• Sonne-Wolken-Mix 14 Grad

    21 luglio, Norvegia ⋅ 🌧 12 °C

    Heute nehmen wir bei wunderschönem Wetter die nächste Etappe Richtung Süden unter die Räder.

    Bevor wir Alta endgültig den Rücken kehren, gibt es aber noch einen Pflichtstopp an der berühmten Nordlichtkathedrale. Wenigstens von außen muss ein Blick auf dieses außergewöhnliche Bauwerk sein. Ein Besuch im Inneren fällt allerdings ins Wasser – bis 13 Uhr finden Beerdigungen statt. Da wird selbst uns kurz bewusst: Das Leben – und eben auch das Sterben – gehören hier im hohen Norden ganz selbstverständlich dazu.

    Kaum haben wir Alta verlassen, öffnet sich vor uns der beeindruckende Altafjord. Je nach Sonnenstand schimmert das Wasser tiefblau, silbergrau oder stahlfarben, während sich die Bergketten wie eine gewaltige Kulisse am Horizont aufreihen. Dazu leuchtet überall das purpurfarbene Weidenröschen zwischen dem satten Grün der Birken. Wenn Norwegen einen roten Teppich ausrollt, dann wahrscheinlich genau so.

    Am Langfjord wird es noch eindrucksvoller. Hinter fast jeder Kurve wartet ein neuer Fjord auf seinen großen Auftritt, kleine Wasserfälle stürzen über blanke Felsen, und mit etwas Glück stehen sogar Rentiere am Straßenrand. Sie beobachten die vorbeifahrenden Touristen entweder neugierig – oder ignorieren sie mit der Gelassenheit echter Nordländer.

    In Burfjorden nutzen wir das freundliche Wetter für unsere Frühstückspause – natürlich direkt am Fjord. So schmeckt der Kaffee gleich doppelt so gut.

    Nach Sørstraumen verschwindet die Straße dann allerdings plötzlich… Erst schluckt uns der über drei Kilometer lange Kvænangsfjelltunnel, kurz darauf folgt schon der nächste Tunnel.

    Wir schauen uns an und sind uns sofort einig:
    „Moment mal… wir sind doch wegen der Aussicht hier und nicht für eine Führung durch Norwegens Unterwelt!“ 😂

    Die Tunnel mögen für den Verkehr sinnvoll sein, aber touristisch sind sie ungefähr so spannend wie eine frisch gestrichene Kellerwand. Gerade wenn man sich auf den nächsten grandiosen Ausblick freut, heißt es plötzlich wieder: Licht aus… Tunnel an.

    Zum Glück hat Norwegen ein Einsehen. Kurz vor Oksfjordhamn tauchen wir wieder ins Tageslicht auf und werden sofort mit herrlichen Ausblicken über den Fjord und die umliegenden Berge belohnt. Selbst jetzt im Hochsommer tragen einige Gipfel noch kleine Schneefelder.

    Am Stellplatz wartet dann das eigentliche Highlight des Tages: Waschmaschine und Trockner sind im Preis inbegriffen. Unsere Schmutzwäsche jubelt innerlich vermutlich lauter als wir.

    Und natürlich bekommt auch unsere Perle 🚐 wieder einen Logenplatz mit bester Aussicht auf den Fjord. Nach den vielen Tunneln hat sie sich den Ausblick schließlich genauso verdient wie wir.

    Fazit des Tages:

    Die E6 zwischen Alta und Oksfjordhamn lebt vom ständigen Wechsel zwischen Meer und Gebirge, von der Weite, der Stille und dieser unglaublichen Natur. Auf 135 Kilometern wechseln Fjorde, Berge und Tundra ständig ihre Rollen – und genau deshalb wird die Fahrt nie langweilig.

    Na gut… fast nie.

    Denn da wären ja noch diese Tunnel… 😂

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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