• Weihnachtsessen

    December 24, 2025 in Sweden ⋅ ☁️ 2 °C

    Wir haben uns dieses Jahr zu Weihnachten etwas ganz Besonderes geschenkt: ein Julbord. Kein Paar Socken, kein Gutschein – nein, ein strategisch geplantes Buffet mit eindeutigem Schwerpunkt auf „Wir probieren alles“.

    Schon der Einstieg war ambitioniert: kalte Fischspeisen. Hering in allen Lebenslagen – eingelegt, gewürzt, geheimnisvoll. Irgendwann wussten wir nicht mehr, ob wir den Hering essen oder er uns prüfend zurück anschaut. Danach Lachs, so zart, dass er vermutlich freiwillig auf den Teller gesprungen ist.

    Kaum dachten wir, es sei vorbei, kam Phase zwei: kalte Fleischgerichte. Schinken, so würdevoll präsentiert, als hätte er eine eigene Nationalhymne. Dann Phase drei: warm. Fleischbällchen, Würstchen, Kartoffeln in jeder erdenklichen Aggregatform, dazu Kohl, der eindeutig zu viel Selbstbewusstsein hatte. Wir nickten tapfer und aßen weiter – aus Höflichkeit. Und aus Hunger. Und aus sportlichem Ehrgeiz.

    Als Dessert auftauchte, hörten wir innerlich schon den Abspann laufen, aber irgendjemand sagte den verhängnisvollen Satz:
    „Ach komm, ein bisschen geht noch.“

    Nach diesem kulinarischen Marathon beschlossen wir, etwas für die Verdauung zu tun. Also ein Verdauungsmarsch – heroisch, leicht schwankend – über die Brücke bis zu den Stromschnellen. Der kalte Wind, das Rauschen des Wassers und das leise Klappern unserer überfüllten Mägen begleiteten uns. Jeder Schritt ein Triumph, jede Böe eine Erinnerung an den letzten Hering.

    Fazit: Das Julbord war großartig, wir waren sehr satt, sehr glücklich – und die Stromschnellen haben vermutlich noch Tage später unser zufriedenes Seufzen gehört. 🎄😄
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