• Fast Bergsteigen 🛘

    20. juli, Norge ⋅ ☁️ 13 °C

    Wenn unsere Perle zum Kletterpark fährt 😄🚐

    Montag, 8 Uhr, 8 Grad… und der Wettergott hatte offensichtlich noch nicht ganz ausgeschlafen. 🌧️🌬️

    Es regnet, stürmische Böen fegen um unser standhaftes Wohnmobil und wir fragen uns kurz, ob es über Nacht heimlich zum Schiff umgebaut wurde. 🌊🚐 Aber egal – unser Zuhause auf vier Rädern steht wie eine Eins. Naja… es wackelt ein bisschen, aber wir nennen das einfach „arktisches Wellnessprogramm“. 😂

    Bis zu unserer Abfahrt vom „Arctic View 71 N 24E“ hat sich das Wetter zum Glück etwas beruhigt. Der Wind pustet die Regenwolken davon und plötzlich zeigt sich der norwegische Wettermix von seiner besten Seite: blauer Himmel und Sonnenschein. 🌤️

    Frohen Mutes rollen wir vom knapp 272 Meter hohen Felsen in steilen Kurven hinunter nach Havøysund. Unser fahrendes Zuhause meistert die Abfahrt souverän – schliesslich kennt es mittlerweile jede Menge Bergstrassen und hat vermutlich schon mehr Norwegen gesehen als mancher Norweger. 😂

    Über die Havøysund-Brücke verlassen wir den Ort am europäischen Nordmeer und fahren über eine Hochebene und am Fjord entlang zum Selvika rasteplass.

    Jaaa… dieser Rastplatz ist etwas ganz Besonderes. Entworfen wurde er vom Architekturbüro MANTHEY KULA und zeigt eindrucksvoll, wie Norwegen sogar ein Toilettenhäuschen in eine architektonische Sehenswürdigkeit verwandelt. 🚻✨

    Mein Schatz findet diese Betoninstallation – die tatsächlich auch Toiletten beherbergt – richtig gelungen. Mich erinnert das Ganze ein bisschen an eine riesige Meeresschnecke. 🐚

    Norwegen kann eben Toiletten. Mal schlicht, mal majestätisch, golden und funkelnd… aber immer funktional und gleichzeitig eindrucksvoll. Bei uns wird ein WC gebaut. In Norwegen wird ein WC gebaut und die Leute fahren 200 Kilometer hin, um es zu fotografieren. 😂

    Vom darunterliegenden, eigentlich wunderschönen Sandstrand ist mein Schatz allerdings völlig enttäuscht. Was hier an Abfall herumliegt, ist wirklich nicht mehr schön. Vorwiegend Kunststoff in allen Formen und Farben – Netze, bunte Bojen, Plastikkisten und eigentlich alles, was die Fischerei so hergibt.

    Ehrlich… das geht auf keine Kuhhaut! Eine richtige Sauerei! 😡

    Also sammelt mein Schatz ein paar kleinere Plastikteile zusammen und bringt sie oben an der Strasse in den Container. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dabei innerlich bereits eine komplette Strafanzeige gegen die gesamte Fischereiindustrie verfasst hat. 😂

    Danach cruisen wir weiter am Fjord entlang zum Lillefjord Waterfall.

    Auch hier erwartet uns zuerst ein architektonisch gestaltetes Toilettenhaus – diesmal aus Holz. Am Ende eines Fjordarms führt eine markante Brücke über den Fluss Fosseelva und weiter Richtung Wasserfall.

    Was zunächst ganz harmlos mit einem kleinen Spaziergang beginnt, entwickelt sich nach ungefähr einem Kilometer allerdings zu einer ausgewachsenen Kletterpartie. 🧗‍♂️😳

    Und jetzt muss ich ganz ehrlich sein: Ich bin ja schon etwas geländegängiger als mein Schatz. 😂

    Während ich mich tapfer nach oben kämpfe, beginnt für meinen Schatz langsam das persönliche Survival-Training. Birkenbäume werden zu Kletterhilfen, jeder halbwegs stabil aussehende Ast zum besten Freund und die Felsen zu natürlichen Hindernissen.

    Kurz gesagt: „Adventure im Hochgebirge – und eigentlich wollten wir nur einen Wasserfall anschauen!“ 😂

    Ich marschiere tapfer voraus und mein Schatz kämpft sich hinterher. Aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Kurz vor dem Gipfel wird beschlossen, dass der Wasserfall jetzt wirklich genug von uns gesehen hat. 😜

    Also machen wir uns wieder auf den beschwerlichen Abstieg.

    Ich muss zugeben… mein Schatz hat sich tapfer geschlagen. ❤️

    Irgendwann sind wir einfach nur noch froh, wieder heil bei unserem Wohnmobil anzukommen. 🚐

    Unsere fahrende Ferienwohnung steht da ganz entspannt und scheint zu sagen: „Na? Hättet ihr mich mal mitgenommen!“ 😂

    Jetzt geht es direkt weiter nach Olderfjord, wo wir Richtung Alta abbiegen.

    Und übrigens: Mit Glück hat es hier nichts zu tun, wenn man Rentieren begegnet. 🦌 Sie gehören hierher wie bei uns in der Schweiz die Katzen. Nur dass die Rentiere etwas größer sind und vermutlich deutlich weniger begeistert wären, wenn man sie auf den Schoss nehmen möchte. 😜

    Die rund 135 Kilometer von Olderfjord nach Alta auf der E6 gehören zu den abwechslungsreichsten Strecken in West-Finnmark.

    Zuerst geht es über den bis zu 270 Meter hohen Hater durch eine karge, baumlose Tundralandschaft. Sanfte Hügel, weite Hochflächen und eine Landschaft, die aussieht, als hätte jemand beim Bäume-Pflanzen einfach irgendwann gesagt: „Ach komm… lassen wir’s.“ 😂

    Immer wieder eröffnen sich fantastische Ausblicke auf Fjorde, Flüsse und Seen.

    Später erreichen wir das Gebiet Sennalandet, das bis auf etwa 385 Meter ansteigt. Je näher wir Alta kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft. Die offene Tundra geht langsam in bewaldete Täler mit Birken und Kiefern über.

    Bevor es nach Alta geht, fahren wir noch durch eine bewaldete Schlucht. Der mächtige Altafjord rückt ins Blickfeld und die Berge werden höher und markanter.

    Ein wunderschöner Übergang von der rauen arktischen Hochebene zur vergleichsweise grünen Fjordlandschaft. ❤️

    Am späteren Nachmittag erreichen wir Alta bei allerschönstem Wetter – und tatsächlich ist es sogar deutlich wärmer als am Morgen. 🌞

    Also heißt es: Gas und Diesel tanken ⛽️, Lebensmittel einkaufen und dann ab in den gemütlichen Feierabend.

    Unser fahrendes Zuhause bekommt seinen Stellplatz in der Nähe der Nordlichtkathedrale und darf sich von Wind, Regen, Serpentinen und unserer kleinen Hochgebirgsexpedition erholen. 🚐😴

    Und wir? Wir sind ebenfalls ziemlich platt… aber glücklich. 😄❤️

    Wieder ein wunderschöner Tag in Norwegen – mit fantastischen Landschaften, einem kleinen Kletterabenteuer und einem Schatz, der sich trotz aller Widrigkeiten tapfer den Berg hinaufgekämpft hat. 🥰🚐❤️

    Gute Nacht, Freunde 👯‍♂️🌙
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