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August 25 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C
Dienstag, 8 Uhr, 17 Grad und Sonnenschein. Dazu ein paar kleine Wölkchen, die offenbar ausschließlich zur Dekoration am Himmel hängen. Wettertechnisch gibt es heute wirklich nichts zu meckern. ☀️
Scheinbar hat es in der Nacht ein paar Regentropfen gegeben. Einige davon kleben noch an meinem offenen Fenster und versuchen verzweifelt, sich als Beweismaterial zu verkaufen.
Draußen im Gebüsch brummt und summt es, und überall hoppeln Hasen über den Platz.
Viele Hasen.
Sehr viele Hasen.
Eigentlich müsste man nur noch ein Schild aufstellen:
„Achtung! Hasengebiet. Menschen nur geduldet.“ 🐇😂
Heute wollen wir den südlichsten Zipfel Gotlands erkunden. Unsere Perle 🚐 darf natürlich auch mit – schließlich soll sie ja nicht denken, wir würden sie vernachlässigen.
Allerdings wird sie heute nicht gerade überarbeitet.
23 Kilometer!
Das ist für unsere Perle keine Reise, sondern eher ein kurzer Spaziergang mit laufendem Motor.
Wir rollen ganz gemütlich durch das Husrygg Naturreservat. Die Straße ist schmal, einspurig und trotzdem für Gegenverkehr vorgesehen.
Sehr beruhigend.
Auf der gesamten Strecke begegnen uns genau zwei Fahrzeuge.
Damit bleibt genügend Zeit für die wichtigste Verkehrsfrage:
Wer fährt rückwärts, wenn jetzt einer kommt?
Wir natürlich nicht.
Wir haben schließlich Urlaub. 😂
Die Straße führt wunderschön direkt an der Küste entlang und so tuckert unsere Perle gemütlich durch die Landschaft. 23 Kilometer sind schließlich schnell genug gefahren – wir wollen ja nicht riskieren, dass sie heute Abend noch einen Muskelkater bekommt.
Unser nächster Halt ist das Kettelviks Stenmuseum.
Leider geschlossen.
Aber wir lassen uns davon nicht aufhalten und besichtigen eben den Außenbereich.
Dort stehen alte Gerätschaften herum, die offenbar schon seit längerer Zeit mit der Natur zusammenarbeiten.
Das Ergebnis:
Das eine rostet.
Das andere vermodert.
Und manches scheint noch zu überlegen, ob es lieber rosten oder vermodern möchte.
Ein echtes Freilichtmuseum mit eingebautem Langzeitversuch:
„Was passiert, wenn man einfach nichts mehr macht?“
Die Natur antwortet:
„Warte ab, ich erledige den Rest.“ 😂
Und Steine gibt es hier natürlich reichlich.
Gotlands Grundgestein besteht hauptsächlich aus Kalkstein, im Süden findet man auch Sandstein. Schon im Mittelalter wurden diese Steine verarbeitet und sogar in deutsche Städte verschifft.
Kirchen, Häuser, Verzierungen – alles aus Stein.
Andere Länder hatten Gold.
Gotland hatte Steine.
Aber offenbar ziemlich gute.
Danach nehmen wir Kurs auf Vändburgs Hamn.
Wir fahren hin…
und fahren daran vorbei.
Natürlich!
Ein Ziel direkt zu treffen wäre ja viel zu langweilig.
Also landen wir im Naturschutzgebiet Holmhällar und finden dort einen Parkplatz direkt an der Küste.
Jetzt beginnt unsere Küstenwanderung. 🥾
Unser Ziel sind die historischen Fischerhütten von Holms fiskeläge. Insgesamt liegen heute 5,5 Kilometer Küstenwanderung vor uns – durch das beeindruckende Raukgebiet, vorbei an bizarren Kalksteinformationen, durch duftende Wacholderhaine und immer wieder direkt am Strand entlang.
Und die Rauken sind wirklich beeindruckend.
Diese bizarren Kalksteinformationen stehen hier überall herum, als hätte jemand eine riesige Lieferung Steinskulpturen bestellt und anschließend vergessen, die Rechnung zu bezahlen. 😂
Wir wandern dazwischen herum, fotografieren und entdecken immer wieder Fossilien.
Plötzlich wird aus einem Stein ein mehrere Millionen Jahre altes Stück Erdgeschichte.
Da steht man dann davor und denkt:
„Schatz, schau mal – der ist älter als wir!“
Und schon fühlt man sich wieder richtig jung. 😂
Weiter geht es am Skvalpvik badstrand vorbei.
Klares Wasser, Sandstrand, herrliche Landschaft.
Eigentlich der perfekte Ort für ein erfrischendes Bad.
Eigentlich.
Denn dann kommt der Geruch.
Zuerst versuchen wir noch, höflich zu bleiben.
Meeresduft?
Algen?
Natur?
Maritimes Aroma?
Nein.
Die Ostsee stinkt! 🤣
Und zwar so überzeugend, dass selbst das schöne Wasser plötzlich keine Einladung mehr zum Baden ist.
Also bleiben die Kleider an.
Die Ostsee darf heute alleine schwimmen.
Schließlich erreichen wir die historischen Fischerhütten aus dem 19. Jahrhundert.
Und hier wird es richtig interessant.
Einige Frauen sammeln Pflanzen und kochen diese anschließend in Töpfen über offenem Feuer zu einem Sud, mit dem Schafwolle eingefärbt wird.
Überall dampft es, Pflanzen werden sortiert, Wolle liegt bereit.
Ein bisschen historisches Handwerk, ein bisschen Hexenküche – und vor allem ganz ohne Strom.
Wir sind begeistert.
Da könnte man glatt mitmachen.
Nur frage ich mich, ob ich danach noch weiß, welche Pflanze in welchen Topf gehört. 😂
Wir schauen uns alles in Ruhe an, beobachten die Frauen noch eine Weile bei ihrer Arbeit und machen uns anschließend wieder auf den Rückweg.
Vorbei an den Rauken, durch die Wacholderhaine und immer wieder direkt am Strand entlang.
Sonne ☀️, Meer 🌊, uralte Steine, Fossilien, Fischerhütten, Wacholder und jede Menge Hasen. 🐇
Und unsere Perle 🚐?
Die steht gemütlich auf ihrem Platz und denkt sich wahrscheinlich:
„Das waren also heute meine großen 23 Kilometer… dafür hätte ich mich nicht einmal warmfahren müssen!“ 😂
Aber genau so muss Urlaub sein.
Nicht jeden Tag hunderte Kilometer schrubben.
Manchmal reichen 23 Kilometer mit der Perle, eine 5,5 Kilometer lange Küstenwanderung und ein bisschen Abenteuer vollkommen aus.
Nur eines müssen wir noch klären:
Wer hat eigentlich den Hasen erzählt, dass sie hier das Sagen haben? 🐇🤣
So, genug erzählt, liebe 🥰 Freunde 👯♂️
Jetzt werden die müden Beine hochgelegt, die Eindrücke verarbeitet und wir machen es uns gemütlich.
Gute Nacht 😴🌙 und träumt schön – hoffentlich von einer Ostsee, die morgen wieder etwas besser riecht! 😂❤️Read more






























