vientiane mit der chinesischen Grenze bei Boten verbindet. 🚄
    Für Reisende, besonders aus China, ist sie eine grosse Erleichterung. Politisch und wirtschaftlich zeigt sie aber auch, wie stark der Einfluss Chinas in Laos inzwischen ist.

    Eigentlich wollten wir ursprünglich mit dem Bus fahren, doch dann fanden wir heraus, dass dieser erstens rund vier Stunden länger dauert und zweitens auch noch teurer ist. 😅
    Die Zugtickets sind heiss begehrt und werden nur drei Tage vor Abfahrt früh morgens online oder am Schalter verkauft. Wir waren früh genug und ergatterten uns Tickets zweiter Klasse über die offizielle App. 📱

    Das Gepäck und der Körper werden wie am Flughafen gescannt, die Pässe kontrolliert und Flüssigkeiten sowie Scheren und Messer eingezogen. 🚫
    Die Zugfahrt selbst war ganz komfortabel, die Aussicht hielt sich wegen der vielen Tunnel jedoch in Grenzen. So erreichten wir Vang Vieng bereits nach einer Stunde.

    Vang Vieng wurde in den 2000er Jahren als exzessiver Backpacker Hotspot mit Tubing, Bars und Drogen bekannt, was zu vielen Unfällen, Todesfällen und einem schlechten Ruf führte. 💊🥃
    Ab 2012 griff der Staat ein und regulierte das Geschehen stark. Bars wurden geschlossen und das Tubing deutlich eingeschränkt. Heute versucht sich der Ort neu zu erfinden.
    Eine asphaltierte Hauptstrasse zieht sich durch den Ort, die Nebenstrassen sind meist unbefestigt. Entsprechend liegt ständig feiner Staub in der Luft. Viele Leute sind damit beschäftigt, ihre Läden zu putzen oder Wasser auf die Strasse zu spritzen, damit es wenigstens kurz weniger staubt. 🐪

    Vang Vieng wird inzwischen hauptsächlich von chinesischen Touristen dominiert. An jeder Ecke werden Ballonfahrten, Paramotorfliegen und Tagesausflüge angeboten. 🎈
    Grosse, lieblose Bunker werden gebaut, und unzählige weisse Minibusse warten auf ihre Gäste.

    Also das soll die Backpacker Partystadt sein? 😅 Nur ein paar kleine Hinweise lassen das noch erahnen: eine Reggaebar mit diskreter Zusatzkarte und ein paar vereinzelte Backpacker, die etwas lustlos in Reifen den Fluss hinuntertreiben. 😅
    Beides nicht so unser Fall, weshalb wir unsere Priorität auf Bewegung setzten. 🏃‍♀️🏃‍♂️

    Wir mieteten zwei brandneue Mountainbikes und drehten eine grosse Runde. So gross, dass sie uns noch Tage später in Erinnerung bleiben wird, sobald wir uns irgendwo hinsetzen. 😉
    Radelnd besuchten wir unter anderem eine grosse Höhle und verschiedene blaue Lagunen. Da die weissen Minivans auch dorthin fuhren, waren wir nicht alleine. Die Sehenswürdigkeit lag dabei nicht nur in Gestein und Wasser, sondern auch darin, die Reisegruppen zu beobachten. 😉
    Philipp hatte einen riesigen Gaudi auf dem Fahrrad, Chantal ist dann doch lieber zu Fuss unterwegs.
    Das Wandern kam auch hier nicht zu kurz, was den grossen Vorteil hat, dass man dabei selten auf viele Leute trifft. 😅

    Kulinarisch entdeckten wir sehr früh unser Lieblingsrestaurant, sodass sich die Besitzer immer wieder freuten, wenn wir auftauchten. So kamen wir schon vor dem Essen in den Genuss verschiedener Früchte. 🍎🥭
    Darunter die Yambohne, bei der wir erst einmal googeln mussten, was das genau ist. Sie schmeckt übrigens nach einer Kreuzung aus Kohlrabi und Apfel. 😉
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  • Zurück nach Luang Prabang

    January 11 in Laos ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Weiterreise vom Kühlschrankzimmer mit dem Boot zurück nach Nong Khiaw verlief ruhig und wir genossen ein letztes Mal den Blick auf die hohen Karstfelsen. ⛰️
    Im Stechschritt liefen wir zum winzigen Busbahnhof und versuchten uns im Gedrängel einen Platz im Bus zu sichern. 🚌
    Philipp zeigte eine Engelsgeduld, während sich Chantal in Gelassenheit üben durfte. 😇
    Schliesslich landeten wir in einem lokalen Minibus und fuhren Richtung Luang Prabang. 🚐 Unterwegs legten wir einen Pausenstopp am Strassenrand ein und dort bot sich uns ein trauriger Anblick. Etwa zehn kleine farbige Vögel hingen an einer Stange. 🦜
    Schon seit Weihnachten lässt uns das Gefühl nicht los, dass wir hier im Gegensatz zu Thailand kaum noch Vögel sehen oder hören. 🌳
    Dabei halten wir uns sehr oft in der Natur auf und halten Ausschau. 🤔
    Kein Vogelgezwitscher, kein Flattern in den Bäumen, keine Vögel am Himmel.
    Ein Blick ins Internet bestätigte unseren Verdacht.
    💡Dieses Phänomen wird als Silent Forest Syndrome bezeichnet. 🌲Hauptursache ist der langjährige Jagddruck. Vögel werden in ländlichen Regionen als Nahrungsquelle genutzt oder für den lokalen Handel gefangen, häufig mit nicht selektiven Drahtfallen. Dadurch gehen die Bestände stark zurück und die verbliebenen Tiere sind extrem scheu. 🐦

    Nach fünf Stunden erreichten wir Luang Prabang. 🕔
    Naja, fast zumindest, denn es lag noch sechs Kilometer entfernt und wir wurden der Tuktuk Mafia übergeben. 🛺
    Im Gegensatz zum Vormittag zeigte Chantal nun Geduld, vielleicht hat das Training vom Vormittag genützt. 🧘‍♀️
    Philipp hingegen begann langsam zu verzweifeln. 😵‍💫
    Nach längerem Hin und Her schafften wir es schliesslich zur Unterkunft, wo wir zwei Nächte verbrachten. 🏡
    Dort genossen wir die wärmeren Temperaturen. ☀️Chantal bekam noch einmal einen Haarschnitt verpasst, bevor wir die Schere Philipps Friseur schenkten. ✂️
    Da wir die Schere beim nächsten Transport nicht mitnehmen dürfen und die Schere des Friseurs ohnehin eher gerupft als geschnitten hatte, fiel uns der Abschied davon nicht besonders schwer. 😄
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  • Muang Ngoy

    January 9 in Laos ⋅ ☀️ 18 °C

    Für uns ging es ganz laostypisch weiter mit dem Boot nach Muang Ngoy. 🛶
    Die Fahrt dauerte rund eineinhalb Stunden flussaufwärts, und da es noch früh am Morgen war, froren wir auf dem Boot trotz Zwiebelprinzip. Um einen zusätzlichen dicken Pulli wäre Chantal schon öfter froh gewesen. 👚
    Zum Glück hatten wir freundliche Reisegefährten an Bord, und dank ihrer Gesellschaft und der wunderschönen Aussicht verging die Zeit wie im Flug.
    In Muang Ngoy angekommen checkten wir erst einmal in unserem Zimmer ein, das kühlschrankähnliche Temperaturen aufwies. 🧊
    Danach ging es weiter zur Bezahlung.
    Das ist in Laos nicht immer ganz einfach, denn auf den Buchungsplattformen reserviert man nicht in laotischen Kip, sondern in US Dollar, da der Kip keine sehr stabile Währung ist.
    Wenn es dann ums Bezahlen geht, wird in den meisten Fällen wieder in laotische Kip umgerechnet, und da sollte man den Wechselkurs gut im Auge behalten. 💸
    Unsere Unterkunft bestand jedoch auf US-Dollar. Zum Glück hatten wir wie immer ein paar Dollar dabei, schliesslich werden die fast überall auf der Welt akzeptiert.
    Unsere Dollar waren ihnen jedoch angeblich nicht schön genug, und so entstanden ganz schöne Diskussionen darüber, wie denn nun bezahlt wird. 🙄
    Eine etwas längere Geschichte, doch sagen wir es so: Die schlechten Bewertungen auf den Buchungsplattformen können wir inzwischen etwas besser verstehen. 😉

    Muang Ngoy selbst ist ein sehr kleines Dorf, eigentlich eher eine Schule und eine einzige lange Strasse, gesäumt von ein paar Restaurants, kleinen Unterkünften und gemütlichen Cafés. 🏫☕️
    Die Strasse ist betoniert und überall begegnet man spielenden Kindern, die schreiend über die Strasse rennen, und kleinen Lebensmittelständen, an denen man Snacks, Obst oder Wasser kaufen kann. 🍌

    Wir erkundeten das Dorf ausgiebig und nutzten die Gelegenheit, jeden Tag in einem anderen Restaurant zu essen, um die verschiedenen lokalen Familien ein wenig zu unterstützen. Trotz der Hauptsaison scheint es ein Überangebot an Restaurants und Cafes zu geben und vieles wirkt besonder Abends etwas leer.

    Neben dem gemütlichen Dorfleben besuchten wir auch eine nahe gelegene Höhle. Viel erwartet hatten wir ehrlich gesagt nicht, doch sie überraschte uns mit glasklarem Wasser und ihrer Tiefe. 🐟
    Natürlich durfte auch ein obligatorischer Besuch eines Viewpoints nicht fehlen. 🇱🇦⛰️
    Oben angekommen erwartete uns eine fantastische Aussicht auf die beeindruckenden Karstfelsen, das kleine Dorf und den ruhig dahinfliessenden Fluss. ☀️

    Ausserdem wanderten wir zu zwei abgelegenen Dörfern in der Umgebung. Der Weg führte uns vorbei an Reisfeldern, die um diese Jahreszeit allerdings nicht mehr besonders grün und schon lange nicht mehr hoch waren. 🍚
    Wenn wir solche Dörfer besuchen, trauen wir uns meistens nicht so richtig, Fotos zu machen, weil wir nicht stören oder zu aufdringlich sein möchten. 👁👄👁
    Beobachten lässt sich aber sehr gut, wie die Menschen hier leben: Oft sitzen mehrere Familien und Freunde zusammen, machen ein Barbecue, essen Sticky Rice aus Körbchen und trinken dazu Bier. Allgemein wird sehr viel getrunken und laut Musik gehört. 🍺🔊
    Kinder sieht man kaum am Smartphone, was vielleicht auch daran liegt, dass es hier sowieso kein Internetsignal gibt. 😅

    Es waren auf jeden Fall sehr spannende zwei Tage, in denen wir die Ruhe genossen und einen kleinen Einblick in den Alltag der Menschen mitzuerleben.

    Ein abschliessendes Wort zum Sonntag:
    Dieser Reiseblog lebt nicht nur von Orten und Erlebnissen, sondern auch von dir.
    Davon, dass du seit so langer Zeit mitliest, reagierst, likest und mit uns reist.
    Ein grosses Danke für deine Zeit, deine Aufmerksamkeit und dafür, dass du uns auf dieser Reise begleitest. ❤️
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  • Nong Khiaw

    January 3 in Laos ⋅ ☀️ 23 °C

    Nachdem wir uns auf dem Wasserweg schon fast wie Matrosen fühlten, hiess es für uns Rückkehr auf vier Räder. 🚌
    Von Luang Prabang ging es Richtung Nong Khiaw, einem kleinen Dorf am Nam Ou River. 140 Kilometer klingen auf dem Papier nach einem entspannten Vormittag, doch auf laotischen Strassen bedeutet das eine Fahrt von gut vier Stunden.
    Wir haben Schlaglöcher in jeder erdenklichen Tiefe vermessen, mal auf Asphalt und mal auf loser Erde. So wurden wir im kleinen Bus ordentlich durchgeschüttelt. 🫨

    💡 Während der Fahrt haben wir ein bisschen zu Laos recherchiert. 🇱🇦
    Laos ist das einzige Binnenland in Südostasien und gar nicht mal so klein. In seine Fläche passt die Schweiz mehr als fünfeinhalb Mal hinein. Trotzdem hat Laos nur rund 7,7 Millionen Einwohner.
    Laos ist eine sozialistische Volksrepublik mit einer Einparteienregierung.
    Die wichtigsten Exportschlager sind Elektrizität (vor allem Wasserkraft), Bergbauprodukte sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee und Holz. 🔌☕️🌳
    Die Sprache heisst Lao, die Währung laotische Kip.
    Der durchschnittliche Jahreslohn beträgt etwa 2000 CHF. Der Mindestlohn liegt bei 2,5 Millionen Kip, das sind knapp über 90 Franken pro Monat. 💡

    In Nong Khiaw angekommen, freuten wir uns auf unser gebuchtes Baumhaus.
    Der Preis war verdächtig niedrig und die Beschreibung eher schwammig, aber wir waren optimistisch. 😊
    Vor Ort wurde dann schnell klar, dass aus dem Baumhaus ein Zelt geworden war. ⛺️
    Der Manager meinte, dass im Internet die falschen Bilder seien, bekam ein Telefonat und musste dann plötzlich dringend weg, weil ein Freund mit einer Schnittwunde auf einem Berg Hilfe brauchte.
    Irgendwie kauften wir ihm das nicht ganz ab. Besonders amüsant war, dass er und sein Freund sich auf Englisch unterhielten. 🤔
    Ein Schelm, wer Böses denkt. 😉
    Wir hatten ja ohnehin schon ein bisschen damit gerechnet, dass das mit dem Baumhaus nichts wird.
    Unser Zelt stand immerhin ganz vorne am Fluss mit einer schönen Aussicht. ☀️
    Die Ausstattung war speziell, denn es gab eine Klimaanlage und als Gegenstück eine Heizdecke. Ob eine Klimaanlage im Zelt Sinn macht, kann jeder selbst entscheiden, aber wir haben die Decke lieben gelernt.
    Als es nachts nur noch 8 Grad anzeigte, war es richtig schön, den Grill im Bett zu aktivieren und ein bisschen näher zusammenzurücken. 🥶

    Am ersten Tag erkundeten wir das Dorf, tranken Smoothies und genossen das Essen.
    Nong Khiaw wirkt wie eine Kulisse aus einer Naturdoku. Das Dorf wird von gigantischen, steil aufragenden Karstfelsen regelrecht in die Zange genommen. ⛰️
    Diese Kalksteinformationen sind über Jahrmillionen durch Erosion entstanden und ragen heute wie schlafende grüne Riesen aus dem Dschungel empor. 🦖🦕
    Das Dorf teilt sich auf beide Seiten des Flusses auf, verbunden durch eine grosse Brücke, von der aus man einen fantastischen Blick auf die hölzernen Häuser hat, die sich eng an die massiven Felswände schmiegen.
    Das Dorf scheint im Aufschwung zu sein, überall wird fleissig gebaut. 🏠
    Zum Strassenbild gehören viele Strassenhunde und spielende Kinder, die “Sabaidee” rufen. 👋

    Der Nam Ou River ist hier der ruhige Bruder des Mekong. Statt lehmiger Brühe erwartet einen klares blau-grünes Wasser, das die ganze Landschaft richtig hübsch macht. 🥰

    Am zweiten Tag trafen wir wieder Michel, den wir schon von der Mekongfahrt kannten.
    Wir entschieden uns für eine inoffizielle Route zu einem Viewpoint. Dass Flipflops und Latschen für 300 steile Höhenmeter über schmale Holzpfade und gebastelte Treppen nicht die beste Wahl waren, merkten wir nach einer Stunde. 👡
    Wir unterbrachen die Expedition und gingen zusammen essen. 🍚
    Da bekamen wir jedoch etwas serviert, das uns die nächsten zwei bis drei Tage noch intensiv beschäftigen sollte. 🤢

    Am nächsten Morgen krampften wir uns buchstäblich zusammen, suchten uns eine Nudelsuppe für die Elektrolyte und machten uns auf zum Pha Deng Peak. ⛰
    Der Aufstieg war schweisstreibend, aber oben angekommen wurden wir für jede Anstrengung belohnt. Wir hatten ein 360-Grad-Panorama auf die grün bewachsenen Karstfelsen und das Dorf, das von hier oben ganz klein und sanft eingebettet wirkte.
    Den Abend verbrachten wir auf unserer Veranda unter einem sternenklaren Himmel und schauten dem Mond beim Aufgehen zu, bis uns die Kälte wieder unter die Heizdecke trieb. ⭐️🌛

    An unserem letzten Tag wanderten wir zum Pha Kao. Mit 800 Höhenmetern war der Weg länger als am Vortag, aber wir starteten früh genug, um den Aufstieg zu geniessen. Chantal war immer noch nicht fit und gab somit das Tempo vor. 😅
    Oben waren wir ganz alleine und erneut beeindruckt. Die Landschaft wirkte noch weiter und offener. Wir verbrachten fast zwei Stunden dort oben und genossen die Stille, bevor die Zeit uns davonlief und wir uns an den Abstieg machten. 👟
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  • Luang Prabang

    January 1 in Laos ⋅ ☀️ 25 °C

    In Luang Prabang angekommen, gingen wir zuerst direkt auf den Nachtmarkt. 🌛
    Wir haben uns mit Michel verabredet und trafen uns dort zum Essen.
    Für Chantal gab es zum Glück einen Stand mit nur vegetarischem Essen. 🥦
    Man bezahlt pro Teller (CHF 1.85) und kann ihn so voll laden, wie es halt geht. Türmchen inklusive.
    Danach wollten wir die Ankunft noch etwas feiern. 🥳 Also liefen wir am Mekong entlang und durch die wunderschöne Altstadt.

    Luang Prabang gehört zum UNESCO-Welterbe. Die Stadt war Teil von Französisch Indochina, was man bis heute deutlich sieht. Klare Bauvorschriften sorgen dafür, dass das Stadtbild gut erhalten und harmonisch geblieben ist. 🫶
    Es gibt viele alte Häuser aus Holz, niedrige Gebäude und buddhistische Tempel dazwischen.
    Man merkt noch den französischen Einfluss, vor allem bei den Häusern mit Balkonen und Fensterläden.

    Wir landeten in einer kleinen Bar, eigentlich eher ein Restaurant. 🍻
    Neben uns sassen drei Inder und eine Inderin. 🇮🇳
    Wir kamen schnell ins Gespräch und hatten viel Spass zusammen.
    Sie freuten sich, dass wir in Indien waren, Michel freute sich, da er durch ganz Indien wandern will, und sie freuten sich, da sie im Februar in die Schweiz reisen. 💪
    Es wurde viel gelacht und Nummern getauscht. ☎️

    Am Silvestertag machten wir nicht viel.
    Nach der langen Anreise auf dem Boot tat es gut, einfach zu Fuss unterwegs zu sein.
    Kaffee geniessen, Stadt entdecken, Mango Shake trinken, am Mekong sitzen, Yatzy spielen und den Sonnenuntergang anschauen.

    Am Abend ging es wieder auf den Nachtmarkt. Plötzlich sass ein Schweizer neben uns, frisch auf Weltreise.
    Er lud uns auf ein Bier ein und wir gingen auf eine Beizentour. Wir hatten Spass, bis man uns um halb zwölf freundlich bat zu zahlen, weil Feierabend war. 🤔
    Naja, in Laos feiert man am 31. Dezember auch kaum. 🤷‍♂️🤷‍♀️
    Das laotische Neujahr, Pi Mai, wird jedes Jahr Mitte April gefeiert, meist vom 13. bis 16. April. 💡
    In der Ferne sahen wir ein zweistöckiges Boot mit Musik und vielen Leuten, also gingen wir dort hin. 🛥
    Um Punkt zwölf stiessen wir auf dem Boot an. 🍾 Und natürlich trafen wir wieder Leute von der Mekongfahrt und sogar unsere neuen vier indischen Freunde. 🥳
    Es wurde getanzt, gelacht und gefeiert.
    Gegen drei Uhr morgens gingen wir zurück in die Unterkunft. 💤

    Am nächsten Tag waren wir früh wach. Wir gingen etwas essen und danach auf den Phousi Hill. Das ist ein Hügel mitten in der Stadt, und 328 Stufen führten uns nach oben.
    Dort steht ein kleiner Tempel, und man hat einen guten Blick über die Stadt und den Mekong. 😊
    Natürlich trafen wir wieder Leute vom Boot. 😅
    Wir haben kurz geplaudert, die Aussicht genossen und gingen wieder runter.
    Danach besuchten wir den Phousi Markt.
    Der war sehr lokal und sehr bodenständig. Es gab viel Gemüse, das meiste war uns sogar bekannt. 😊 Ausserdem viel Fleisch und Tiere, die uns auch bekannt waren, zum Beispiel ganze Rinderbeine (rasiert), lebende Kröten, Fische und Schlangen. 🐮🐸🐍

    Anschliessend ging es für Philipp zu einem lokalen Barber. Der hat für zwei Franken während guten dreissig Minuten Philipps Haar und Bart geschnitten. Dazu hat er den Ventilator angemacht, worauf die davonfliegenden Haare auf Chantal gelandet sind, die auf der einzigen Bank gewartet hat. 😂
    Den Abend liessen wir wieder mit Yatzy und Sonnenuntergang ausklingen.

    Am letzten Tag mieteten wir einen Scooter und fuhren zum Kuang Si Wasserfall. Knapp 30 Kilometer, aber fast eineinhalb Stunden Fahrt. 🙈
    Die Strasse war holprig, extrem staubig und ohne richtigen Asphalt. Oberste Priorität hat immer die Sicherheit, und so fuhren wir stellenweise im Schritttempo, was uns jedoch auch nichts ausmacht. 😊

    Gleich beim Eingang liegt das Bear Rescue Center. Dort leben asiatische Schwarzbären, die aus schlechter Haltung gerettet wurden. Viele wurden früher wegen ihrer Galle missbraucht, die in der traditionellen Medizin verkauft wird.
    Es ist kein perfekter Ort, aber falls die Bären wirklich aus solcher Haltung stammen, ist es sicher besser als das, was sie vorher erlebt haben. 🐻

    Wir nahmen den Waldweg zum Wasserfall. Es war ruhig, grün und hatte wenig Leute.
    Nach einem Abstecher zu einem Restaurant ging es dann zurück zum Wasserfall.
    Der Kuang Si Wasserfall ist rund 60 Meter hoch und besteht aus mehreren Stufen mit hellblauen Becken. Der war beeindruckend und sehr schön, auch wenn viele Leute da waren. 🌞
    Holprig fuhren wir zurück in den Sonnenuntergang.
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  • Auf nach Laos

    December 30, 2025 in Laos ⋅ ☀️ 13 °C

    Mit dem ersten Bus fuhren wir von Chiang Rai Richtung Grenze. Ein alter, roter, klappriger Bus, der uns in zwei Stunden ganz gemütlich bis zur Grenze fuhr. 🇹🇭🇱🇦
    Die thailändische Ausreise verlief problemlos.

    Um nach Laos einzureisen, mussten wir ein Busticket kaufen, denn zu Fuss darf man die Brücke nicht passieren.
    Also hüpften wir in einen ziemlich ausrangierten Bus, der uns über die Freundschaftsbrücke Nummer 4 brachte.
    Diese führt über den Mekong nach Laos. 🚌

    Auf laotischer Seite füllten wir das Einreiseformular aus, zeigten unser E-Visa und bekamen einen kleinen Aufkleber in den Reisepass, gültig für 30 Tage. 🇱🇦
    Dort trafen wir drei Deutsche, einer davon Michel. Gemeinsam teilten wir uns einen Transport in die nahe gelegene Grenzstadt Ban Houayxay.
    Dort angekommen, checkten wir im Hostel ein und machten uns direkt auf den Weg zur Fährstation. ⛴️
    Wir hatten den Plan, mit einem Slow Boat flussabwärts innert zwei Tagen in die Stadt Luang Prabang zu fahren. Wir hatten jedoch noch keine Tickets. 🎫
    Michel passten wir am Geldautomaten ab und er schloss sich uns kurzerhand an. 💰
    Am Fährhafen kauften wir die Tickets direkt vor Ort und bekamen die Sitznummern 2, 3 und 4, ein kleiner Jackpot. 💪
    Danach besorgten wir noch eine laotische SIM-Karte in einer Wäscherei. 😅 Der freundliche Besitzer hat uns registriert und musste dabei einige Fotos von uns machen, zum Beispiel wie wir unseren Reisepass in den Händen halten.
    Danach tranken wir ein Bier, assen zum ersten Mal laotisch und gingen anschliessend ins Bett.😴

    Das Boot sollte am nächsten Morgen um 9 Uhr ablegen. Google Rezensionen hatten uns vorgewarnt. Sitzplätze seien ein echtes Thema.
    Also standen wir am nächsten Morgen bereits um halb 8 mit frisch gemachten Sandwiches am Boot. Eine gute Entscheidung.
    Wer das Ticket nicht direkt am Hafen gekauft hatte, bekam oft gar keinen Sitzplatz mehr. 🫣
    Wir sassen ganz vorne beim Kapitän, mit richtig viel Beinfreiheit.
    Die Sitzbänke waren übrigens alte Minibus-Sitze. 😂
    In der Mitte gab es Quersitze, hinten eine Bar und dahinter noch einen zusätzlichen Raum. Dort landeten alle, die keinen Platz mehr hatten auf ihren Rucksäcken oder Reissäcken. 😬

    Mit einer Stunde Verspätung ging es los. Wir schippten den Mekong hinunter. Der Fluss ist breit, träge und immer braun. Die Farbe kommt vom feinen Sediment, das aus den Bergen mitgeführt wird. Links und rechts grün bewachsene Hügel, steile Felswände aus Kalkstein, immer wieder kleine Dörfer direkt am Wasser und viele Büffel.
    Die Landschaft wiederholt sich, wirkt aber nie gleich und wir fanden es wunderschön. 😍
    Ab und zu hielten wir an, jemand stieg ein oder aus.
    Unsere Gruppe wuchs zu einer lustigen Siebenertruppe zusammen. Viel Gelächter, gute Gespräche. 👍
    Nach etwa sieben Stunden erreichten wir Pak Beng. Ein kleines Flussdorf, das komplett vom Zwischenstopp der Slow Boats lebt.
    Wir bezogen unser Zimmer, gingen essen, schauten den Sonnenuntergang über dem Mekong und landeten später mit Michel in der einzigen Bar im Ort. 🍻
    Wie so viele andere vom Boot auch, danach wieder früh schlafen. 😴
    Die Nacht war kurz. Unsere Zimmernachbarin föhnte um 5 Uhr morgens ihre Haare, die Hunde im Dorf machten begeistert mit Gejaule mit. 🤔
    Einschlafen war danach nicht mehr drin. Also Kaffee, wieder Sandwiches bei der Nachbarbäckerei bestellen und früh zurück zum Boot. ⛴️

    Tag zwei galt als der schwierigere. Viele wollten bessere Plätze, vor allem jene, die am ersten Tag hinten beim Motor gesessen hatten. 😅
    Geplante Abfahrt war 9 Uhr, wir waren wieder gegen halb 8 dort. Nicht die Ersten, aber Michi war schon da und verteidigte einige Plätze. 👍
    Am Ende reichte es für sechs von sieben. Als Dank brachten wir ihm vier Sandwiches mit. 🥪
    Beim Einsteigen gab es Diskussionen. Leute bestanden auf Sitznummern, andere hatten keine.
    Bezüglich Sitzplätze: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Manche hatten ihr Ticket verloren und mussten nachzahlen. Die Abfahrt verzögerte sich um etwa 40 Minuten, wir waren positiv überrascht. 😊
    Der Mekong lag am Morgen im Nebel, es war kühl. Erst später kam die Sonne durch und wärmte uns wieder auf. Unterwegs sahen wir immer wieder Goldabbau. 🥇
    Kleine Boote, Menschen mit Pfannen, grössere Schiffe mit Absaugvorrichtungen, die den Flussgrund bearbeiten.
    Der Goldabbau am Mekong ist vor allem kleinindustriell, teilweise auch illegal. Neben lokalen Gruppen sind auch chinesische Firmen involviert. Oft wird dabei Quecksilber eingesetzt, um Gold zu binden, was den Fluss stark belastet. Der Mekong gilt in vielen Abschnitten als quecksilberbelastet, mit entsprechenden Folgen für Umwelt und Menschen. ☠️

    Die Landschaft blieb beeindruckend. Felsig, grün, ruhig. Wir hielten oft an. Das Boot musste dabei immer erst gedreht werden, eine 180-Grad-Wende, damit der Motor frei im Wasser blieb. Es war jedes Mal ein ziemliches Gedränge.
    Mit an Bord waren Motorräder, ein Kühlschrank, Säcke voller Lebensmittel, Handelsgüter und Hühner. 🏍🐓
    Nach rund acht Stunden erreichten wir endlich Luang Prabang, allerdings nicht das Zentrum, sondern einen Anlegeplatz etwa sieben Kilometer ausserhalb. 😬
    Die Tuk-Tuk-Fahrer warteten schon und nannten Preise, die absurd hoch waren.
    Vier von uns machten da nicht mit. Wir liefen los. Nach etwa fünf Minuten kam ein anderes Tuk-Tuk, bot den offiziellen Preis an und brachte uns schliesslich glücklich nach Luang Prabang. 👍
    Der Weg war lang. Aber er hat sich gelohnt.
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  • Chiang Rai

    December 27, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 23 °C

    Während vier Stunden fuhren wir mit einem Super Deluxe Bus nach Chiang Rai und waren über einen rollerfreien Tag ganz froh. 😅
    Wir hatten sonst keine grossen Pläne: Wäsche waschen, umherschlendern, einfach treiben lassen. 👕👖
    Wir spazierten über lokale Märkte, eine Mall und genossen am Morgen wie immer unser grosses Frühstück mit selbstgebackenem Brot. 🍞

    Beim Buffet hing ein Kalender, und wie so oft schauten wir irritiert auf die Jahreszahl, die hier ein komplett anderes Jahr anzeigt. 📆
    Kleiner Exkurs dazu: In Thailand gilt der buddhistische Kalender.
    Dieser beginnt 543 Jahre vor unserem gregorianischen Kalender. Darum ist hier aktuell nicht 2025, sondern 2568. Man weiss es eigentlich, stolpert aber trotzdem immer wieder kurz darüber. 🤔

    Später machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und besuchten einige Sehenswürdigkeiten. Darunter den Chiang Rai Clock Tower, entworfen vom gleichen Künstler, der auch den berühmten weissen Tempel gestaltet hat.
    Besonders abends soll er spektakulär sein, dann waren wir aber am Essen. 😅
    Doch auch tagsüber ist er ein schönes, detailreiches Bauwerk mitten in der Stadt.

    Anschliessend ging es weiter zum Rong Suea Ten Temple, dem blauen Tempel. 🔵
    Der Name bedeutet übersetzt Tempel des tanzenden Tigers. Uns hat er besonders gefallen wegen der intensiven blauen Farbe, der goldenen Akzente und der vielen modernen Statuen.
    Er wirkt weniger streng als viele andere Tempel und fast ein wenig verspielt.

    Jetzt sitzen wir wieder im Bus und blicken gespannt auf unsere Weiterreise. 🚌
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  • Letzte Kilometer

    December 23, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Reise mit dem zuverlässigen Scooter Roland neigte sich langsam dem Ende zu. 👋🛵
    Eine Nacht verbrachten wir in Phayao, nahe des grossen Sees.
    Phayao liegt ruhig zwischen Hügeln und ist vor allem bekannt für den Kwan Phayao, einen der grössten natürlichen Seen Nordthailands.
    Die Fahrt nach Phayao verlor etwas vom Spektakel der letzten Tage. Die Strassen wurden breiter, die Hügel flacher.
    Dafür wurde das Fahren schneller und gleichmässiger, was auf seine eigene Art auch Spass machte. In Phayao angekommen schlenderten wir noch ein Stück am See entlang, genossen die Wärme und assen sehr gut zu Abend. 🍚
    Ein ruhiger, angenehmer Abschluss für diese Etappe.
    Am nächsten Morgen ging es direkt von Phayao zurück nach Chiang Mai.
    Die Strecke führte durch ruhige Landschaften und mehrere bewaldete Abschnitte, unter anderem durch Gebiete des Doi Luang Nationalparks.
    Breite, gut ausgebaute Strassen, wenig Verkehr, viel Grün.
    Eine entspannte Fahrt ohne Überraschungen.
    In Chiang Mai angekommen ging es direkt ans Organisieren. Zuerst zum Busterminal, denn wir brauchten noch Tickets für die Weiterreise am nächsten Tag. Danach Logistik. Zum Scooterverleih fahren, Gepäck abholen, zurück zur Unterkunft, Gepäck einschliessen, umziehen, wieder zurück zum Scooterverleih. Nach exakt 1930 Kilometern gaben wir den Roller ab. Keine Beanstandungen. Alles problemlos und unkompliziert.
    Nicht dass etwas vorgefallen wäre, aber ein kleines Aufatmen gehört trotzdem immer dazu.
    Mit unserem 150er Scooter waren wir übrigens sehr zufrieden, obwohl wir bei Vollgas manchmal nur 40 km/h den Berg hochfuhren. 🐌
    Danach gingen wir essen, checkten ein, duschten und machten uns wieder parat. 🚿

    Den frühen (heiligen) Abend verbrachten wir wie schon beim letzten Mal auf dem Nachtmarkt mit einem (vielleicht auch zwei 😉) Bier. Und ganz traditionell assen wir an unserem Weihnachtsabend gemütlich in unserem Lieblingsrestaurant. Verlässlich gut, wie immer.

    Für alle, die es interessiert, noch eine kurze Einordnung zu den zwei Loops. Uns hat der Nan Loop insgesamt etwas besser gefallen. Was den reinen Fahrspass angeht, ist der Mae Hong Son Loop mit seinen unzähligen Kurven wahrscheinlich noch einen Tick spektakulärer. Der Nan Loop hingegen ist deutlich angenehmer zu fahren. Weniger Verkehr, weniger Stress, mehr Ruhe. 🌳🐦
    Zur Grösseneinordnung: Der Nan Loop führt durch die Provinzen Lampang, Lamphun, Phayao, Phrae und Nan. Zusammen ergibt das eine Fläche ungefähr so gross wie die Schweiz, allerdings mit nur rund zwei Millionen Einwohnern. 🌈
    Also etwa ein Viertel der Bevölkerungsdichte. Die meisten Menschen leben in den jeweiligen Provinzhauptorten.
    Dazwischen ist viel Platz. Und das spürt man deutlich.
    Das Schöne am Nan Loop ist, dass man fast immer eine kleinere Strasse findet, um sich eigene Routen zusammenzustellen.

    Es gibt mehrere Webseiten, die den Nan Loop für drei oder fünf Tage empfehlen. Für uns fühlte sich das sehr sportlich an.
    Wir entschieden uns aus Gründen, die noch folgen werden, für sieben Tage. Im Nachhinein wären sogar zehn bis zwölf Tage ideal gewesen. 👍
    Mehr Zeit für Pausen, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Ruhetage und vor allem für die kleinen Bergstrassen abseits der Hauptverbindungen.
    Eine längere und bewusstere Planung hätte für uns definitiv Sinn gemacht. 😅
    Unsere Route basierte grösstenteils auf diesem sehr hilfreichen Blog, den wir euch gerne weiterempfehlen: https://www.bucketlistly.blog/posts/the-nan-loo…

    Der Nan Loop ist für uns hiermit abgeschlossen. Unsere Reise allerdings nicht. Es geht weiter. 😊
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  • Nach Yuan

    December 22, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir starteten in den Tag ausgeschlafen.
    Und wie.
    Dazu kam das wohl grösste Frühstück, das wir auf dieser Reise bisher gesehen hatten. Damit hatten wir absolut nicht gerechnet. Auf dem Tisch stand Teller und Schüssel nur für uns. Es gab Tofu, Suppe, Reis, Omelette, Spiegeleier, gegrilltes Huhn, ein Berg Blumenkohl und irgendetwas Süsses, liebevoll im Bananenblatt eingepackt. Und natürlich Kaffee.
    Ein Frühstück, nach dem man eigentlich direkt wieder schlafen gehen könnte. 🥱

    Wir packten unsere sieben Sachen wieder ein und begaben uns auf die heutige kurze Etappe. 🛵
    Heute führte uns die Fahrt über die Strasse 1148, eine der bekanntesten Panoramastrassen der Region.
    Die Route schlängelt sich durch Karstlandschaft mit bizarren Kalksteinformationen, steil aufragenden Felsen und zerfurchten Stein.
    Immer wieder begleiteten uns Kautschukplantagen. Heute schauten wir genauer hin. 🌳

    💡 Ein Kautschukbaum wird etwa 6 bis 7 Jahre alt, bevor er erstmals angezapft werden kann.
    Danach liefert er ungefähr 20 bis 25 Jahre Latex. Für ein Kilo Naturkautschuk braucht es im Schnitt den Ertrag von rund 3 bis 4 Bäumen pro Tag. Der Latex wird frühmorgens gewonnen, da fliesst er am besten.
    Nach dem Abzapfen wird der rohe Latex gefiltert und stabilisiert, oft mit etwas Ammoniak, damit er nicht sofort gerinnt. Danach wird er entweder zu Blöcken gepresst, getrocknet.
    Der Verdienst für viele Arbeiter liegt bei etwa 2 US Dollar pro Kilo Rohlatex. Kein Wunder also, dass hier ganze Landstriche voller Bäume stehen. 💡

    Die Fahrt selbst war ruhig und schön, kaum Verkehr und oft weite Ausblicke.
    In Yuan angekommen wollten wir einchecken und merkten schnell, dass hier alles per Selbstcheckin läuft. Dafür brauchte man einen Schlüsselcode, den wir über Booking aber nicht bekommen hatten. 🤔
    Vor Ort hing ein QR-Code, über den man Kontakt aufnehmen konnte. Chantal kümmerte sich darum, kurz darauf meldete sich schon eine Dame, rief an und regelte alles unkompliziert. Wenige Minuten später standen wir bereits in unserem Häuschen. 🏠
    Unser Zuhause für die Nacht ist schmal, dafür lang und überraschend gemütlich. Ein kleines dreieinhalb Zimmer Häuschen mit Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und einer Terrasse. Fünf solcher Häuschen stehen nebeneinander.
    Am Abend kam noch eine Nachricht mit der Frage, welches Frühstücksset wir am nächsten Morgen möchten. Wir wählten eines aus und sind nun gespannt auf morgen. 🍚
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  • Nach Pua

    December 21, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Tag startete mit Rückenschmerzen. Nicht dramatisch, aber eindeutig Aua im Kreuz.
    Das Bett im wunderschönen Holzhaus war steinhart. Wir wissen ja, dass Betten in Asien grundsätzlich nichts mit Gemütlichkeit am Hut haben, aber dieses hier war eine neue Disziplin. Eher Denkmal als Matratze.

    Wir krochen aus dem Bett und machten das, was wir immer machen: gemütlich Kaffee trinken. ☕️
    Chantal meinte irgendwann, das brauche man eigentlich nicht zu schreiben, unsere Gemütlichkeit sei ja offensichtlich. Philipp hielt dagegen: Genau das mache es aus. Nicht ständig etwas erleben zu müssen, sondern einfach dazusitzen, Kaffee zu trinken und es ruhig angehen zulassen.
    Zum Kaffee hätte es Toast und Marmelade gegeben. Theoretisch. Die Marmelade stand die ganze Nacht offen in einer Schüssel herum, im Toast spazierten Ameisen. Frühstück abgesagt. Kaffee genehmigt. Gemütlich.
    Danach machten wir uns auf den Weg. Unser erster Abstecher führte uns (Überraschung 🥁) direkt zu einem Café. Dem Bali Café.

    Ein Ort voller Fotospots, Schaukeln, Herzen, Nester und Aussichtsbalkone. 📸
    Für uns eher nichts. Aber grossartig zum Beobachten. Wir hatten ehrlich Spass daran, den Leuten zuzuschauen, wie sie Spass beim Fotografieren hatten.
    Selbstinszenierung in Reinform, mit vollem Einsatz. Der ganze Tag stand irgendwie im Zeichen von Instagrammable Orten.
    Das Schöne daran: Das Publikum war fast ausschliesslich ü60, super gut drauf und komplett Thai. 🇹🇭
    Sonntag ist Ausflugstag.
    So wie bei uns eine Gondelfahrt mit einer Wanderung, ist es hier eben eine Bergstrassenrunde mit eigenem Fahrer und Bus.
    Wir folgten der kurvigen Bergstrasse, die sich hoch und runter schlängelte. Besonders bekannt ist hier die Route 1081, eine der kurvenreichsten und beliebtesten Strecken im Norden Thailands. Sie verbindet Nan mit Phua und schlängelt sich durch Wälder, Hügel und Aussichtspunkte.
    Motorradfahrer lieben sie, Rollerfahrer auch und LKWs leider ebenfalls. Und die waren zahlreich. Riesige Lastwagen krochen wie überdimensionierte Schnecken die Steigungen hoch und runter. 🐌
    Wenn man hinter einem fuhr, hatte man viel Zeit. Zeit für Aussicht. Zeit für Gedanken. Zeit, um die Abgase intensiv einzuatmen. Auch eine Erfahrung.

    Die Landschaft war trotzdem wunderschön. Besonders auffällig waren die endlosen Kautschukbaum-Plantagen. Ganze Hänge voll davon.
    Kurz die Einordnung: Thailand ist einer der weltweit grössten Produzenten von Naturkautschuk und deckt rund 30 Prozent des globalen Marktes ab. Der Rohstoff wird für Reifen, Handschuhe und unzählige Alltagsprodukte gebraucht. Für die Region ist das wirtschaftlich enorm wichtig, optisch wirkt es fast wie ein gleichmässiger, ruhiger Wald. 🌳

    Mittags hielten wir an einem kleinen Strassenrestaurant. Kommunikation schwierig. Lösung einfach. Wir zeigten der Köchin ein Foto von Reis mit Omelette. Sie nickte. Zwei Teller kamen. Perfekt.

    Weiter ging es zu einem Salzdorf bei Bo Kluea, einem der ältesten Salzabbauorte Thailands. Hier wird seit über 800 Jahren Salz gewonnen. Nicht aus dem Meer, sondern aus einer natürlichen Salzquelle im Bergland. Das salzhaltige Wasser wird aus einem Brunnen hochgezogen, traditionell mit einer einfachen Wippe. Vorne ein Eimer, als Gegengewicht ein Stein.
    Danach wird es in Kochhäuser geleitet und über Holzfeuer in grossen Metallschalen erhitzt, bis nur noch das Salz übrig bleibt. 🔥🧂
    Besonders eindrücklich war ein älterer Herr, der ruhig und routiniert den Kessel in den Brunnen abliess, das Wasser hochzog und weiterleitete. Noch Handwerk ohne Strom und Pumpe.
    Auf den Marktständen gab es Salz in allen Varianten. Für uns ging es salzfrei weiter.

    Der nächste Höhepunkt war wortwörtlich der höchste Punkt der Strecke auf 1715 Metern. Kühle Luft, weiter Blick, dichter Bergwald. Der umliegende Nationalpark ist geprägt von Mischwäldern aus Teak, Kiefern, Bambus und immergrünen Laubbäumen.

    Danach ging es wieder talwärts. Mit jedem Meter wurde es wärmer. Ehrlich gesagt waren wir darüber ziemlich froh.

    Unser letzter Stopp war der Wat Phuket im Phua-Distrikt. Ein kleiner, offener Tempel mit Blick über Reisfelder und Hügel. Ruhig, freundlich, nichts Aufgesetztes.
    Wieder viele ü60 Thais, die uns anlächelten. Schön.

    Am Ende erreichten wir unsere Unterkunft für diese Nacht. Ein kleines Häuschen. Begrüsst von ein paar sehr lieben Hunden.
    Bis zum nächsten Mal. 👋
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  • Nach Nan

    December 20, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 29 °C

    Der Tag begrüsste uns mit einem überraschend starken Frühstücksbuffet. Um 07:30 assen wir Reis, Gemüse und Spiegeleier bis kurz vor dem Platzen. 🤰
    Ein paar Schlücke Kaffee zum Runterspülen, dann waren die Taschen wieder gepackt für die Weiterfahrt. 🎒
    Zum Abschied drückte uns die Rezeption noch ein vakuumiertes Bananen Sticky Rice in die Hand. Sehr aufmerksam.
    Wir verschwanden im kühlen Morgennebel. Unser erster Halt war der Wat Phra That Inkhang. Der Tempel liegt ruhig in den Hügeln ausserhalb von Nan und ist ein klassischer nordthailändischer Bergtempel.
    Im Zentrum steht ein kleiner, goldener Chedi, der eine Buddha Reliquie beherbergen soll. Rundherum finden sich sitzende und stehende Buddha Figuren, Naga Skulpturen als Wächter und schlichte Gebetsplätze.
    Kein Prunk, keine Massen, dafür viel Ruhe. Während der gut dreissigminütigen Fahrt verzog sich der Nebel langsam, der Himmel wurde blau und die Aussicht immer weiter.
    In der Anlage waren wir ganz alleine. 👩‍❤️‍💋‍👨
    Beim Verlassen der Anlage rollte gerade ein Tourbus voller gut gelaunter Thais an. Perfektes Timing.

    Fünf Minuten später erreichten wir den Wat Na Khu Ha. Der Tempel liegt eingebettet zwischen Feldern und ist vor allem für seinen langen Bambuslaufsteg bekannt. Die Bambusbrücke schlängelt sich über die Reisfelder und ist rund 300 Meter lang.
    Normalerweise leuchtet hier alles sattgrün, bei uns war der Reis bereits geerntet. 🌾
    Trotzdem hatte der Weg seinen Charme. Weitblick, Ruhe und das langsame Knarzen unter den Füssen.
    Am Ende des Stegs wartete ein kleines Café. Wir setzten uns, tranken einen eiskalten Cappuccino und blieben länger sitzen als geplant.
    Dann begann der Teil des Tages, den man nicht beschreiben kann, ohne erneut ins Schwärmen zu geraten. Die erste Stunde der Weiterfahrt war einfach nur der Hammer. Kein Auto vor uns, kein Auto hinter uns, kein Gegenverkehr. Die Strasse schlängelte sich durch dichte Wälder, teils trocken, teils sattgrün, mit hohen Bäumen, Bambus, Farnen und immer wieder offenen Stellen mit Blick in die Hügel.
    Es roch nach Erde, warmem Holz und leicht nach Harz.
    Die Natur wirkte unberührt, fast gleichgültig gegenüber der schmalen Asphaltspur, die sich durch sie zog. An manchen Stellen sah es aus, als hätte sich der Wald die Strasse bereits zurückgeholt. Abgebrochene Ränder, Risse im Asphalt. Aber das kannten wir ja schon.

    Irgendwann spuckte uns die Strecke wieder auf den Highway und die letzten vierzig Kilometer bretterten wir Richtung Nan. 🛣
    In Nan angekommen standen wir zuerst etwas ratlos vor unserer Unterkunft. Niemand da. 🤔 Kurz über Booking geschrieben, fünf Minuten später kam jemand angerannt, grinste und hiess uns herzlich willkommen.
    Wir bezogen unser Zimmer in einem urigen Holzhaus. Die Inneneinrichtung wirkte wie eine Mischung aus Gästehaus und kleinem Museum. Viel Holz, alte Möbel, liebevolle Details. Sehr schräg, sehr gemütlich. 👍
    Nach kurzem Durchschnaufen stand noch ein Tempel auf der Liste, bevor die Sonne unterging. Also wieder rauf auf den Roller zum Wat Phra That Khao Noi.
    Der Tempel thront auf einem Hügel oberhalb der Stadt und ist über 600 Jahre alt. Besonders markant ist die grosse, stehende Buddha Statue, die über Nan blickt.
    Sie ist rund neun Meter hoch und gilt als Schutzfigur für die Stadt. Von oben hat man einen weiten Blick über Nan und das umliegende Tal.
    Oben angekommen merkten wir schnell, dass unser Kopf nicht mehr ganz auf der Höhe war. 🫨
    Zu viel Fahrtwind, Sonne und viele Eindrücke. Wir setzten uns auf eine Bank, sagten wenig und schauten einfach.
    Als wir uns Nan näherten hatte es sich angefühlt, als würden wir auf eine Grossstadt zufahren. Von oben sah Nan dann eher aus wie ein paar Häuser, die zufällig im Wald verteilt sind.
    Irgendwann meldete sich der Hunger. Unser Frühstück war definitiv Geschichte. Also assen wir das vakuumierte Bananen Sticky Rice Ding. Sah komisch aus, schmeckte aber überraschend gut. 😊

    Danach stürzten wir uns auf den Nachtmarkt. Wir kauften alles, was uns anlachte. Knusprige Käsebällchen mit Seegras, Wurstspiesschen, Nudeln, Wontons und eine Omelette mit Reis. Gegessen wurde auf einem grossen Platz mit ausgelegten Matten.
    Also Schuhe aus, hinsetzen wie alle anderen auch. Rundherum bestimmt fünfhundert Menschen.
    Auf einer Bühne vor uns sangen Kinder schräg, tanzten krumm und hatten offensichtlich den Spass ihres Lebens.
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  • Auf nach Phrae

    December 19, 2025 in Thailand ⋅ 🌙 24 °C

    Nach Kaffeetrinken, Toastessen und Bett-Replatzieren fuhren wir weiter. 🛵

    Der erste Stopp des Tages führte uns zum Wat Phra That Doi Phra Chan, einem kleinen Bergtempel in der Provinz Lampang, bekannt für seine helle Stupa und die ruhige Lage.
    Wir stellten unseren Roller im Schatten ab und folgten dem Wegweiser Richtung Treppe. Ein anderer Wegweiser zeigte zu Bustickets. 🤔 „Welcher Bus?“, fragten wir uns.
    Nach gemütlichen 628 Stufen durch den Wald kamen wir bei der Stupa an. Unterwegs passierten wir Buddhas Fussabdruck und eine Naga.

    💡Der Fussabdruck Buddhas symbolisiert seine Präsenz und den Weg der Lehre, dem man folgen soll, auch wenn Buddha selbst nicht mehr auf der Welt ist.
    Die Naga, ein mythisches Schlangenwesen, bewacht diesen heiligen Ort und steht oft am Eingang eines Tempelkomplexes als Beschützerin der Lehre Buddhas, meist zu sehen entlang der Treppengeländer. Zusammen zeigen Fussabdruck und Naga, dass der Weg zur Erleuchtung heilig ist und unter besonderem Schutz steht. 💡

    Während wir die Treppen hochstiegen, googelten wir immer wieder die Symbole und Figuren, die uns begegneten, um die Bedeutung besser zu verstehen.
    Oben angekommen, hatten wir eine sehr schöne Aussicht und trafen auf einige Leute, die mit dem Bus nach oben gefahren sind. 😅 Uns wurde es bald etwas zu laut und wuselig, also machten wir uns wieder an den Abstieg und fuhren weiter.

    Stopp Nummer zwei war ein Restaurant, in dem Chantals Essen so scharf war, dass sie akut Schluckauf bekam.

    Stopp Nummer drei führte uns zum Wat Pa Phutthabat Utthayan Tham Chakkraphat, einem abgelegenen Waldtempel.
    Philipp hatte ihn zufällig in einem Blog entdeckt. Mit gerade sagenhaften 46 Einträgen auf Google Maps ist er ein echter Geheimtipp.
    Wir waren komplett alleine unterwegs und bekamen nicht einmal einen Mönch zu Gesicht. Auch hier mussten wir uns die Aussicht erst verdienen und stiegen durch dichten, grünen Wald die Treppen hoch. Oben erwarteten uns eine wunderschöne Aussicht und ein grosser, goldener, sitzender Buddha, der gerade am Rücken eine kleine Auffrischung erhielt. 🖌
    Vor dem Buddha standen ein paar Plastikstühle, also machten wir eine ausgiebige Trinkpause, genossen die Ruhe und die Weitsicht. 🧘‍♂️🧘‍♀️
    Die Weiterfahrt war wie schon den ganzen Tag landschaftlich grossartig. Die Strassen schlängelten sich durch dichte Wälder es roch nach Asphalt und warmem Laub. In der Ferne zeichneten sich Gebirgszüge ab, der Verkehr war angenehm ruhig und das Fahren machte einfach Spass.

    Stopp Nummer vier war der Doi Pha Klong National Park. Beim Ticketkauf (2.50 CHF) sagte uns die Kassiererin noch ganz nachdrücklich: „Ihr müsst einen Kilometer laufen." ☝️
    Die Art und Weise, wie sie das betont hat, hat uns schon etwas irritiert, bis wir dann gemerkt haben, wie der Weg beschaffen ist. Es war ein ganz schön kniffliger Pfad über scharfkantige Steine und ein Balanceakt über allerlei Stege und Treppen.
    Es hat auf jeden Fall Spass gemacht. Die Felsen, der Wald und die Aussicht waren wunderbar und wir sind froh, dass wir nicht hingefallen sind. 😅

    Der letzte Stopp und gleichzeitig unser Ziel war unser Hotel in der Stadt Phrae. Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten (Boden waagerecht, juhu!), gingen wir direkt wieder raus auf den Nachtmarkt. Wir checkten das Essensangebot und übersetzten die Thaischrift mit dem Smartphone. Zwei Thais fanden das extrem witzig und schauten uns neugierig über die Schultern. 👁👄👁
    Wir setzten uns an einen Stand und sondierten die Lage.
    Heisst: Leute beobachten und nachmachen. Während wir beobachteten, wurden wir selbst beobachtet und merkten schnell, dass sich hier kaum Touristen hinverirren.
    Eine junge Thai kam uns zu Hilfe und erklärte uns per Übersetzer-App und ein paar Brocken Englisch, dass wir unsere Bestellung vorne aufschreiben müssen. Da wir das Thai-Alphabet nicht schreiben können, übernahm sie das kurzerhand für uns. Supernett. 😅
    Während wir auf das Essen warteten, kam eine junge Frau zu uns, hielt uns eine Tüte mit Fleischspiessen vom Nachtmarkt hin und stellte sie einfach auf unseren Tisch. Lächelnd schüttelten wir den Kopf. Sie sagte: „No sell, I present for you“, und rauschte mit federndem Gang davon. ❤️
    Wir hatten innert kürzester Zeit mehrere richtig schöne Begegnungen und gingen nach einem Abendspaziergang glücklich, mit Mango Sticky Rice in der Tasche, nach Hause.
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  • Nan Loop

    December 18, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 26 °C

    Nachdem wir wieder in Chiang Mai angekommen waren, holten wir unsere Rucksäcke beim Scooterverleih ab. Danach fuhren wir zur Unterkunft, wuschen und schrubbten uns gründlich und schlüpften endlich in frische Kleider. Anschliessend war Wäsche waschen angesagt.
    Nach getaner Arbeit tranken wir ein Bier am Nachtmarkt und assen in unserem Lieblingsrestaurant zu Abend. Ein ganz normaler, guter Chiang Mai Abend. 🍻

    Wir zwei Füchse entschieden uns danach, für eine Nacht in einem Hostel zu übernachten. Einfach mal wieder üben, dachten wir. 😉
    Leider war das keine besonders gute Idee. Unsere Mitgesellen waren nicht gerade gesellig, dafür umso lauter. Sie polterten die halbe Nacht durch die Räume, dazu ihr Lieblingsspiel Licht an, Licht aus. 😵

    Entsprechend unausgeschlafen standen wir am nächsten Morgen auf. Dafür umso besser koffeiniert. ☕️
    So machten wir uns auf den Weg zu unserem neuen Abenteuer, dem Nan Loop.
    Der Nan Loop ist weniger bekannt als der Mae Hong Son Loop, aber mindestens genauso spannend, hoffen wir.
    Er führt durch den Osten Nordthailands, durch abgelegene Bergregionen, kleine Dörfer und viel ursprüngliche Landschaft. Weniger Tourismus, weniger Infrastruktur, dafür mehr Ruhe und mehr echtes Nordthailand.
    So zumindest die Erzählungen. 📜

    Zuerst brachten wir unser Gepäck wieder zum Scooterverleih und verlängerten unseren Vertrag. Danach fuhren wir auf einer bis zu fünfspurigen Strasse Richtung Lamphun. Das war anstrengend und erforderte volle Aufmerksamkeit. 🤯
    Unser erster Halt war der Wat San Pa Yang Luang. Ein ruhiger Tempel, bekannt für seine elegante Holzarchitektur. Kein grosses Spektakel, aber ein angenehmer Ort für eine Pause und ein paar ruhige Schritte nach dem Sitzen. 🛵
    Danach ging es weiter zum Wat Phra That Hariphunchai. Einer der bedeutendsten Tempel Nordthailands und das spirituelle Herz von Lamphun.
    Die Anlage stammt ursprünglich aus dem elften Jahrhundert und war einst das Zentrum des Hariphunchai Königreichs. 👑
    Der goldene Chedi ist weithin sichtbar und der Tempel wirkt deutlich formeller und monumentaler als der vorherige. Eine gute Einstimmung, denn auf dem Nan Loop sollten noch einige Tempel folgen.

    Da wir wegen der kurzen Nacht bereits um halb elf extrem Hunger hatten, bauten wir direkt ein Mittagessen ein. Eigentlich sind wir einfach verfressen, aber wir schoben es grosszügig auf den Schlafmangel. 😉
    Mit viel Lachen, Nicken und auf das Essen zeigen assen wir wieder einmal in einem Jay Restaurant. Einfach, schnell und superlecker.
    Danach fuhren wir zum Doi Kaeo Market. Ein lokaler Markt, wie man ihn nur abseits der touristischen Routen findet. Hier wird verkauft, was die Region hergibt. Gemüse, Früchte, getrocknete Snacks, besonders viele Insekten, Currypasten und alles, was man für den Alltag braucht.
    Wir schlenderten gemütlich durch die Gänge, vertraten uns die Beine und schauten den Leuten beim Einkaufen zu. Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Cappuccino mit doppeltem Espresso. Der Koffeinhaushalt war damit offiziell wieder auf Kurs. 🦾
    Kaffee gehört übrigens zur nordthailändischen Kultur und wird hier auch in den Bergen angebaut. 😊

    Mit frisch geladenen und funktionierenden Synapsen fuhren wir rund dreissig Minuten weiter zu unserem letzten Tempel für diesen Tag, den Wat Doi Ti.
    Der Tempel liegt erhöht und ist bekannt für seine grosse Buddha Figur, die ruhig über die Landschaft blickt.
    Das Besondere für uns war jedoch, dass wir komplett alleine waren. Nur wir und eine ganze Gruppe Pfauen und Hühner, die frei über das Gelände liefen. 🥰
    Die Pfauen gehören bewusst zum Tempel, da sie in der buddhistischen Symbolik für Wachsamkeit und Würde stehen. Ausserdem bringen sie Leben an diesen sonst sehr stillen Ort.

    Schliesslich fuhren wir weiter nach Lampang zu unserer Unterkunft. Dort bezogen wir ein Zimmer in einem authentischen Teakhouse. 🏠
    Lampang ist bekannt für seine Teakhäuser, da die Region früher ein Zentrum des Teakholzhandels war. Viele der Häuser stammen aus einer Zeit, in der Teak der wichtigste Baustoff für wohlhabendere Familien war. Die Gebäude sind gut belüftet, stabil und auf Langlebigkeit ausgelegt.
    Der Raum war allerdings leicht schief.
    So schief sogar, dass wir beim ersten Probeliegen feststellten, dass wir mit dem Kopf talwärts und den Beinen bergauf schlafen würden. Keine gute Idee. Kurzerhand hoben wir das Bett gemeinsam an, drehten es um neunzig Grad und erklärten das Problem für gelöst. 👍
    Während dieser Text entstand, lagen wir in unserem absoluten Preishit-Zimmer. Besser gesagt auf der Preishit-Matratze. Unzählige Federn und Metallstäbe drückten sich unangenehm gegen unsere Haut. Romantik sieht anders aus. Müde genug waren wir trotzdem.
    Dank Schlafmangel haben wir super gut geschlafen. 😆
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  • Weiterfahrt nach Pai

    December 16, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 22 °C

    Für uns ging die Fahrt weiter nach Pai. Die Strecke dorthin gehört zu den bekanntesten Abschnitten des Mae Hong Son Loops und das völlig zurecht. 🛵
    Die Landschaft verändert sich spürbar. Die Berge werden runder, die Täler weiter, alles wirkt offener. Dschungel wechselt sich mit Feldern ab, kleine Flüsse schneiden sich durch die Landschaft und immer wieder tauchen einzelne Häuser und verstreute Dörfer auf.
    Die Strasse schlängelt sich durch Hügelketten, sanfter als zuvor, aber immer noch voller Kurven. Eine Fahrt, bei der man automatisch langsamer wird, nicht weil man muss, sondern weil man will.

    Nach einer wunderbaren Fahrt kamen wir in Pai an, im Sabaidee Inn. Eine richtig gute Wahl für die nächsten drei Tage. Ein sauberes Zimmer, ruhig gelegen und sie kochen hier auch. Und das Essen ist schlicht grossartig. Hausgemacht, frisch und mit einem Lächeln serviert. 🥰
    Wir waren vor sieben Jahren schon einmal in Pai und der Ort hat sich verändert.
    Es gibt deutlich mehr Hotels, Bars und Restaurants. Der Ort ist gewachsen und mit ihm auch der Trubel.
    Heute fühlt sich Pai stellenweise an wie ein englischer Ballermann mit sehr viel Cannabis. Coffeeshops an jeder Ecke, Neonlichter und junge Westler, die sich sehr bewusst beim Entspannen beobachten lassen und gerne im Bikini oder ohne Shirt rumlaufen.

    Wir merkten relativ schnell, dass wir hier nicht mehr so richtig reinpassen. Aber das ist auch nicht wichtig. Pai muss nicht uns gefallen und uns reicht es völlig, dass uns die Landschaft und die Natur hier weiterhin begeistern.
    Wir besichtigten den Pai Canyon, der nur wenige Kilometer ausserhalb des Zentrums liegt. Wir spazierten über die schmalen, rutschigen, sandigen Pfade und drehten um, wenn uns die Hänge zu steil wurden.
    Wir fuhren einfach ein bisschen umher, ohne festen Plan, liessen uns treiben und genossen die Umgebung. Unter anderem besuchten wir auch die alte Eisenbahnbrücke von Pai. Die Brücke wurde während des Zweiten Weltkriegs von der japanischen Armee gebaut. Sie war Teil eines Versorgungsnetzes in Nordthailand, ähnlich wie die bekanntere Brücke am River Kwai.
    Heute ist sie nicht mehr in Betrieb, aber sie steht noch stabil über dem Fluss und wird von Fussgängern genutzt.
    Ausserdem spielten wir mit der Hotelkatze, die wohl einmal zuviel versucht hat, gegen die geschlossenen Fenster zu springen. Aber die sind hier auch wirklich gut geputzt.
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  • Mae Hong Son Loop

    December 13, 2025 in Thailand ⋅ 🌙 24 °C

    ​Wir fuhren mit unserem Scooter weiter auf dem Mae Hong Son Loop Richtung Mae Hong Son.
    Chantal hat mittlerweile auch gelernt, sich nach Philipp auf den Scooter zu schwingen, ohne mit dem Bein gegen die Tasche zu treten.
    ​Auch das Absteigen klappt mittlerweile besser. Beim Absteigen an der Tankstelle wäre sie um ein Haar rückwärts gegen die Tanksäule gestolpert. Ziemlich peinlich, da sie ein paar Zuschauer hatte. 🙉
    ​Apropos Tanken: Unser lieber (immer noch namenloser) Scooter ist ein sparsamer Trinker. Er verbrauchte 12 Liter für 550 Kilometer.

    ​Der folgende Abschnitt war für uns der schönste des ganzen Loops. Die Natur wurde immer wilder, dichter und hügeliger. Der Loop hat insgesamt 1864 Kurven, und genau hier schien ein grosser Teil davon konzentriert zu sein. Kurve folgte auf Kurve, mal eng, mal weit, immer mit Blick auf Wälder, Täler und kleine Dörfer.
    ​Wir machten einen kurzen Halt beim Mae La Luang Viewpoint. Von dort blickten wir über Felder, Hügel und vereinzelte Rauchschwaden von abgeernteten Reisfeldern. Wir tranken ganz gemütlich einen Cappuccino, sassen auf farbigen Kissen am Boden und schauten einfach hinaus. Ein schöner Ort zum Durchatmen.
    ​Unterwegs versorgten wir uns mit Reisnudeln am Strassenrand, bevor es wieder in die Kurven ging.
    Danach fuhren wir weiter zum Pha Bong Viewpoint. Der Aussichtspunkt liegt etwas erhöht über der Strasse und bietet einen weiten Blick über die bewaldeten Hügel rund um Mae Hong Son. Still, weit und richtig schön. 💚
    Philipp schaute verträumt in die Landschaft. Als er Chantal etwas sagen wollte, merkte er, dass sie gar nicht mehr neben ihm stand. Sie wurde gerade von ein paar Asiatinnen mit dem Smartphone fotografiert, die sich danach gleich zu ihr stellten. 📸
    Es gab Komplimente für ihre weisse Haut. Absurd und gleichzeitig irgendwie amüsant.

    ​Wir fuhren ins Dorf und checkten ein. Die liebe Thai-Frau nahm unsere Personalien auf und wollte Chantals Pass fotografieren. Dabei öffnete sie einige Male die falsche App und fing dann etwas verlegen an zu kichern. Dann kicherten wir mit, was zu einem längeren Hihihi führte. Ein ganz typisches Beispiel einer Situation, bei der hier über einen "Fehler" hinweggelacht wird und die uns schon sehr oft begegnet ist.

    ​Am nächsten Tag liessen wir unser Gepäck in der Unterkunft in Mae Hong Son und fuhren ohne Ballast Richtung Grenze zu Myanmar. Unser Ziel war der Pang Ung See. Der See liegt in einem geschützten Waldgebiet und ist bekannt für seine Pinien und den Morgennebel. Als wir ankamen, schauten wir dem Treiben eine Weile zu: geführte Motorradtouren, kleine Gruppen, Spaziergänger. Es war eindeutig touristisch, aber auf eine angenehme Art. Kein Gedränge, keine Hektik, eher ein ruhiges Kommen und Gehen in schöner Umgebung.
    ​Danach fuhren wir weiter ins nordwestlichste Dorf Thailands, nach Ban Rak Thai. Je näher wir kamen, desto kühler wurde es. Das Dorf liegt auf rund 1400 Metern Höhe. Ban Rak Thai wurde von chinesischen Kuomintang-Soldaten gegründet, die nach dem chinesischen Bürgerkrieg in diese Region geflüchtet waren. Bis heute ist der chinesische Einfluss spürbar, mit Teehäusern, Lehmhäusern und einem grossen See im Zentrum. Gleichzeitig wirkte vieles etwas inszeniert. Ein bisschen wie ein Themenpark, vermutlich um Touristen anzuziehen. Wahrscheinlich ist es nicht mehr ganz so traditionell wie früher. 😉 Wir wärmten uns mit Kaffee und Essen auf und machten einen Spaziergang um den See.
    Danach fuhren wir sehr langsam die steile Strasse wieder hinunter und zurück nach Mae Hong Son.
    ​Wie am Abend zuvor gingen wir wieder auf den Nachtmarkt essen.

    Den letzten Tag unseres Aufenthalts gestalteten wir bewusst ruhig. Nach dem morgendlichen Kaffee liefen wir zum Wat Phra That Doi Kong Mu. Der Tempel liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt und bietet eine schöne Aussicht über Mae Hong Son und den kleinen Flughafen. Dort kamen wir ins Gespräch mit einem Touristen, der schon vor 22 Jahren hier gewesen war. Damals war der kleine Flughafen noch regulär in Betrieb und der Nachtmarkt fand damals auf der Landebahn statt. 😅
    ​Den Nachmittag verbrachten wir mit Buchungen und Organisation. Danach belohnten wir uns mit Skifahren. ⛷️ Dreifacher Sieg für die Schweizer Herren. Besser gehts kaum. Zum Abendessen gingen wir ein letztes Mal auf den Nachtmarkt am See. Nach dem Essen liessen die Leute viele Ballone mit Laternen gemeinsam in den Himmel steigen. Eine Frau moderierte alles über Mikrofon und Lautsprecher. Laut rief sie "3 2 1" (vielleicht auch "Achtung Fertig Los") und dann liessen alle gleichzeitig die Ballone los. Wir standen da, schauten zu und liessen den Moment wirken. Ein ruhiger und sehr schöner Abschluss unserer Tage in Mae Hong Son.
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  • Von Ban Luang nach Mae Sariang

    December 9, 2025 in Thailand ⋅ ⛅ 27 °C

    Am nächsten Morgen fuhren wir weiter durch den Op Luang Nationalpark. Der Park ist bekannt für seine tiefe Schlucht, die der Fluss Mae Chaem über viele Jahrtausende in den Fels geschnitten hat. 💧
    Die Strasse führte durch dichtes Grün, wechselte zwischen engen Kurven und offenen Abschnitten und war angenehm zu fahren.

    Unser nächster Halt war der Bo Kaeo Pine Tree Garden. 🌲
    Dort machten wir einen kleinen Spaziergang zwischen hohen Kiefern, die man in Thailand nicht oft sieht. Die Luft roch nach Holz und Harz und es fühlte sich an, als wären wir kurz in einem anderen Land. Ruhig, kühl und sehr angenehm.
    Danach fuhren wir weiter und kamen am Doi Bo Luang Forest Park vorbei. Dort standen ein paar Wohnwagen in einer schönen Waldlichtung.
    Es sah gemütlich aus, wie ein kleiner Campingplatz in den Bergen.

    Gegen Ende der Tagesetappe suchten wir noch einen Aussichtspunkt, den wir auf der Karte gesehen hatten. Gefunden haben wir ihn aber nicht. Der mögliche Eingang sah aus wie ein Trampelpfad mitten in einem Dorf. Wir waren uns unsicher und wurden so angestarrt, dass wir uns recht sicher waren, dass wir hier falsch waren. 😬
    Also folgten wir einer anderen Strasse und kamen schliesslich zu einer Aussicht, die sich gelohnt hat. 😊

    Unterwegs sahen wir immer wieder kleine Rauchsäulen über den Hügeln. 🔥
    Auf vielen Feldern wurden gerade die übergebliebenen Reisstoppeln und Pflanzenreste nach der Ernte verbrannt, eine hier noch immer übliche Methode, um die Flächen schnell für die nächste Saison vorzubereiten.
    So praktisch das für die Bauern ist, so problematisch ist es für die Umgebung.
    Durch das Abbrennen entstehen viel Feinstaub und Rauch, die sich in den Tälern sammeln und später im Jahr zur bekannten „Smoky Season" beitragen. 🌫
    Die Sicht wird schlechter, die Luftqualität sinkt und für viele Menschen bedeutet das gereizte Augen oder Atembeschwerden. 😶‍🌫️
    Trotzdem bleibt das Verbrennen für viele die einfachste und günstigste Lösung.

    Am Nachmittag erreichten wir Mae Sariang. Unsere Unterkunft war richtig gut. Wir hatten einen kleinen Balkon und fühlten uns sofort wohl. 🌴
    Wir blieben zwei Nächte, was sich schnell als gute Entscheidung herausstellte.

    Am nächsten Tag besuchten wir den Wat Phra That Chom Mon, einen Tempel auf einem Hügel oberhalb der Stadt.
    Der Tempel ist nicht besonders gross, aber die Aussicht ist schön. Man sieht über das ganze Tal, die Flüsse und die grünen Berge, die sich hintereinander auftürmen.
    Es war ruhig, kaum Leute waren da. Ein Mönch knurrte uns allerdings kurz an, obwohl wir ihn mit Achtung begrüsst hatten. 🤔
    Das machte die Szene eher merkwürdig als unangenehm.
    In den Nächten wurde es unerwartet kalt. 🧊Zum Glück hatten wir diesmal eine gute Decke. Nicht wie beim letzten Mal, als wir halb gefroren im Bett lagen.
    So war es gemütlich und wir konnten gut schlafen, bevor es weiter Richtung Norden ging.
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  • Ban Luang und Doi Inthanon

    December 8, 2025 in Thailand ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem wir eine gute Nacht in Ban Luang verbracht hatten, tranken wir am Morgen gemütlich einen Kaffee auf unserem kleinen Balkon und schauten Richtung Doi Inthanon. Falls es jemand nicht weiss, das ist der höchste Berg von Thailand mit 2565 Metern Höhe. ⛰️
    Wir fuhren ohne Gepäck weiter, denn heute wollten wir nur den Berg erkunden.

    Auf dem Weg lagen ein paar Wasserfälle und die beiden Königspagoden von König Bhumibol und Königin Sirikit. Sie stehen in der Nähe des Gipfels und sind ein Denkmal für das Königspaar. Unser erster Halt war bei den Pagoden. ☸️
    Wir sahen sie aber nur von aussen und entschieden uns stattdessen für einen Naturpfad rund um das Gebiet. 🥾
    Für diesen Trail musste man einen Führer mitnehmen. Direkt am Eingang trafen wir ein anderes Paar, das fit aussah und wir somit für würdig befunden haben. 😉
    Wir fragten, ob wir uns den Führer teilen wollen (der war obligatorisch) und sie sagten ja. So ergab sich eine lustige Gruppe. 🥳
    Der Trail führte durch einen moosigen Bergwald mit Farnen, knorrigen Ästen und kleinen Holzstegen über feuchte Stellen. Ab und zu plätscherte ein Bächlein unter uns durch. Der Wald war dicht und die Luft kühl (12°C) ganz anders als unten im Tal.
    Es ging mal hoch und mal runter. An einer Stelle öffnete sich der Blick und wir sahen über die Hügel und die Wälder bis weit ins Land hinein. Dann kam man wieder näher an die Pagoden und sah sie durch das Grün leuchten.
    Unser Führer hatte allerdings Mühe, mitzuhalten. Wenn es bergauf ging, hörten wir ihn leise keuchen. Wir fanden es etwas witzig.
    Leider konnte er kaum Englisch, also gab es keine grossen Erklärungen. Aber schön, dass er dabei war.
    Nach 2,8 Kilometern trennten sich unsere Wege wieder. Wir gingen etwas essen, denn es war schon Mittag.
    Danach fuhren wir zum höchsten Punkt Thailands. Dort gibt es ein Schild und ein Monument. Es ist zwar der höchste Punkt, aber ohne Aussicht, weil alles im Wald liegt. Wir machten kurz ein Foto und fuhren weiter.
    Wir wanderten noch einen zweiten Naturpfad, kostenlos und wunderschön. Er führte über Holzstege durch einen dichten Wolkenwald, wo Moos an jedem Zweig hing. ☁️🌳
    Danach fuhren wir die unzähligen Höhenmeter wieder runter und hielten bei mehreren Wasserfällen an.
    Der Wachirathan Wasserfall war der grösste und beeindruckendste. Das Wasser donnerte über die Felsen und die Gischt legte sich kühl auf die Haut.
    Weiter unten sahen wir noch den Sirithan Wasserfall, eingerahmt von viel Grün, ruhiger aber ebenfalls schön. Jeder Stopp tat gut, um die Beine kurz zu vertreten.
    Am späten Nachmittag kamen wir zurück in unsere Unterkunft in Ban Luang. Wir entspannten unsere Beine und gingen am Abend wieder auf den Nachtmarkt essen. Ein wirklich gelungener Ausflug. 💚
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  • Start - Mae Hong Son Loop

    December 7, 2025 in Thailand ⋅ ⛅ 26 °C

    Ganz gemütlich starteten wir in den Tag. Wir tranken noch einen Pulverkaffee im Zimmer, packten unsere Sachen zusammen und entschieden uns, nur eine Tasche mitzunehmen. 🎒
    Mit wenig Gepäck reist es sich einfach leichter. In diese Tasche kamen die Kleider für die nächsten Tage, während wir alles Unnötige beim Rollerverleih deponierten.
    Dazu hatten wir noch einen kleinen Rucksack für die Tageswanderungen dabei.

    Der Weg zum Scooterverleih war kurz, doch herrschte dort angkommen reines Chaos. 🚀
    Menschen, die Roller mieten wollten, mischten sich mit denen, die ihre Roller zurückbrachten. 🧯

    Pass kopieren lassen, Geld als Sicherheit hinterlegen und schon standen wir vor unserem Gefährt. Wir machten noch unzählige Fotos von den kleinen und grossen Kratzern, als Beweis, für allfällige Nachfragen. 😉
    Wir befestigten die Tasche hinten mit Gummizügen und los ging die Fahrt.
    Unser erstes Ziel war der Phachor im Mae Wang National Park. 🌳
    Der Weg führte durch einen kleinen Canyon, der über viele Jahre durch Erosion entstanden ist. Das Wasser hat den Boden ausgewaschen und dabei schmale Pfade zwischen hohen, rötlichen Wänden geformt. Am Ende standen wir vor eindrucksvollen Felsformationen, die wie versteinerte Wellen aussahen.
    Zur selben Zeit traf eine Reisegruppe ein. Laut, chaotisch, aber irgendwie auch ziemlich witzig. Sie posierten in allen möglichen Varianten für Fotos, und steckten uns mit ihrer guten Laune an. 😊

    Wir setzten uns auf eine Bank und beobachteten das Treiben, bis sie weiterzogen und es plötzlich wieder ganz still wurde. ☮️ Danach konnten wir den Ort in Ruhe geniessen.
    Anschliessend liefen wir noch zum Aussichtspunkt hinauf, von dem aus wir eine weite Sicht über die Ebene und das satte Grün hatten.
    Der Hunger meldete sich, also machten wir uns auf den Weg zum nächsten Restaurant. Dieses Restaurant war speziell.
    Alles bestand aus Kokosnüssen. 🥥 Teller aus Kokosnuss. 🥥 Gabel aus Kokosnuss. 🥥 Löffel natürlich auch Kokosnuss. 🥥 Sogar die Dekoration über uns war Kokosnuss. 🥥
    Wir lachten darüber und das Essen war gut.
    Später tranken wir noch einen Eis Cappuccino, bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren. Sie lag in der Nähe des Tempels Wat Phra That Si Chom Tong Woraviharn.☸️
    Wir checkten kurz ein und da es bereits Richtung Abendessen ging, machten wir uns wieder auf den Weg. Der Tempel wirkte ruhig und friedlich, mit seinen goldenen Elementen und der gepflegten Anlage.
    Danach schlenderten wir über den Nachtmarkt im selben Ort. Viele Stände, lebendige Stimmung und eine grosse Auswahl an Essen. Wir assen Pad Thai, paniertes Hühnchen mit Reis und dazu ein Omelette mit Reis.
    Satt und zufrieden gingen wir zurück zur Unterkunft und freuten uns auf die nächsten Tage unserer Rollertour.
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  • Chiang Mai

    December 6, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 27 °C

    Chiang Mai - Rückkehr

    Wir reisten mit dem Bus weiter nach Chiang Mai. Weil wir schon einmal dort gewesen waren, fühlte sich alles vertraut an und wir nahmen alles ganz entspannt. 😊
    Jeden Tag suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen, tranken kalten Kaffee und planten unsere Weiterreise.
    Unser nächstes Ziel war der Mae Hong Son Loop. Rund sechshundert Kilometer, bekannte Bergstrecken und viele Kurven. 🛵
    Damit wir ohne Eile unterwegs sein können, geben wir uns elf Tage Zeit. Was uns jedoch noch dafür fehlte, war ein guter Scooter.
    Also liefen wir einen ganzen Tag durch die Stadt und besuchten Vermieter, von denen es in Chiang Mai wirklich unzählige gibt.
    Zum Glück fanden wir schliesslich einen Anbieter direkt in unserer Nähe. Der Honda Click 160 gefiel uns sofort, und für achteinhalb Franken pro Tag reservierten wir ihn gleich. 👍

    Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach einer Coiffeurschere und einem Kamm. Fündig wurden wir in einem kleinen, unscheinbaren Laden.
    Dort lag eine Schere, die aussah wie ein kunstvolles Meisterstück, auch wenn sie ganz bestimmt aus einem günstigen Online Shop kam. ✂️
    Chantal hatte Lust auf eine Veränderung und vertraute Philipp, nach einem schnellen Blick auf die Google Maps Bewertungen der nächsten Friseure, mehr als einem echten Salon.
    Also schnitt er ihr kurzerhand die Haare und wir waren beide zufrieden. 💇‍♀️

    In den folgenden Tagen besuchten wir einige der vielen Tempel der Stadt. Chiang Mai hat über dreihundert davon, und alle zu sehen wäre völlig unrealistisch gewesen. Also konzentrierten wir uns auf ein paar bekannte und ein paar versteckte Schätze.

    Gegessen haben wir fast immer im kleinen Familienrestaurant unseres Vertrauens. Mit der Zeit kannten uns die Leute dort, begrüssten uns herzlich und schenkten uns einmal einen Teller Gemüse.
    Als wir erzählten, dass wir den Mae Hong Son Loop fahren wollen, gaben sie uns sofort Tipps für unterwegs. Wir schrieben alles auf und freuten uns schon darauf, bald wieder etwas Neues zu entdecken.
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  • Sukhothai

    December 1, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 29 °C

    Mit dem Bus ging es weiter nach Sukhothai. 🚌
    Der Name bedeutet Morgenröte des Glücks, und hier begann Thailands Geschichte.
    Vor etwa 750 Jahren entstand das erste grosse Königreich und mit ihm die erste thailändische Schrift.
    Am Anreisetag schauten wir uns den Historischen Park nur von aussen an, am zweiten Tag gingen wir dann richtig hinein. Wir liefen zwischen alten Mauern, stillen Teichen und grossen Buddha Figuren.
    Viele Besucher mieten sich ein Fahrrad und radeln durch die weitläufige Anlage, wir nahmen es ruhiger und schlenderten Schritt um Schritt durch den Park.
    Wir sassen an verschiedenen Orten, schauten in die friedliche Weite und liessen alles wirken. Kaum zu glauben, dass die ganze Anlage einmal komplett vom Urwald überwuchert war und erst vor gut hundert Jahren wieder freigelegt wurde.
    Eine Stadt, die lange unter Bäumen und Wurzeln geschlafen hatte.
    Abends streiften wir über den Nachtmarkt. Es gab viele Essensstände, vieles sah gut aus, aber fast alles war mit Fleisch.
    Wir fanden schon etwas Vegetarisches, aber nie genau das, worauf wir Lust hatten.
    Ganz glücklich wurden wir beim Essen in Sukhothai nicht, aber immerhin satt.

    Am dritten Tag mieteten wir uns einen Scooter und fuhren zum Ramkhamhaeng National Park. Dort wartete eine schöne, aber anstrengende Wanderung mit rund 1200 Höhenmetern auf 3.8 Kilometer.
    Somit war es schon sehr steil, doch die Überreste unserer GR10-Waden haben uns nicht im Stich gelassen. 😉
    Belohnt wurden wir mit drei Aussichtspunkte, jeder besser als der vorherige.
    Das schöne Panorama wurde einzig durch einen grauen Smogschleier (wortwörtlich) getrübt.
    Nach einer Gipfelpause machten wir uns auch schon wieder an den Abstieg.
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  • Phitsanulok

    November 28, 2025 in Thailand ⋅ ☀️ 24 °C

    ​Knatternd setzte sich der Zug Richtung Norden in Bewegung und vier Stunden später erreichten wir die Stadt Phitsanulok mit ihren 80.000 Einwohnern.
    Wir haben uns vorgenommen, auch mal in kleineren, eher untouristischen Orten einen Stopp einzulegen, und so verbrachten wir zwei Tage in der eher vollen und lauten Stadt.
    Die Hotelwahl ähnelt bei unserem Budget einem Lotterielos: Vom Jackpot bis zu einer Niete kann alles dabei sein. Unser Zimmer war ganz in Ordnung, bis auf die Bar gegenüber. Da gerade Wochenende war, dröhnte die Musik extrem laut aus den Boxen.
    Wie üblich standen wir vor der Wahl:​

    a) Mitsaufen in der lauten Bar, Tinnitus inklusive
    ​b) Wütend und wach im Bett liegen
    ​c) Mit Kopfhörern und Noise-Cancelling friedlich Hörbuch hören und schlafen​
    d) Gamen oder Lesen, bis die Sonne aufgeht​

    Wir entschieden uns in allen drei Nächten für Option c, was wunderbar funktioniert hat.​

    Tagsüber erkundeten wir die Stadt, die wir als sehr authentisch erlebt haben. Wir besuchten verschiedene Tempelanlagen, wobei häufig noch gebaut oder schon restauriert wurde. Dabei ist besonders Philipp immer wieder von der Art und Weise fasziniert, wie in Thailand gebaut wird. Unser Highlight war jedoch der Nachtmarkt mit seinem breiten Angebot an Kleidern, Kosmetika, Haustieren und Lebensmitteln. Ein Grossteil der Gerichte wird schon vorgekocht verkauft und von den Thais in Plastikbeuteln Take-away mitgenommen und erst zu Hause gegessen. Für zwei Touris ohne Teller im Gepäck folglich nicht ganz so interessant. 😉
    Leider haben wir es versäumt, Fotos zu machen, in Erinnerung wird er uns (hoffentlich) bleiben.

    Wir haben in Phisanulok in zwei Jay-Restaurants gegessen.
    Jay ist der thailändische Begriff für eine strikt vegane Ernährung, die dem buddhistischen Reinheitsgebot folgt. Dabei wird nicht nur auf alle tierischen Produkte verzichtet, sondern traditionell auch auf scharfe Gewürze wie Knoblauch und Zwiebeln.
    In diesen winzigen Restaurants kann man sich einen Teller zusammenstellen lassen und für einen Franken sehr lecker essen.
    ​Wenn wir im ganzen Lärm etwas Ruhe brauchten, machten wir einen Spaziergang am Fluss entlang, zusammen mit vielen anderen Einheimischen, die oft am Joggen waren. Wir nahmen es deutlich gemütlicher und sahen uns jeden Abend den wunderschönen Sonnenuntergang an. 🌅
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  • Ayutthaya

    November 24, 2025 in Thailand ⋅ ☁️ 31 °C

    Für die Anreise nach Ayutthaya nahmen wir uns zwei Tage Zeit.
    Erst fuhren wir mit dem Zug zurück nach Kanchanaburi.
    Chantal sass am offenen Fenster, genoss die frische Luft und wurde dabei von Sand, Staub und feinem Eisenabrieb eingepudert. Nach zwei Stunden sah sie aus wie Schmutzli und roch wie frisch aus der Eisenmine. 😆
    Nach ganz viel Seife für Chantal, gutem Essen, und einer erholsamen Nacht liefen wir zur Bushaltestelle.
    Der Bus um 8 Uhr 30 fiel aus, aber zwei Stunden später fuhr der nächste und wir kamen problemlos weiter.
    In Ayutthaya bezogen wir unser Spar High Five Zimmer.
    Die fünf Fenster hatten kein Glas, nur Mückennetze und Fensterläden, was wir angenehm fanden, weil es nicht so heiss wurde.
    Die Decke war allerdings sehr dünn, eher eine Tischdecke als eine richtige Bettdecke.
    In der Nacht wurde es so kühl, dass wir unsere schönste Embriostellung einnahmen. 🥶
    Auf Nachfrage bekamen wir eine zweite Decke und ab dann waren die Nächte deutlich erholsamer.
    Wir waren zum zweiten Mal in Ayutthaya und wussten schon, was uns erwartet.
    Die Stadt war im 14. Jahrhundert die Hauptstadt des siamesischen Reichs und damals eine der grössten Metropolen der Welt. Heute stehen nur noch die Ruinen, aber sie wirken immer noch gewaltig, vor allem die vielen Prang Türmchen und riesigen Buddhafiguren, die oft schief, gebrochen oder halb im Boden verschwunden sind, weil die Stadt im 18. Jahrhundert vom birmanischen Heer zerlegt wurde.
    Dieses Mal besuchten wir die grossen Anlagen nicht erneut. Wir liefen um sie herum, hielten hier und dort an, schauten uns kleinere Tempel und versteckte Plätze an und liessen uns treiben. Immer mit einem offenen Auge für die Bindenwarane.
    Diese Echsen sehen aus wie Mini Komododrachen, können über zwei Meter lang werden und leben am liebsten in der Nähe von Wasser. In Ayutthaya hat man gute Chancen, einen zu sehen, wie er gemütlich durchs Gebüsch stapft oder am Ufer liegt.
    Gegessen haben wir aus nostalgischen Gründen an dem Ort, an dem wir schon vor sieben Jahren gegessen hatten.
    Das fühlte sich an wie ein kleines Zeitfenster in die alte Reise. Später zogen wir über den Nachtmarkt, probierten ein paar Snacks und tranken ein eher mittelmässiges Bier in kleinen Campingstühlen.
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  • Erawan Nationalpark

    November 21, 2025 in Thailand ⋅ ⛅ 26 °C

    Mit der lauten Bahn fuhren wir weiter nach Wang Pho, diesmal wirklich auf dem offiziellen Thailand-Burma Railway, auf Deutsch oft Todesbahn genannt.
    Die Strecke ist etwa 130 km lang und verläuft von Kanchanaburi nach Nam Tok.
    Sie schlängelt sich durch Dschungel, Sandstein- und Kalksteinfelsen und überquert rund 600 Brücken, manche aus Holz, manche aus Beton, mitten im Urwald. 🌳🌴🚂
    Die Spurbreite beträgt 1 Meter, was die Fahrt besonders ruckelig macht.
    Viele Brücken und Tunnel sind direkt in die Felsen gehauen, und einige Abschnitte liegen hoch über Flüssen und Tälern, was die Aussicht spektakulär macht. 😍
    Das Dorf Wang Pho wirkte ein wenig verschlafen. Chantal hatte wohl eine Vorahnung und darum gleich bei der Buchung der Unterkunft ein Motorrad mitorganisiert. Zum Glück 😀
    Geliefert wurde uns eine Halbautomatik, die schon unzählige Kilometer auf dem Buckel hatte. Genau wissen wir es nicht, der Tacho war ausser Betrieb. 😉
    Weil Philipp bisher nur vollautomatisch oder ganz normal geschaltet gefahren ist, hat uns YouTube ein wenig auf die Sprünge geholfen.😅

    Mit dem Gefährt fuhren wir zum Hellfire Pass, einem bekannten Abschnitt der Thailand Burma Railway. Die Strecke wurde hier direkt durch harte Felsen gesprengt. Nachts leuchteten Fackeln die Schlucht wie die Hölle aus, daher der Name. 🔥
    Insgesamt starben beim Bau der Bahn über 100 000 Menschen, der Hellfire Pass gilt als besonders schwieriger Abschnitt.

    Heute ist es ein Gedenk- und Wanderweg, auf dem man die engen Felswände und die alten Bahngleise sehen kann. Wir nahmen uns Zeit für die Wanderung und spürten die ruhige Umgebung und die friedliche Atmosphäre.

    Am nächsten Tag fuhren wir zum Erawan National Park, bekannt für seine kristallklaren Wasserfälle und den dichten Urwald. Wir wanderten einige Kilometer durch tropische Vegetation, es war warm, der Weg zu den Wasserfällen lang, aber wunderschön.
    Die Wasserfälle bestehen aus kalkhaltigem Gestein, das über Jahrtausende Terrassen und kleine Becken geformt hat, in denen das Wasser glitzert.
    Es waren viele andere Menschen unterwegs, es war also nicht ganz so ruhig, aber trotzdem beeindruckend. Nach einer Stunde Rollerfahren zurück nach Wang Pho spürten wir dann deutlich, wie pickelhart der Sattel ist. 🙈
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